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Ehrenamtliche Johanniter trainieren den Ernstfall

Bevölkerungsschutz: Johanniter trainieren den Ernstfall Drei Tage lang lernen ehrenamtliche Johanniter aus Wunstorf, Ronnenberg und Langenhagen gemeinsam die Grundlagen im Bevölkerungsschutz.
Bevölkerungsschutz: Johanniter trainieren den Ernstfall Drei Tage lang lernen ehrenamtliche Johanniter aus Wunstorf, Ronnenberg und Langenhagen gemeinsam die Grundlagen im Bevölkerungsschutz. - Foto: JUH/Peer Gongoll

Johanniter aus Wunstorf, Ronnenberg und Langenhagen üben Bevölkerungsschutz in Bad Nenndorf

Hannover / Region (pm/redk). Rund 40 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter aus Wunstorf, Ronnenberg und Langenhagen haben an einer mehrtägigen Bevölkerungsschutz Übung teilgenommen. Auf dem THW Übungsgelände in Bad Nenndorf trainierten sie realitätsnah den Einsatz eines Sanitäts und Betreuungszuges bei einem angenommenen Hauseinsturz. Ziel war es, Menschenleben zu erhalten und die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz weiter zu festigen.

Ausbildung für den Ernstfall im Bevölkerungsschutz

Auf einem sonst leeren Supermarktparkplatz formiert sich ein kompletter Einsatzzug. Lastwagen, Führungsfahrzeuge und Mannschaftstransportwagen stehen bereit. Fast 40 Frauen und Männer der Johanniter Ortsverbände Wunstorf, Ronnenberg und Langenhagen bereiten sich auf ihren Auftrag vor. Das Szenario ist fiktiv, die Abläufe sind real. Angenommen wird ein Hauseinsturz mit zahlreichen Betroffenen. Vorauskräfte erkunden die Lage, erste Maßnahmen werden eingeleitet. Die Übung findet auf dem Trainingsgelände des Technischen Hilfswerks in Bad Nenndorf statt.

Für viele der Teilnehmenden markiert diese Übung einen wichtigen Meilenstein. Sie schließen mit ihr ihre Helfendengrundausbildung im Bevölkerungsschutz ab. In realen Notlagen stellen Hilfsorganisationen wie die Johanniter Unfall Hilfe spezialisierte Kontingente, darunter Sanitäts und Betreuungszüge, Rettungshundestaffeln, psychologische Notfallversorgung sowie Transport und Verpflegungseinheiten.

Drei Tage Theorie, zwei Wochenenden Praxis

Bereits im Vorfeld hatten 16 Ehrenamtliche aus allen drei Ortsverbänden drei Tage lang in der Johanniter Dienststelle in Wunstorf die Grundlagen des Bevölkerungsschutzes erlernt. Dazu gehört unter anderem der Aufbau von Behandlungsplätzen, die medizinische Erstversorgung von Verletzten sowie die Betreuung unverletzter Betroffener. In Bad Nenndorf bedeutete das konkret den Aufbau von drei Zelten und deren Vorbereitung für den Sanitätsbetrieb.

Der Ortsverband Wunstorf Steinhuder Meer und der nordhannoversche Ortsverband Langenhagen stellen jeweils einen eigenen Einsatzzug. Unterstützt werden sie durch den Ortsverband Ronnenberg Deister, dessen ausgebildete Ehrenamtliche die Sanitätsgruppen ergänzen. Dazu zählen Sanitätshelfende, Rettungssanitäterinnen und Notfallsanitäter.

„Bei Sanitätsdiensten auf Veranstaltungen lernen wir immer dazu, aber diese Grundausbildung für den Bevölkerungsschutz ist ein tolles Format für uns“, sagt der Ronnenberger Johanniter Michael Matthey. Der Lehrgang bereitet gezielt auf größere Schadenslagen vor, etwa Evakuierungen nach Bombenfunden oder Hochwasserereignisse wie Weihnachten 2023 in der Region Hannover.

Realistische Szenarien und überregionale Zusammenarbeit

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung ist der Umgang mit der umfangreichen Ausrüstung. Die Teilnehmenden lernen die zahlreichen Materialien auf Gerätewagen Sanität und Betreuung kennen, darunter aufblasbare Zelte, medizinisches Gerät, Stromaggregate, Heizungen, Beleuchtung und Verbrauchsmaterial. Unter Anleitung des Ausbildendenteams um Lehrgangsleiter Jonas Tumbrinck werden Leitungen gelegt, Generatoren in Betrieb genommen, Zelte aufgebaut und Grundlagen der Ladungssicherung vermittelt.

Am letzten Sonntag im März fügen sich alle Ausbildungsstränge zusammen. Vormittags wird in der Wunstorfer Stadtschule eine Betreuungsstelle mit Feldbetten eingerichtet. Anschließend geht es nach Bad Nenndorf, wo der Einsatzzug in ein besonders realistisches Übungsszenario eingebunden wird. Parallel endet dort ein Lehrgang der Johanniter Akademie Hannover zur Leitungskraft in der realistischen Unfalldarstellung. Geschminkte Verletzte und aufwendig gestaltete Schadenslagen sorgen für hohe Authentizität.

Mehrere Stunden lang arbeiten die Johanniter aus der Region Hannover gemeinsam mit acht Einsatzkräften aus dem Johanniter Regionalverband Lippe Höxter auf dem Gelände des Technisches Hilfswerk. Ihre Aufgabe ist klar definiert: Lebenserhaltung, Erstversorgung und Vorbereitung für den Transport in Kliniken.

Gut vorbereitet für künftige Einsätze

Lehrgangsleiter Jonas Tumbrinck zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Uns hat das viel Spaß gemacht. Alle Verbände haben toll zusammengearbeitet, und dieses gemeinschaftliche Lernen und Üben wollen wir weiter fortsetzen“, sagt er. Für die Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover bedeutet das vor allem eines: gut ausgebildete, engagierte Ehrenamtliche, die im Ernstfall schnell und professionell helfen können.

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