Allgemeinverfügung reagiert auf Vermüllung, Brandgefahr und Regelverstöße
Die Stadt Langenhagen untersagt ab dem 9. Mai das Grillen am gesamten Silbersee. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung, die am 8. Mai veröffentlicht wird. Anlass sind anhaltende Verstöße, erhebliche Vermüllung sowie Risiken für Umwelt und öffentliche Sicherheit.
Verbot gilt für das gesamte Naherholungsgebiet
Mit der Allgemeinverfügung untersagt die Stadt das Grillen im kompletten Bereich der Erholungsanlage – und zwar bis auf Weiteres. Das Verbot erfasst alle Grillaktivitäten, unabhängig von Art oder Standort. Bei Zuwiderhandlungen drohen Sanktionen: Die Stadt kann ein Zwangsgeld von bis zu 5.000 Euro verhängen.
Vorangegangene Maßnahmen blieben wirkungslos
In den vergangenen Monaten hatte die Stadt verschiedene Schritte unternommen, um die Situation zu entschärfen. Dazu zählten zusätzliche Müllcontainer und Aschebehälter, häufigere Reinigungen, verstärkte Kontrollen durch den Ordnungsdienst sowie Hinweise und Beschilderungen vor Ort. Trotz dieser Maßnahmen kam es weiterhin zu massiver Vermüllung und zur unsachgemäßen Entsorgung von Grillabfällen.
Nach Angaben der Stadt wurden heiße Asche und Glutreste wiederholt in Müllbehälter geworfen oder in Grünflächen und am Gewässer zurückgelassen. Das führte zu konkreten Brandgefahren und belastete Natur, Tierwelt und Grundwasser. Auch intensive Kontrollen hätten keine dauerhafte Verhaltensänderung bewirkt.
Bürgermeister begründet Schritt mit Sicherheitsverantwortung
Bürgermeister Mirko Heuer sieht das Verbot als letzten notwendigen Schritt. „Wir haben lange versucht, mit Aufklärung, Appellen und zusätzlichen Maßnahmen eine Lösung zu erreichen. Wir wollten bewusst Freiräume erhalten und diejenigen nicht einschränken, die sich an Regeln halten. Aber die Realität ist: Dieser Ansatz ist gescheitert. Es reicht“, so Heuer.
Er ergänzt: „Die Vermüllung, die Schäden an Natur und Umwelt sowie die zunehmende Rücksichtslosigkeit haben ein Maß erreicht, das wir nicht länger hinnehmen können und wollen. Wir tragen Verantwortung für die Sicherheit der Menschen und für den Schutz dieses wichtigen Naherholungsgebietes.“
Verstöße häufig von auswärtigen Besuchern
Kontrollen der Stadt hätten zudem ergeben, dass viele der festgestellten Regelverstöße nicht von Einwohnerinnen und Einwohnern Langenhagens begangen wurden. Die Folgen träfen jedoch die Stadt und ihre Bevölkerung. „Die Folgen tragen jedoch unsere Bürgerinnen und Bürger und unsere Stadt. Deshalb mussten wir handeln und ich habe diese Allgemeinverfügung erlassen“, so Heuer.
Dauerhafte Regelung geplant
Parallel zur aktuellen Maßnahme hat der Bürgermeister eine Änderung der städtischen Verordnung zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung in die politischen Gremien eingebracht. Ziel ist es, das Grillverbot dauerhaft rechtlich abzusichern. Die Beratungen zu der entsprechenden Beschlussdrucksache sind für Juni vorgesehen.
Einordnung
Der Silbersee zählt zu den stark frequentierten Naherholungsgebieten der Region. Mit dem vollständigen Grillverbot reagiert die Stadt auf wiederkehrende Probleme, die trotz präventiver Maßnahmen nicht gelöst werden konnten. Für Besucher bedeutet dies eine klare Regelung, um Risiken für Umwelt und Sicherheit zu minimieren.
Offener Brief des Bürgermeisters: hier










