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Neue Ausstellung im Kunstverein Langenhagen unter Leitung von Steffen Zillig

Steffen Zillig hat im Januar 2026 die Leitung des Kunstverein Langenhagen übernommen.
Steffen Zillig hat im Januar 2026 die Leitung des Kunstverein Langenhagen übernommen. - Quelle: Kunstverein Langenhagen / Foto: Andrzej Steinbach

„Wände bauen“ eröffnet am 15. März – Erste Ausstellung unter neuer Leitung

Langenhagen (pm/redk). Im Kunstverein Langenhagen beginnt eine neue Phase: Seit Januar 2026 leitet der Künstler, Kritiker und Ausstellungsmacher Steffen Zillig die Institution. Mit der Ausstellung „Wände bauen“, die vom 15. März bis zum 26. April 2026 zu sehen ist, präsentiert er nun seine erste kuratierte Schau.

Wechsel an der Spitze des Kunstvereins

Steffen Zillig übernimmt die Leitung des Kunstverein Langenhagen von der bisherigen Co Leitung Sebastian Stein und Birte Heier. Beide hatten den Verein viereinhalb beziehungsweise drei Jahre gemeinsam geprägt und wenden sich nun neuen Projekten zu.

Während ihrer Zeit realisierten Heier und Stein zahlreiche Projekte und Formate. Dazu gehörten unter anderem die Ausstellungen „Wir sind nie getrennt gewesen“ und „Wie bloß diese Welt verlassen“. Zudem initiierten sie die Gesprächsreihen „Kunstraum in der Katastrophe“ und „Wie wir einander mehr / weiter / nicht begegnen?“.

Weitere Projekte waren der Langzeit Lese, Performance und Diskussionskomplex „Situierte Dissonanz“ sowie die erste Mitgliederausstellung des Kunstvereins. Für ihre Arbeit wurde der Kunstverein Langenhagen in den vergangenen drei Jahren in Folge vom ADKV als einer der besten Kunstvereine Deutschlands nominiert.

Vorgänger bleiben dem Kunstverein verbunden

Sebastian Stein möchte künftig wieder stärker als Autor arbeiten. Gleichzeitig bleibt er als Assistent im ruine hq in Hannover sowie im acid collège aktiv und wird den Kunstverein Langenhagen weiterhin als freier Mitarbeiter unterstützen.

Birte Heier plant ihre zukünftige Arbeit zwischen kultureller Bildung, Organisation und Lehre. Auch sie bleibt dem Kunstverein verbunden und wird weiterhin verschiedene Vermittlungsformate organisieren.

Im aktuellen Bulletin des Kunstvereins reflektieren beide ihre Zeit in Langenhagen in einem gemeinsam verfassten Essay mit dem Titel „Die Katastrophe ist so weiterzumachen wie bisher“. Das Bulletin ist im Kunstverein erhältlich.

Zillig würdigt institutionskritischen Ansatz

Steffen Zillig kennt die Arbeit seiner Vorgänger gut. Als Künstler stellte er selbst im Jahr 2022 im Kunstverein Langenhagen aus, gemeinsam mit Soyon Jung in der Ausstellung „Nie wieder Gegenwart“.

Über die bisherige Leitung sagt er: „Die beiden waren unermüdlich, wenn es darum ging, die vorhandenen Strukturen auf die Probe zu stellen. Das hat ihre Arbeit ausgezeichnet und fand weit über die Stadt hinaus Beachtung. Ich werde dem wenig hinzufügen können.“

Zillig verfolgt bewusst einen anderen Ansatz: „Daher ist mein Ansatz ein ganz anderer: Statt den Kunstverein bis zur gedanklichen Selbstauflösung zu hinterfragen, will ich ein ebenso selbstbewusstes wie spielerisches Verständnis von Institution vermitteln.“

Seiner Ansicht nach hängt dies auch mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zusammen: „Aktuell erleben wir viele Institutionen der Moderne in der Defensive – soziale, kulturelle wie politische. Deren Verteidigung und Erneuerung kann aber nur gelingen, wenn sie ihren utopischen Kern nicht kleinrechnen. Und das ist in unserem Fall das Abenteuer der Gegenwartskunst. Wie ihr Name schon sagt, muss Gegenwartskunst sich mit der Gegenwart infizieren – mit all den damit verbundenen politischen und sozialen Komplikationen. Doch am Ende muss sie ihre Betrachter ‚als Kunst‘ verführen oder verprellen, also ‚als Kunst‘ streitbar werden. Nur so, glaube ich, könnte Gegenwartskunst nämlich umgekehrt auch die Gegenwart infizieren.“

Ausstellung „Wände bauen“ zeigt zeitgenössische Malerei

Mit der Ausstellung „Wände bauen“ eröffnet Zillig nun seine erste Schau als Leiter des Kunstvereins. Gezeigt wird überwiegend zeitgenössische Malerei von Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen.

Beteiligt sind Klaus Merkel, Nicolas Rausch, Christian Rothmaler, Stella Sieber, Peter Wächtler und Mara Wohnhaas. Die Ausstellung läuft vom 15. März bis zum 26. April 2026 im Kunstverein Langenhagen.

Zur Person: Steffen Zillig

Steffen Zillig studierte und promovierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Er war Mitglied der Künstlergruppe Galerie BRD und Mitbegründer des Donnerstag Blogs. Seit 2017 ist er Herausgeber des Künstlermagazins Intercity.

Zillig arbeitete außerdem als Redakteur und schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften über Kunst. Seine Collagen wurden unter anderem im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf, im Museum der bildenden Künste in Leipzig sowie im Neuen Museum in Nürnberg gezeigt.

Als Dozent war er an der Universität der Künste in Berlin von 2018 bis 2022 tätig, an der Hochschule für Künste in Bremen von 2025 bis 2026 und aktuell an der Kunstuniversität in Linz in Österreich.

Zwischen 2022 und 2025 betrieb er gemeinsam mit Andrzej Steinbach den Kunstraum „Briefing Room“ in Brüssel. Sein Buch „Ästhetik des Asozialen“ erschien 2023 bei Starfruit Publications. Für den Herbst ist die Anthologie „Nie wieder Gegenwart“ im Textem Verlag angekündigt.

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