Rekordbeteiligung bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus

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Logo: 100% Menschenwürde - Quelle: Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus

Starkes Zeichen der Zivilgesellschaft für Menschenwürde und Demokratie

Darmstadt (pm/redk). So viele Veranstaltungen wie noch nie: Die Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 17. bis 30. März 2025 haben mit über 3.300 gemeldeten Veranstaltungen bundesweit eine Rekordbeteiligung erzielt. „Damit hat die Zivilgesellschaft ein starkes Zeichen gesetzt“, sagt Jürgen Micksch vom Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, die in Deutschland die Internationalen Wochen koordiniert.

Das diesjährige Motto „Menschenwürde schützen“ fand großen Zuspruch. Ob Bibliotheken, Feuerwehr, Gewerkschaften, Kliniken, Museen, Polizei, Schulen, Sportgruppen, Theater, Verbände oder Unternehmen: Zahlreiche Akteure beteiligten sich an den Aktionswochen gegen Rassismus. Sie luden ein zu Theateraufführungen, Diskussionen, Kunstprojekten, Vorträgen, Workshops, Sportveranstaltungen und vielem mehr. Hinzu kamen über 2.000 religiöse Feiern. Insgesamt nahmen daran rund 300.000 Menschen teil. „Ein großartiges Engagement.“

Auch Langenhagen hatte mit zahlreichen Veranstaltungen und einem vielfältigen Programm an den Internationalen Wochen gegen Rassismus teilgenommen. (siehe auch hier: https://langenhagener-news.de/langenhagen-setzt-zeichen-gegen-rassismus/ )

Am 29. März fand der sportliche Aktionstag #BewegtGegenRassismus in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der DFL Stiftung, der Deutschen Sportjugend, dem Deutschen Turner-Bund, Pink gegen Rassismus und weiteren Partnern statt.

Über 180.000 Broschüren, Plakate und Flyer wurden bei der Stiftung gegen Rassismus bestellt. Tausende Ehrenamtliche wirkten vor Ort an den UN-Wochen mit. Besonders groß war das Engagement bei Sportvereinen, Kommunen, Unternehmen, Religionsgemeinschaften, der AWO sowie anderen Wohlfahrtsverbänden, bei Schulen, Volkshochschulen und Universitäten sowie den Omas gegen rechts. Auch viele muslimische Gemeinden beteiligten sich und riefen in Freitagsgebeten dazu auf, die Demokratie zu verteidigen. Erstmals wurden in der evangelischen Kirche in Bayern zudem alle Gemeinden dazu angeregt, Gottesdienste zu den UN-Wochen gegen Rassismus durchzuführen.

Viele Veranstaltungen machten deutlich, wie wichtig es aktuell ist, sich gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stark zu machen. „Jetzt gilt es, weiter für eine menschenfreundliche Gesellschaft aktiv zu bleiben“, meint Jürgen Micksch mit Blick auf den Rechtsrutsch. Angesichts der schwierigen Haushaltslage in vielen Städten und Kommunen sowie der Streichung von Geldern für Demokratieprojekte mussten vielerorts vorgesehene Veranstaltungen gestrichen oder ehrenamtlich übernommen werden. Zugleich ist die finanzielle Unterstützung der ehrenamtlichen Aktivitäten zurückgegangen. Der Theologe ruft dazu auf, dringend notwendige Initiativen der Zivilgesellschaft gegen Rassismus und Antisemitismus angemessen zu fördern. „Ehrenamtliche dürfen nicht alleingelassen werden, während zugleich rechtsextreme Parteien durch ihren zunehmenden Stimmenanteil bei Wahlen staatlich gefördert werden“, betont Jürgen Micksch. Nur so lasse sich erreichen, dass künftig noch mehr Veranstaltungen in kleineren Kommunen durchgeführt werden können, vor allem auch in ostdeutschen Bundesländern.

In diesem Jahr wurden 30 Jahre Internationale Tage gegen Rassismus in Deutschland gefeiert. Die Auftaktveranstaltung sowie zentrale religiöse Feiern fanden in Frankfurt am Main statt. Über die Anfänge sowie die Entwicklung im Laufe der Jahre, besondere Herausforderungen und Veränderungen informiert die Broschüre „100 % Prozent Menschenwürde. 30 Jahre Internationale Tage gegen Rassismus“.

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