aktion tier – Igelzentrum Niedersachsen wildert Igel auf Stadtfriedhof Stöcken aus

Tierärztin Karolin Schütte mit Igel
Tierärztin Karolin Schütte von aktion tier Igelzentrum Niedersachsen mit dem ausgewilderten Igel. - © Carl-Marcus Müller

Igelzentrum Niedersachsen kümmert sich um ca. 400 Igel

Hannover (red). Am gestrigen Freitag, 21. Mai 2021, war es soweit. Nach Überwinterung im aktion tier Igelzentrum-Niedersachsen wurde „Box 62“, mit seinem kleinen Bewohner, auf dem Stadtfriedhof in Stöcken wieder ausgewildert.

Der kleine, im September 2020 geborene, männliche Igel kam im Herbst letzten Jahres ins Igelzentrum. Besorgte Bürger hatten ihn seinerzeit gefunden und bedenken, dass er den Winter überstehen würde. Mit einem Gewicht von nur ca. 200g wurde der kleine Igel damals abgegeben, nun wurde er auf stolze 800g angefüttert.

Nach der Überwinterung im aktion tier Igelzentrum-Niedersachsen wurde er jetzt, wie auch nach und nach ca. 120 weitere Überwinterungsgäste, wieder in seine natürliche Umgebung entlassen. Zum Auswildern werden verschiedene Grünanlagen und Friedhöfe im Bereich der Stadt Hannover ausgewählt.

„Leider gehen immer mehr natürliche Lebensräume von Igeln verloren. Daher suchen die Tiere oftmals Zuflucht in Gärten. Dort treffen sie aber auch auf Gefahren, wie z.B. Gartengeräte, Pools, aber auch Treppen können den kleinen Nagern zum Verhängnis werden. Über das Jahr verteilt betreuen wir ca. 400 Igel bei uns. Dabei handelt es sich meist um schwache oder verletzte Tiere.“, so Tierärztin Karolin Schütte vom Igelzentrum.

Zur Unterstützung des kleinen Igels steht am jeweiligen Auswilderungsort vorübergehend ein kleines Igelhaus, in das er sich zurückziehen kann. Damit sich der Igel an seine neue Umgebung besser gewöhnen kann wird er für eine Übergangszeit von ca. zwei Wochen noch regelmäßig gefüttert. Danach sucht er sich seine eigene natürliche Behausung und versorgt sich selbst.

Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Hannover, mit Ulrich Prote (Fachbereichsleiter Umwelt und Stadtgrün), Svenja Koebe (Leiterin des Bereichs Städtische Friedhöfe), Beate Butsch (Leiterin des Bereichs Forsten, Landschaftsräume, Naturschutz) und Dennis Dix, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützten diese Auswilderungsaktion gern mit einem Besuch vor Ort.

Der Stadtfriedhof Stöcken

Der alte und sehr schöne Stadtfriedhof Stöcken mit seinem markanten, im neugotischen Stil gebauten Eingangsbereich umfasst eine beeindruckende Fläche von 55 Hektar mit derzeit 17.000 Grabstätten. Der Struktur- und Artenreichtum des Areals mit altem Baumbestand, Hecken, Gebüschen, Wiesenbereichen, vielfältigen Grabpflanzungen und einem 2,5 Hektar großen Teich machen den Friedhof zu einem wichtigen Lebensraum für Wildtiere in der Stadt. Hier leben unter anderem zahlreiche Insektenarten, viele verschiedene Vögel, Frösche und Eichhörnchen. Einen günstigeren und noch dazu gefahrlosen Lebensraum kann man sich als Igel wohl nicht wünschen und man kann sich sicher sein, dass das kleine Stacheltier hier alles findet, was es zum Leben braucht.

Angebot für Schulklassen oder Kita´s

Im Igelzentrum werden aber nicht nur Igel überwintert. Es gibt zahlreiche Informationen für interessierte Besucher. Schulklassen zum Beispiel können nach entsprechender Terminabsprache auch das Igelzentrum besuchen. Den Kindern werden dabei altersgerecht und anschaulich die kleinen Wildtiere Igel, seine Eigenarten und Probleme näher gebracht. Das Igelzentrum bittet hier allerdings grundsätzlich um eine Voranmeldung und Terminabsprache.

Leider sind die Möglichkeiten diesbezüglich Corona bedingt stark eingeschränkt.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite: https://www.aktiontier-igelzentrum.org/

Eine abschließende Bitte:

Im Zusammenhang mit dieser Auswilderungsaktion wird ausdrücklich darum gebeten, wer auf dem Stadtfriedhof oder auch an anderen Stellen ein solches Igelhaus entdeckt, den Deckel geschlossen zu halten und die Tiere bitte nicht zu stören.

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