
Trotz vieler vereitelter Taten verursachen Telefonbetrüger Millionenschäden – Fokus auf internationale Täterstrukturen
Osnabrück/Lingen/Nordhorn/Leer/Emden/Aurich/Niedersachsen (pm/redk). Telefonbetrug durch organisierte Callcenter-Banden bleibt ein zentrales Problem, nicht nur in der Region Osnabrück und Ostfriesland. Derartige Betrugsversuche finden mittlerweile deutschlandweit statt. Zwar werden immer mehr Betrugsversuche frühzeitig erkannt und verhindert, dennoch ist der finanzielle Schaden für die meist älteren Opfer zuletzt gestiegen. Die Polizeidirektion Osnabrück, wie auch diverse weitere Polizeidirektionen in ganz Niedersachsen, intensivieren daher Ermittlungen und Präventionsarbeit – zunehmend auch mit internationaler Ausrichtung.
Betrugswellen durch falsche Polizisten
Telefonbetrüger haben weiterhin Hochkonjunktur. Allein am Abend des 25. Januar 2026 warnte die Polizei Osnabrück über ihren WhatsApp-Channel erneut vor einer aktuellen Betrugswelle durch falsche Polizisten in der Region um Osnabrück. Betroffen ist das gesamte Zuständigkeitsgebiet der Polizeidirektion Osnabrück – von Osnabrück über Lingen, Nordhorn, Leer und Emden bis nach Aurich. Aber auch in anderen Teilen von Niedersachsen, sogar deutschlandweit, kommt es immer wieder zu neuen Betrugsversuchen.
Obwohl viele Taten bereits im Versuchsstadium scheitern, belaufen sich die finanziellen Schäden weiterhin auf Millionenhöhe. Besonders ältere Menschen geraten ins Visier der Täter.
(Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention)
Schwerpunkt auf internationaler Ermittlungsarbeit
Die Bekämpfung von Callcenter-Betrug ist ein Schwerpunktthema der Polizeidirektion Osnabrück und erfolgt in enger Abstimmung mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Osnabrück. Dabei setzt die Polizei zunehmend auf internationale Kooperationen.
Jüngst beteiligte sich eine Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Osnabrück am europaweiten Projekt „CESA“. Das vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg koordinierte Projekt lief über zwei Jahre und vernetzte 24 polizeiliche Schwerpunktdienststellen, das Bundeskriminalamt, polnische Behörden sowie Europol. Ergebnis waren 16 unterstützte Großverfahren gegen organisierte Täterstrukturen im In- und Ausland sowie 23 erlassene Haftbefehle.
Prävention bleibt zentraler Baustein
Neben repressiven Maßnahmen spielt Prävention weiterhin eine Schlüsselrolle. In der Polizeidirektion Osnabrück reicht das Spektrum von Theaterstücken für Senioren bis hin zu Social-Media-Kampagnen. Im vergangenen Jahr konnten so Hunderte Betrugstaten verhindert werden, auch die Zahl der vollendeten Taten ging zurück.
Gleichzeitig stieg jedoch der Gesamtschaden der Opfer auf über eine Million Euro. Belastbare Zahlen für das Jahr 2025 werden erst mit der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik in den kommenden Wochen vorliegen.
Klare Worte der Polizeiführung
Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, betont die besondere Schwere der Taten: „Wir arbeiten mit Nachdruck an der Bekämpfung dieser besonders perfiden Betrugsmaschen zum Nachteil älterer Menschen. Nicht nur, dass die Opfer viel Vermögen und häufig auch persönliche Erinnerungsstücke verlieren – es bleibt die Angst und die Unsicherheit! Die Täter versetzen den Opfern mit ihren quälenden und hochemotionalen Anrufen einen Knacks, über den sie mitunter zeitlebens nicht hinwegkommen. Sich gezielt die Schwächeren in unserer Gesellschaft auszusuchen, sie unfassbar unter Druck zu setzen, ist einfach nur verabscheuungswürdig. Wir setzen von Osnabrück aus Ermittlungsgruppen ein, die international vernetzt sind und gemeinsam an dem Phänomen hart arbeiten – und erfolgreich sind. Neben komplexer Ermittlungsarbeit, ist vor allem eine intensive und breite Prävention nötig. Wir wollen die Taten verhindern, besser noch jeden Versuch, und diesen skrupellosen Tätern das Handwerk legen. Wenn Sie oder eine nahestehende Person betroffen ist, wenden Sie sich unverzüglich an die Polizei.“









