
Bundesweit geschlossene Apotheken und Großdemonstrationen senden klares Signal an die Politik
Berlin (pm/redk). Mit bundesweit geschlossenen Apotheken und rund 25.000 Demonstrierenden in mehreren Großstädten hat die Apothekerschaft am 23. März ein deutliches Zeichen gesetzt. Die zentrale Forderung: eine Erhöhung des Apothekenhonorars, um das fortschreitende Apothekensterben zu stoppen und die wohnortnahe Arzneimittelversorgung dauerhaft zu sichern.
Am bundesweiten Apotheken-Protesttag haben Apothekenteams in ganz Deutschland ihren Unmut über die anhaltende Unterfinanzierung deutlich gemacht. Auf Aufruf der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände blieben zahlreiche Apotheken geschlossen. Parallel dazu fanden Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München statt.
Nach Angaben der ABDA beteiligten sich rund 25.000 Apothekerinnen, Apotheker und Beschäftigte an den Protesten. In Düsseldorf kamen etwa 10.000 Menschen zusammen, in Berlin rund 6.000, in Hannover etwa 5.000 und in München rund 3.500. Ziel der Aktionen war es, die Politik auf die wirtschaftlich zunehmend angespannte Lage der Apotheken aufmerksam zu machen.
„Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif“
ABDA-Präsident Thomas Preis, der unter anderem auf der Kundgebung in Düsseldorf sprach, kritisierte den seit Jahren andauernden Honorarstillstand deutlich. „Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Apotheken seit Jahren unterfinanziert sind. Die Folge ist, dass sich das Apothekensterben immer weiter fortsetzt“, sagte Preis.
Mit jeder geschlossenen Apotheke verlängerten sich die Wege zur nächsten Anlaufstelle für Arzneimittel und Beratung – sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum. „Für die Menschen in Stadt und Land verlängern sich mit jeder geschlossenen Apotheke die Wege zur nächsten heilberuflich geführten Apotheke“, so Preis weiter. Die ABDA fordere deshalb die Bundesregierung auf, das Apothekenhonorar endlich zu erhöhen.
Forderung an die Bundesregierung
Besonders eindringlich wandte sich der ABDA-Präsident an die Bundespolitik: „Frau Bundesgesundheitsministerin, handeln Sie jetzt! Stehen Sie weiter zu Ihren deutlichen Worten und setzen Sie die Erhöhung des Fixums um!“ Darüber hinaus müssten Apotheken die Möglichkeit erhalten, ihr Honorar künftig regelmäßig und fair zu verhandeln. „Der Honorarstillstand muss endlich ein Ende haben“, so Preis.
Die ABDA-Mitgliederversammlung hatte den 23. März bewusst zum bundesweiten Protesttag erklärt. In den Wochen zuvor hatten sich Apothekenteams mit umfangreichem Kampagnenmaterial auf den Aktionstag vorbereitet.
Breite Unterstützung aus der Branche und der Bevölkerung
Nach Angaben der ABDA wurden mehr als 150.000 Protestmaterialien von der Kampagnenseite heruntergeladen. Bei den Demonstrationen kamen unter anderem 2.000 Demoschilder, 5.500 Klatschpappen, 7.000 Protestflyer und 2.500 Trillerpfeifen zum Einsatz. „Das zeigt, wie geschlossen die gesamte Branche hinter unseren Forderungen steht“, erklärte Preis.
Auch aus der Bevölkerung erfahre die Apothekerschaft breite Unterstützung. Die Online-Petition „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!“ auf openpetition.de habe inzwischen fast 100.000 Unterschriften erreicht. „Das zeigt uns mehr als deutlich: Auch die Bevölkerung steht hinter uns“, betonte der ABDA-Präsident.
Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung
Die ABDA warnt davor, dass ohne politische Gegenmaßnahmen weitere Apothekenschließungen drohen. Damit stehe nicht nur die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe, sondern auch die wohnortnahe Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung auf dem Spiel. Gerade für ältere Menschen, chronisch Kranke und Familien seien Apotheken vor Ort ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems.
Der Protesttag habe deutlich gemacht, dass die Apothekerschaft geschlossen hinter ihren Forderungen stehe und eine zeitnahe Reaktion der Politik erwarte.









