Start Hannover und Region INTERSCHUTZ 2026 in Hannover: Weltleitmesse im Zeichen der Zeitenwende

INTERSCHUTZ 2026 in Hannover: Weltleitmesse im Zeichen der Zeitenwende

Interschutz 2026
INTERSCHUTZ 2026 / PK - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

1.525 Aussteller aus 51 Nationen setzen auf Bevölkerungsschutz, KI und Zivil Militärische Zusammenarbeit

Hannover (pm/redk). Heute fand auf der Feuer- und Rettungswache des Hannover Airport die Auftakt-Pressekonferenz zur INTERSCHUTZ statt, auf der Veranstalter und Partner erstmals zentrale Kennzahlen und thematische Schwerpunkte der diesjährigen Weltleitmesse vorstellten. Im Fokus standen neben der internationalen Beteiligung insbesondere neue technologische Entwicklungen, aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen sowie die wachsende Bedeutung des Bevölkerungsschutzes im Kontext globaler Krisen. Vertreter der Messe betonten dabei die besondere Rolle der INTERSCHUTZ als internationale Plattform für Innovation, Austausch und strategische Weiterentwicklung von Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz.

Der Countdown zur INTERSCHUTZ 2026 in Hannover läuft. Wenige Wochen vor Beginn der Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz, welche vom 1. bis 6. Juni 2026 in Hannover stattfinden wird, verweisen die Veranstalter auf wachsende Herausforderungen für Einsatzkräfte weltweit. Unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“ werden 1.525 Aussteller aus 51 Nationen ihre Produkte, Lösungen und Dienstleistungen auf 112.463 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren.

Damit deutet alles auf die größte INTERSCHUTZ aller Zeiten hin. Zum Vergleich: 2022 zählte die Messe noch unter Corona Bedingungen 1.296 Aussteller und 84.920 Besucher, 2015 galt mit 1.453 Ausstellern und 156.844 Besuchern als bisherige Rekordveranstaltung.

interschutz 2026
interschutz 2026 / pk – © carl-marcus müller / lghnews

„Mehr denn je auch eine politische Messe“

Eröffnet wird die INTERSCHUTZ 2026 im Juni von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Dr. Jochen Köckler, CEO der Deutschen Messe AG, betont die gewachsene strategische Bedeutung der Veranstaltung: „Die INTERSCHUTZ ist mehr als eine Messe – sie ist DER internationale Treffpunkt der Branche für Sicherheit in zunehmend unsicheren Zeiten.“

Ein Schwerpunkt liegt auf der Zivil Militärischen Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz. „Damit wird sie mehr denn je auch eine politische Messe“, so Köckler. Die Zusammenarbeit sei längst nicht mehr auf ad hoc Unterstützung bei Katastrophen beschränkt, sondern zunehmend strategisch und institutionell verankert.

Oberst im Generalstabsdienst Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr unterstreicht: „Unsere Sicherheit können wir nur gemeinsam gewährleisten. Hier müssen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eng und resilient zusammenstehen. Nur als Einheit schützen wir, was uns wichtig ist: unsere Freiheit und unsere Demokratie.“

DRK zeigt mobiles Krankenhaus

Auch das Deutsche Rote Kreuz reagiert auf veränderte Bedrohungslagen. Jürgen Christmann, Vizepräsident im DRK Bundesverband, kündigt für Halle 23 eine Premiere an: ein großes mobiles Krankenhaus.

„Aktuelle und geopolitische Bedrohungslagen machen deutlich: Wir müssen jetzt konsequent in Vorsorge, Selbsthilfefähigkeit und die Resilienz der Bevölkerung investieren. Verzögerungen können wir uns nicht leisten. Als Auxiliar der deutschen Behörden im humanitären Bereich und größte Hilfsorganisation Deutschlands tragen wir eine besondere Verantwortung im Bevölkerungsschutz. Gleichzeitig sind wir ein einsatzerfahrener Akteur der internationalen humanitären Hilfe. Auf der INTERSCHUTZ präsentieren wir unter anderem unser mobiles Krankenhaus und zeigen, wie modernste Technik und hochkomplexe Logistik ein „Krankenhaus aus der Kiste“ ermöglichen und wie sich der Klinikalltag unter Krisenbedingungen gestaltet“, sagte Jürgen Christmann.

Internationale Delegationen erwartet

Die Messe knüpft an ihre mehr als 70 jährige Geschichte an. Ursprünglich als „Der Rote Hahn“ gestartet, wird sie seit 2000 von der Deutschen Messe ausgerichtet. Laut Köckler hat sich die INTERSCHUTZ kontinuierlich weiterentwickelt und ist sowohl inhaltlich als auch in der Größe gewachsen.

Rund 30 nationale und internationale Delegationen haben sich angekündigt, darunter der Europäische Feuerwehrverband und der Weltfeuerwehrverband CTIF. Auch Entscheider aus Singapur, Taiwan, Südamerika, Schweden und Dänemark werden erwartet.

KI, Klimawandel und Nachhaltigkeit als Schwerpunkte

Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle im Einsatzgeschehen. „Künstliche Intelligenz verändert den Einsatz – nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Verstärker ihrer Fähigkeiten. Im Ernstfall kann KI auch die Retter selbst schützen“, sagte Köckler. Neben KI stehen die Auswirkungen des Klimawandels sowie Nachhaltigkeit im Fokus.

Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover, betont die Bedeutung der Kommunen: „Im Bevölkerungsschutz kommt der kommunalen Ebene eine zentrale Rolle zu. Zeitenwende im Bevölkerungsschutz heißt daher auch, die Kommunen als zentrale Ansprechstellen für ihre Bürgerinnen und Bürger intensiv in die konzeptionelle Neuausrichtung des Bevölkerungsschutzes einzubinden sowie finanziell, personell und sächlich adäquat auszustatten. Die bestehende Lücke zwischen multiplen Anforderungen und derzeitigen Möglichkeiten im Bevölkerungsschutz muss durch Vernetzung und Vereinheitlichung weiter geschlossen werden. Hierfür bietet die Weltleitmesse INTERSCHUTZ mit allen vertretenen Playern im Bevölkerungsschutz eine hervorragende Plattform“.

Umfangreiches Rahmenprogramm

Ein vielseitiges Rahmenprogramm ergänzt die Präsentationen in den acht Messehallen sowie auf dem Freigelände. Im Smart Public Safety Hub wird zudem die Zukunft der Einsatzleitung erlebbar gemacht. Auch sportliche Highlights dürfen nicht fehlen: Bei den FireFit European Championships treten Feuerwehrfrauen und -männer aus aller Welt gegeneinander an. Spannung verspricht ebenso die dritte Ausgabe der HOLMATRO Rescue Challenge. Während der INTERSCHUTZ messen sich internationale Teams darin, einen eingekmmten Patienten innerhalb von 20 Minuten mithilfe modernster Rettungstechnik aus einem Fahrzeug zu befreien.

Eine weitere Premiere auf der INTERSCHUTZ 2026 ist der Höhenretter-Pavillon. Im Pavillon 34 unter dem EXPO-Dach dreht sich an allen sechs Messetagen alles rund um das Thema Höhenrettung. Am Samstag, 6. Juni 2026, findet dort außerdem der nationale Leistungsvergleich der deutschen Höhenretter statt.

Actionreich geht es auch bei der S-GARD SAFETYTOUR zu, die an allen sechs Messetagen läuft. Unter realistischen Bedingungen haben Einsatzkräfte hier die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten in praxisnahen Teamtrainings weiterzuentwickeln. Mit den LUKAS CRASH DAYS auf dem Freigelände bietet die INTERSCHUTZ zudem ein medizinisch-technisches Intensivtraining für erfahrene Rettungskräfte. Moderne Rettungstechniken sind fester Bestandteil dieses praxisorientierten Formats.

Neben praxisnahen Vorführungen kommt auch der fachliche Austausch nicht zu kurz: Im INTERSCHUTZ-Forum präsentieren Anbieter, Anwender, Wissenschaft und Politik aktuelle Branchenthemen und diskutieren Herausforderungen, Chancen, Lösungsansätze und technologische Innovationen. So veranstaltet die Föderation der European Fire Officers (FEU) im Jahr 2026 erstmals eine Leadership-Konferenz im Rahmen der Messe. Vom 3. bis 4. Juni werden dazu rund 300 europäische Führungskräfte aus Feuerwehr und Katastrophenschutz auf dem Messegelände in Hannover erwartet.

„Die INTERSCHUTZ ist auch deshalb so stark, weil viele Hände mit anpacken“, betonte Jochen Köckler. Neben den ausstellenden Unternehmen engagieren sich Partner wie vfdb, DFV und der VDMA Feuerwehrtechnik sowie ideelle Aussteller – darunter Feuerwehren, Rettungsdienste, technische Hilfsdienste und Katastrophenschutzorganisationen. Zu den Besuchergruppen zählen Delegationen aus aller Welt; die bislang weiteste Anreise nehmen Gäste aus Australien auf sich.

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