Start Hannover und Region DEHOGA Niedersachsen startet Kampagne zum Erhalt von Minijobs

DEHOGA Niedersachsen startet Kampagne zum Erhalt von Minijobs

Dirk Breuckmann
Dirk Breuckmann, Direktor des Maritim Airport Hotels in Hannover-Langenhagen und Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Niedersachsen. - Foto: Matthias Falk

Verband warnt vor steigenden Arbeitgeberkosten und fordert Stopp weiterer Belastungen

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen (DEHOGA Niedersachsen) hat gemeinsam mit dem Bundesverband und den weiteren Landesverbänden eine bundesweite Kampagne zum Erhalt von Minijobs gestartet. Mit einer neuen Mitmach-Plattform will der Verband über geplante und bereits beschlossene Veränderungen informieren und Beschäftigten sowie Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen einzubringen.

Nach Angaben des DEHOGA arbeiten bundesweit fast sieben Millionen Menschen in einem Minijob. Für das Gastgewerbe seien diese Beschäftigungsverhältnisse insbesondere für Einsätze am Abend, an Wochenenden und bei Veranstaltungen von Bedeutung.

Der Verband kritisiert mehrere politische Vorhaben und bereits beschlossene Veränderungen, durch die sich die Kosten von Minijobs für Unternehmen erhöhen könnten. Nach eigenen Berechnungen erwartet der DEHOGA einen Anstieg der Arbeitgeberabgaben bei gewerblichen Minijobs von derzeit 31,17 auf 42,27 Prozent des Arbeitsentgelts.

DEHOGA rechnet mit zusätzlichen Kosten

Für Unternehmen des Gastgewerbes könnten daraus nach Berechnungen des Verbandes zusätzliche Arbeitskosten von fast 72 Millionen Euro pro Jahr entstehen. Eine detaillierte Aufschlüsselung dieser Berechnung enthält die vorliegende Mitteilung nicht.

Dirk Breuckmann, Präsident des DEHOGA Niedersachsen, kritisiert die erwartete Entwicklung. Nach seiner Einschätzung könnten die verschiedenen Belastungen in ihrer Summe dazu führen, dass Minijobs für Unternehmen zunehmend unattraktiv werden. Wer sich politisch für den Erhalt dieser Beschäftigungsform ausspreche, müsse nach seiner Auffassung auch dafür sorgen, dass sie für Arbeitgeber bezahlbar bleibe. Gerade Menschen, die zusätzlich arbeiten wollten, müssten entsprechende Anreize erhalten.

Der Verband spricht in diesem Zusammenhang von einer drohenden „faktischen Abschaffung“ der Minijobs. Dabei handelt es sich um eine Bewertung des DEHOGA. Aus der vorliegenden Mitteilung geht nicht hervor, dass eine gesetzliche Abschaffung von Minijobs geplant ist.

Fast sieben Millionen Menschen arbeiten in Minijobs

Der DEHOGA verweist auf die Bedeutung der Beschäftigungsform für Menschen, die neben einer anderen Tätigkeit zusätzlich arbeiten. Nach Angaben des Verbandes nutzen fast 95 Prozent der knapp sieben Millionen Minijobbeschäftigten ihre Tätigkeit als Hinzuverdienst beziehungsweise zusätzliche Arbeit.

Dazu gehören nach Darstellung des Verbandes beispielsweise Menschen mit einem Hauptberuf sowie Studierende und Personen im Ruhestand. Der DEHOGA verweist außerdem auf Daten der Minijob-Zentrale, wonach lediglich für 5,3 Prozent ein Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung infrage komme.

Eine nähere Erläuterung zur Datengrundlage und dazu, wie diese 5,3 Prozent ermittelt wurden, enthält die Mitteilung nicht.

Für Hotels, Restaurants und andere gastronomische Betriebe seien Minijobs insbesondere deshalb relevant, weil der Personalbedarf häufig außerhalb klassischer Arbeitszeiten entstehe. Der Verband nennt hier Abende, Wochenenden und Veranstaltungen.

Plattform sammelt Erfahrungen von Beschäftigten und Betrieben

Mit der neuen Mitmach-Plattform will der DEHOGA die aus seiner Sicht relevanten politischen Veränderungen gebündelt darstellen. Dort sollen politische Vorhaben, Fakten, Forderungen, Dokumente und weitere Belege zusammengeführt werden. Bestandteil ist außerdem ein sogenannter Minijob-Check.

Darüber hinaus sucht der Verband Beschäftigte und Unternehmen, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit Minijobs berichten. Dabei soll es unter anderem darum gehen, weshalb sich Menschen für diese Beschäftigungsform entschieden haben und welche Auswirkungen höhere finanzielle Belastungen aus ihrer Sicht hätten.

Interessierte Minijobbeschäftigte und Unternehmen können sich nach Angaben des DEHOGA an ihren jeweiligen Landesverband wenden.

Mitmach-Plattform „Minijobs erhalten!“

Verband stellt mehrere Forderungen an die Politik

Der DEHOGA fordert, weitere finanzielle Belastungen bei Minijobs zu verhindern. Konkret spricht sich der Verband gegen Pflegeversicherungsbeiträge für Minijobs aus. Die Pauschsteuer soll nach seinen Vorstellungen bei zwei Prozent bleiben.

Außerdem fordert der DEHOGA, eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge auszusetzen sowie die bestehende Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung und die derzeitige Besteuerung beizubehalten.

Vor weiteren politischen Entscheidungen verlangt der Verband eine transparente Gesamtrechnung, in der die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen gemeinsam betrachtet werden.

Welche der vom DEHOGA angesprochenen Veränderungen bereits verbindlich beschlossen sind, welche sich noch in der politischen Diskussion befinden und zu welchen Zeitpunkten mögliche Änderungen in Kraft treten würden, wird in der vorliegenden Mitteilung nicht im Einzelnen aufgeschlüsselt.

Vorheriger ArtikelPolizei warnt vor „Easy Money“: Girokonto kann zur Betrugsfalle werden
Nächster ArtikelAktionswoche in Hannover: Polizei ahndet 460 Verstöße im Radverkehr