Durchsuchungen in Hannover, Region und Bremen – Vermögensarrest über 113.000 Euro
Hannover/Region/Bremen. Ermittler haben am 12.05.2026 wegen des Verdachts der Geldwäsche mehrere Objekte in Hannover, der Region Hannover und in Bremen durchsucht. Im Fokus steht eine Autovermietung mit Hauptsitz in Hannover, gegen deren Betreiber und Mitarbeiter ein umfangreiches Ermittlungsverfahren läuft.
Das Verfahren wird seit Mitte 2025 geführt und richtet sich gegen vier Beschuldigte im Alter zwischen 24 und 38 Jahren. Nach Angaben des Landeskriminalamt Niedersachsen handelt es sich bei den Männern um Gewerbetreibende einer Autovermietung sowie deren Mitarbeiter. Die Ermittlungen erfolgen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Hannover.
Zahlreiche Beweismittel sichergestellt
Im Rahmen der Durchsuchungen nahmen die Einsatzkräfte insgesamt 15 Objekte unter die Lupe. Dabei stellten die Beamtinnen und Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Dazu zählen unter anderem Mobiltelefone, Tablets und Computer. Zusätzlich fanden die Ermittler Bargeld in Höhe von rund 4.600 Euro sowie Goldmünzen und -barren mit einem Gesamtgewicht von etwa 135 Gramm.
Parallel zu den Durchsuchungen liefen Finanzermittlungen. In diesem Zusammenhang ordnete das Amtsgericht Hannover einen Vermögensarrest in Höhe von rund 113.000 Euro an. Ziel ist es, mögliche aus Straftaten stammende Gewinne vorläufig zu sichern.
Verdacht: „Crime as a Service“
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Phänomen „Crime as a Service“. Dabei werden legale Dienstleistungen gezielt für kriminelle Zwecke genutzt oder bereitgestellt. Im aktuellen Fall besteht der Verdacht, dass hochwertige Fahrzeuge von Personen aus dem kriminellen Milieu angemietet wurden. Die Mietzahlungen sollen teilweise über Strohleute erfolgt sein, wobei mutmaßlich inkriminierte Gelder eingesetzt wurden.
Thorsten Massinger, Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen, ordnet die Bedeutung des Einsatzes ein:
„Wenn kriminelle Strukturen gezielt auf legale Angebote wie Fahrzeugvermietungen zurückgreifen, verschwimmen die Grenzen zwischen Alltagsgeschäft und Unterstützung schwerer Straftaten. Der gestrige Einsatz zeigt, dass wir solche Strukturen konsequent aufklären und Finanzströme sichtbar machen. Die Bekämpfung von Geldwäsche ist ein zentraler Baustein, um Organisierte Kriminalität wirksam zu treffen – dort, wo sie ihre Gewinne absichern und ihre Taten ermöglichen will.“
Behördenübergreifende Zusammenarbeit
Am Einsatztag arbeiteten neben der Staatsanwaltschaft Hannover und dem Landeskriminalamt Niedersachsen mehrere Polizeibehörden sowie weitere beteiligte Stellen zusammen. Die Ermittlungen richten sich weiterhin gegen die vier Beschuldigten, weitere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen.
Der Fall zeigt, wie stark organisierte Kriminalität zunehmend legale Geschäftsmodelle nutzt, um Gelder zu verschleiern. Ermittlungen wegen Geldwäsche gelten als ein zentrales Instrument, um kriminelle Netzwerke wirtschaftlich zu schwächen.










