Eine Million Euro Belohnung nach Sabotage an kritischer Infrastruktur in Steglitz-Zehlendorf ausgelobt
Wiesbaden/Berlin (pm/redk). Nach einem schweren Brandanschlag auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins bitten das Bundeskriminalamt (BKA) und der Generalbundesanwalt die Bevölkerung um Hinweise. Der Angriff führte Anfang Januar zu massiven Stromausfällen für zehntausende Haushalte, Unternehmen sowie medizinische Einrichtungen. Für entscheidende Hinweise ist eine Belohnung von bis zu einer Million Euro ausgesetzt.
Stromausfall mit weitreichenden Folgen
Am Samstagmorgen, 3. Januar 2026, wurde gegen 05:44 Uhr ein Defekt an Starkstromkabeln im Bereich einer Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf gemeldet. Einsatzkräfte stellten vor Ort einen Brand fest, durch den mehrere Starkstromleitungen beschädigt wurden, die vom und zum angrenzenden Heizkraftwerk führen.
In den Stadtteilen Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde kam es in der Folge zu teils tagelangen Stromausfällen. Rund 45.000 Privathaushalte, etwa 2.200 Gewerbekunden sowie mehrere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen waren betroffen. Zeitweise waren auch Notrufnummern nur eingeschränkt erreichbar, Festnetz- und Mobilfunkverbindungen stark beeinträchtigt.
Ermittlungen wegen terroristischer Straftaten
Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof führt ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt, unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe. Das Bundeskriminalamt wurde mit den polizeilichen Ermittlungen beauftragt.
Im Nachgang des Anschlags veröffentlichten die sogenannten „Vulkangruppen“ ein Selbstbekennerschreiben. Darin beanspruchen sie die Tat für sich und geben an, gezielt die Stromversorgung des Heizkraftwerks Berlin-Lichterfelde und die fossile Energiewirtschaft sabotiert zu haben.
Serie von Anschlägen auf kritische Infrastruktur
In Berlin und Brandenburg kam es seit 2011 wiederholt zu Brandanschlägen auf Infrastrukturanlagen, darunter Bahnanlagen, Telekommunikationseinrichtungen und öffentliche Versorgungsleitungen. Mehrere dieser Taten wurden ebenfalls den „Vulkangruppen“ zugeschrieben.
Zeugenaufruf und Belohnung
BKA und Generalbundesanwalt rufen die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Beobachtungen oder Hinweise zu melden. Der Zeugenaufruf läuft bis zum 24. Februar 2026. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, ist eine Belohnung von bis zu einer Million Euro ausgesetzt.
Hinweise können telefonisch unter +49 (0)800 – 01 30 1 10, über das Hinweisportal des BKA oder bei jeder Polizeidienststelle abgegeben werden. Über das Online-Portal können auch Foto- und Videomaterialien hochgeladen werden.










