
resConEx’26 testet Katastrophenschutz am RheinEnergieStadion
Köln. Rund 800 Einsatzkräfte haben im RheinEnergieStadion in Köln bei der Großübung „resConEx’26“ ein komplexes Katastrophenszenario mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN) durchgespielt. Im Fokus stand die Dekontamination von Menschen, Fahrzeugen und Infrastruktur nach einer simulierten Explosion im Umfeld einer Großveranstaltung. Die Übung diente der Vorbereitung auf internationale Einsatzlagen im Rahmen europäischer Katastrophenschutzstrukturen.

800 einsatzkräfte üben katastrophenszenario am stadion. – quelle: thw
Realistisches Szenario nach Explosion im Stadionumfeld
Ausgangspunkt der Übung war eine angenommene Explosion während einer internationalen Sportveranstaltung. In deren Folge traten gefährliche Stoffe aus, die sich im Bereich des Stadions ausbreiteten und dort Personen, Fahrzeuge sowie bauliche Anlagen kontaminierten.
Die Einsatzkräfte mussten daraufhin betroffene Bereiche sichern, Evakuierungen durchführen und Dekontaminationsbereiche einrichten. Insgesamt wurden rund 400 kontaminierte Personen versorgt, darunter etwa 50 Verletzte. Zusätzlich wurden 50 Fahrzeuge sowie Einsatzmaterial und Infrastruktur von den Schadstoffen gereinigt.
Behördenübergreifende Zusammenarbeit im Mittelpunkt
An der mehrtägigen Übung beteiligten sich Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW), der Bundespolizei, des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Berufsfeuerwehr Köln sowie der Stadt Köln. Insgesamt waren rund 800 Einsatzkräfte im Einsatz, unterstützt von etwa 400 Statistinnen und Statisten sowie rund 250 Beobachtenden aus 15 Ländern.
Ein gemeinsames Leitungsteam aus 100 Personen koordinierte Planung, Durchführung und Auswertung der Großübung.
Dekontamination und Logistik unter realen Bedingungen geprobt
Im Zentrum der praktischen Übung stand die sogenannte CBRN-Dekontamination – also die Reinigung von Menschen und Material nach Kontakt mit gefährlichen Stoffen. Dafür richteten die Kräfte spezielle Dekontaminationsstrecken ein und betrieben Sammelsysteme für kontaminierte Abwässer und Abfälle.
Auf dem Gelände des Stadions wurde zudem eine Einsatzbasis („Base of Operation“) aufgebaut. Dort waren Unterbringung, Versorgung und Logistik für die beteiligten Kräfte organisiert. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte dabei durch die Stadt Köln und das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des sogenannten „Host Nation Support“, der organisatorischen Unterstützung eines Gastgeberstaates bei internationalen Einsätzen.
Beitrag zur europäischen Katastrophenvorsorge
Die Übung ist Teil der Weiterentwicklung der europäischen Katastrophenschutzkapazitäten im Rahmen von rescEU und dem Unionsverfahren für den Katastrophenschutz (UCPM). Ziel ist es, die Reaktionsfähigkeit bei schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gefahrenlagen zu stärken.
Die Finanzierung der Großübung erfolgte gemeinschaftlich durch die Europäische Kommission, das Bundesinnenministerium, das THW und die Bundespolizei.
Spezialisierte Einheiten für unterschiedliche Aufgaben
Die deutsche rescEU-CBRN-Kapazität besteht aus mehreren spezialisierten Komponenten. Diese übernehmen jeweils unterschiedliche Aufgabenbereiche: von der Dekontamination von Gebäuden über Fahrzeuge bis hin zu einzelnen Gegenständen und sensiblen Materialien. Eine weitere Einheit ist auf die Dekontamination von betroffenen Personen spezialisiert.
Ergänzt wird das System durch eine Unterstützungseinheit, die den Betrieb der Einsatzbasis sicherstellt und Logistik, Versorgung sowie technische Infrastruktur organisiert. Die vollständige Einsatzbereitschaft der Kapazität ist für Ende des Jahres vorgesehen.








