Start Hannover und Region Dunkelfeldstudie: GdP fordert mehr IT-Kompetenz für Polizei

Dunkelfeldstudie: GdP fordert mehr IT-Kompetenz für Polizei

Polizei - Statistik
Symbolbild: Polizei/Statistik - Quelle: Pixabay

Gewerkschaft sieht Handlungsbedarf bei digitalen Straftaten und der Anzeigenbereitschaft

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen fordert nach der Vorstellung der neuen Dunkelfeldstudie mehr spezialisierte IT-Kompetenzen, moderne Technik und ausreichend Personal für die Polizei. Die Befragung zeigt nach Angaben des Landes hohes Vertrauen in die Polizeiarbeit, zugleich aber zunehmende Kriminalitätsfurcht. 36,3 Prozent der Befragten berichten, innerhalb eines Jahres Opfer einer Straftat im digitalen Raum geworden zu sein.

Innenministerin Daniela Behrens und LKA-Präsident Thorsten Massinger stellten die „Befragung zu Sicherheit und Kriminalität in Niedersachsen 2025“ am 28. September 2026 vor. Rund 16.900 Menschen nahmen daran teil. Die Studie erfasst neben Opfererfahrungen auch das Sicherheitsgefühl und die Bewertung der Polizei.

Viele Straftaten werden nicht angezeigt

Nach Darstellung des Landes haben Unsicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht gegenüber der vorherigen Befragung zugenommen. Die größte Unsicherheit wird nachts im öffentlichen Nahverkehr wahrgenommen.

Ein gesonderter Teil der Befragung behandelt sexualisierte Grenzüberschreitungen und sexuelle Belästigung. Nach Angaben des Landes sind insbesondere Frauen betroffen. Viele Vorfälle würden nicht angezeigt, beeinflussten aber das Sicherheitsgefühl und führten dazu, dass Betroffene bestimmte Situationen im Alltag vermeiden. Konkrete Häufigkeiten nennt die vorliegende Mitteilung nicht.

Die GdP verweist auf die geringe Anzeigenbereitschaft: Nur 22 Prozent der in der Befragung für 2024 berichteten Straftaten seien angezeigt worden. Als einen Grund hätten Betroffene die Annahme genannt, die Polizei könne den Fall ohnehin nicht aufklären. Die Gewerkschaft fordert deshalb neben besseren technischen und personellen Voraussetzungen auch leichter zugängliche Kontaktmöglichkeiten zur Polizei und mehr Prävention.

Positive Bewertungen, offene Fragen zur Gleichbehandlung

Die GdP wertet das hohe Vertrauen als Bestätigung guter Polizeiarbeit. Nach den von ihr genannten Ergebnissen nehmen mehr als 90 Prozent der Befragten die Polizei unter anderem als bürgerfreundlich, höflich, professionell, ansprechbar und fachkundig wahr. 81 Prozent bewerten ihre Arbeit bei der Verbrechensbekämpfung positiv.

Bei der Wahrnehmung von Gleichbehandlung sieht GdP-Landesvorsitzender Kevin Komolka weiteren Klärungsbedarf: „Zwar stimmen 70 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Polizei Deutsche und Ausländer gleichbehandelt. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die dieser Aussage nicht oder nicht vollständig zustimmen, noch zu hoch. Darum gilt es, die Ursachen dieser Eindrücke herauszufinden und die Vertrauensarbeit konsequent fortzuführen“, so Komolka.

Land will Prävention und Opferschutz weiterentwickeln

Behrens kündigte an, die Ergebnisse für die Anpassung von Sicherheitsstrategien und Präventionsmaßnahmen zu nutzen. Als Schwerpunkte nannte sie digitale Kriminalität, Opferschutz, das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum und die Prävention sexualisierter Gewalt. Unterstützungsangebote für Betroffene sollen nach ihren Angaben gestärkt und auch digital leichter zugänglich werden.

Die Studie ist die sechste landesweite Dunkelfeldbefragung seit 2013. Sie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik um nicht angezeigte Straftaten, Opfererfahrungen und Einschätzungen zur persönlichen Sicherheit. Damit liefert sie Informationen, die aus den polizeilich erfassten Fällen allein nicht hervorgehen.

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