Jahrzehntelanger Einsatz für Johanniter, Kirche und Ehrenamt wird ausgezeichnet
Hannover. Joachim Gerhardy aus Hannover erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit der Auszeichnung werden seine jahrzehntelangen Verdienste im Bevölkerungsschutz, bei der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie sein umfassendes Engagement im kirchlichen und gesellschaftlichen Ehrenamt, gewürdigt.
Seit mehr als sechs Jahrzehnten setzt sich Joachim Gerhardy für das Gemeinwohl ein. Bereits 1963 trat er der Johanniter-Unfall-Hilfe bei und engagierte sich zunächst in verschiedenen Dienstbereichen. Im Jahr 1978 wechselte er in die ehrenamtliche Katastrophenschutzbereitschaft und leistete zahlreiche Einsätze im Sanitäts- und Rettungsdienst.
Verantwortung im Bevölkerungsschutz übernommen
Schon in den 1980er-Jahren übernahm Gerhardy die Leitung der Katastrophenschutzeinheiten der Johanniter am Standort Hannover. Dabei galt er als engagierte Führungskraft, die sich mit großem persönlichen Einsatz für die Belange der ehrenamtlichen Einsatzkräfte einsetzte und Lösungen für organisatorische Herausforderungen entwickelte.
Für sein außergewöhnliches Engagement erhielt er bereits damals mehrere Auszeichnungen der Johanniter-Unfall-Hilfe bis hin zum Ehrenzeichen am Bande. Allein für die Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold absolvierte er mehr als 10.000 ehrenamtliche Einsatzstunden.
Unermüdlicher Einsatz während der Corona-Pandemie
Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb Joachim Gerhardy dem Ehrenamt treu. Während der Corona-Pandemie gehörte er zu den ersten Freiwilligen, die sich im Impfzentrum der Landeshauptstadt Hannover engagierten. Dort war er nicht nur als Fachkraft beim Impfen der Bevölkerung tätig, sondern übernahm zusätzlich die Leitung aller Impfteams.
Während der gesamten Pandemie arbeitete er ehrenamtlich im Impfzentrum und trug maßgeblich zum Gelingen der Impfkampagne bei.
Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine
Nach Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine engagierte sich Gerhardy erneut unmittelbar. Er übernahm die Leitung des Willkommensteams am Drehkreuz für Geflüchtete in Laatzen und koordinierte dort die Unterstützung ankommender Menschen.
Sein langjähriger Einsatz wurde 2023 mit dem Jubiläumsabzeichen für 60-jährige Mitgliedschaft bei der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie der Ehrennadel mit Band des Johanniterordens gewürdigt.
Engagement für Kirche und Kultur
Neben seinem Wirken im Bevölkerungsschutz engagiert sich Joachim Gerhardy seit vielen Jahren in der evangelisch-lutherischen Titus-Epiphanias-Kirchengemeinde in Hannover. Dort war er zunächst in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv und unterstützte später zahlreiche weitere Projekte der Gemeinde, unter anderem die Partnerschaft mit einer Kirchengemeinde in Leipzig.
Seine Erfahrungen aus der Johanniter-Arbeit brachte er auch in das Gemeindeleben ein und stellte sich beispielsweise als Fahrer eines Johanniter-Busses für Gemeindefahrten zur Verfügung.
Ein besonderes Anliegen war ihm zudem die Gründung der Titus-Stiftung. Im Jahr 2007 wirkte er federführend an ihrer Entstehung mit. Seit 2008 steht er der Stiftung als Vorstandsvorsitzender vor. Die Stiftung fördert kirchenmusikalische Projekte und setzt sich für die Erinnerung an die Opfer von Rassismus und Gewaltherrschaft ein.
Ein Leben im Dienst der Gesellschaft
Mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erfährt Joachim Gerhardys jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen. Sein Wirken reicht weit über einzelne Organisationen hinaus und hat den Bevölkerungsschutz, das kirchliche Leben und das gesellschaftliche Miteinander in Hannover über viele Jahrzehnte nachhaltig geprägt.
Einordnung
Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist eine staatliche Auszeichnung für besondere Verdienste um das Gemeinwohl. Es wird an Personen verliehen, die sich in herausragender Weise gesellschaftlich, sozial, kulturell, wissenschaftlich oder beruflich engagiert haben. Die Auszeichnung wird vom Bundespräsidenten verliehen und würdigt außergewöhnliches Engagement für die Gesellschaft.










