350.000 Euro aus Denkmalschutzprogramm für Erneuerung der Anlagen in den Herrenhäuser Gärten vorgesehen
Hannover (pm/redk). Der Bund will die Modernisierung der Bewässerungsanlagen im Berggarten der Herrenhäuser Gärten mit 350.000 Euro fördern. Ein offizieller Bewilligungsbescheid steht zwar noch aus, die Förderzusage gilt jedoch bereits als wichtige Unterstützung für das Projekt. Das Geld stammt aus dem Denkmalschutz Sonderprogramm des Bundes.
Die Mittel sollen in die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Bewässerungsleitungen fließen. Diese gelten als entscheidend für den langfristigen Erhalt der vielfältigen Pflanzenwelt des botanischen Gartens.
Klimawandel erhöht Anforderungen an Pflege
Durch steigende Temperaturen und häufigere Trockenphasen infolge des Klimawandels ist die Pflege der Pflanzenbestände im Berggarten zunehmend anspruchsvoller geworden. Einige Arten und damit auch die über Jahrhunderte gewachsenen Pflanzensammlungen gelten als gefährdet.
„Ich bin sehr dankbar und freue mich sehr darüber, dass es den Herrenhäuser Gärten gelungen ist, diese Zuwendung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes zu akquirieren“, sagte Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender.
Auch die Direktorin der Herrenhäuser Gärten, Prof. Dr.-Ing. Anke Seegert, begrüßte die Förderzusage: „Die Zusage der Förderung bestätigt einmal mehr die Wertschätzung und den nationalen Rang der Herrenhäuser Gärten als einmaliges und erhaltenswertes Denkmal der Gartenkultur“.
Bewässerungssystem wird erneuert und automatisiert
Um die Zukunft des Berggartens zu sichern, soll das bestehende Bewässerungssystem umfassend modernisiert werden. Geplant ist, sämtliche Leitungen neu zu verlegen und zusätzliche Hydranten sowie Ventile inklusive Stromversorgung einzubauen. Nach den Arbeiten sollen die Oberflächen gemäß denkmalrechtlichen Vorgaben originalgetreu wiederhergestellt werden.
Die Umsetzung der Bauarbeiten ist aus finanziellen Gründen und damit der Garten weiterhin für Besucher geöffnet bleiben kann in mehreren Bauabschnitten vorgesehen. Im ersten Schritt sollen bis 2029 die grundlegenden Zuleitungen unter der Herrenhäuser Straße, die Bewässerungsleitungen im östlichen Teil des Gartens sowie im Eingangsbereich erneuert werden.
Die Arbeiten aus dem aktuellen Förderantrag sollen 2027 beginnen. Die Kosten für diesen Bauabschnitt werden derzeit auf rund 900.000 Euro geschätzt.
Berggarten mit rund 12.000 Pflanzenarten
Der Berggarten wurde ab 1704 angelegt und gehört gemeinsam mit dem Großen Garten und dem Georgengarten zum historischen Ensemble der Herrenhäuser Gärten. Auf einer Fläche von rund zwölf Hektar präsentiert der botanische Schaugarten etwa 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt.
Die Bewässerung des Freilandbereichs erfolgt über Wasser aus der Leine. Dieses wird über die Pumpen der historischen Wasserkunst in die den Großen Garten umgebende Graft geleitet und dort gefiltert. Anschließend fördert eine Pumpstation im Großen Garten das Wasser in den Berggarten, wo es über Regner oder per Hand mit Gießbrausen verteilt wird.
Die bestehenden Leitungen sind inzwischen stark gealtert. Teilweise drohten sie zu brechen, zudem entsprach der Wasserdruck nicht mehr dem aktuellen Bedarf.
Neue Technik soll Wasser effizienter nutzen
Mit dem neuen System soll die Bewässerung künftig automatisiert und bedarfsgerecht gesteuert werden können. Dadurch lässt sich Wasser gezielter und ressourcenschonender einsetzen.
Ein Vorteil liegt darin, dass künftig auch nachts oder in den frühen Morgenstunden bewässert werden kann. In diesen Zeiten verdunstet deutlich weniger Wasser. Bislang war dies aufgrund der Arbeitszeiten des Personals nicht möglich.
So kann das neue System auch auf Vorgaben reagieren, die etwa durch Allgemeinverfügungen der Region Hannover zu Bewässerungszeiten bei hohen Temperaturen erlassen werden.










