Start Blaulicht Europaweite Hilfe bei CBRN-Gefahren: Neue THW-Dekontaminations-Container einsatzbereit

Europaweite Hilfe bei CBRN-Gefahren: Neue THW-Dekontaminations-Container einsatzbereit

Europaweite Hilfe bei CBRN-Gefahren
Europaweite Hilfe bei CBRN-Gefahren: Neue THW-Technik einsatzbereit. - Foto: THW/Dirk Meissner

rescEU CBRN Decon Germany stärkt europäischen Katastrophenschutz mit mobiler Spezialtechnik

Bonn (pm/redk). Das Technische Hilfswerk (THW) ist ab sofort mit neuer Spezialtechnik zur Abwehr chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren europaweit einsatzbereit. Fünf neu entwickelte Dekontaminations-Container stehen der Einheit „rescEU CBRN Decon Germany“ künftig für Einsätze im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzes zur Verfügung. Die Container ermöglichen eine schnelle und effektive Entfernung gefährlicher Stoffe von Infrastruktur, Fahrzeugen und Verkehrsflächen.

Neue Technik für unsichtbare Gefahren

Die neuen Dekontaminations-Container wurden vom THW gemeinsam mit Partnern entwickelt und bilden ein zentrales Element der rescEU CBRN-Einheit. Sie kommen bei oft geruchlosen oder unsichtbaren Gefahren zum Einsatz. THW-Präsidentin Sabine Lackner betont:
„Als ein Herzstück der rescEU CBRN-Einheit dienen diese neuen Dekontaminations-Container den THW-Einsatzkräften bei der Abwehr von oft geruchlosen oder unsichtbaren Gefahren. Wir können damit auf schwerwiegende CBRN-Verschmutzungen schnell und effektiv reagieren. Das stärkt die europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz.“

Einweisung und Übergabe im Logistikzentrum

europaweite hilfe bei cbrn-gefahren
europaweite hilfe bei cbrn-gefahren: neue thw-technik einsatzbereit. – foto: thw/dirk meissner

Am THW-Logistikzentrum Baden-Württemberg wurden Einsatzkräfte nun in die Handhabung der neuen Container eingewiesen. Im Anschluss erfolgte die offizielle Übergabe der Technik durch den Hersteller. Mit der enthaltenen Ausstattung können speziell geschulte ehrenamtliche THW-Kräfte künftig Straßen, Gebäude und Fahrzeuge dekontaminieren, wenn diese mit gefährlichen Substanzen kontaminiert wurden.

Mobil und flexibel in ganz Europa einsetzbar

Die Einheit „rescEU CBRN Decon Germany“ ist modular aufgebaut und europaweit einsetzbar. Die zehn Fuß langen Decon-Container sind autark und auf LKW mit Pritsche verlastbar. Im THW ist der Transport mit neuen LKW mit Ladekran und Seilwinde vorgesehen, wie sie auch in den Fachgruppen Wassergefahren genutzt werden. Dadurch ist die Einheit besonders flexibel und schnell verlegbar.

Kompakte Container mit hoher Leistungsfähigkeit

Trotz ihrer kompakten Bauweise enthalten die Container umfangreiche Technik, darunter Stromaggregate, Mischgeräte für Chemikalien sowie Geräte zur Ausbringung von Dekontaminationsmitteln. Alle drei taktischen Schritte der Dekontamination – Vorwäsche, Aufbringung der Mittel und Nachwäsche – können durchgeführt werden. Fahrzeuge und Infrastrukturbestandteile lassen sich parallel dekontaminieren. Zusätzlich steht eine Vorrichtung zur Straßenreinigung zur Verfügung, die am Fahrzeug montiert werden kann.

EU-finanzierte strategische Reserve

insgesamt umfasst „resceu cbrn decon germany“ vier teileinheiten mit insgesamt 300 einsatzkräften vom thw und der bundespolizei.
insgesamt umfasst „resceu cbrn decon germany“ vier teileinheiten mit insgesamt 300 einsatzkräften vom thw und der bundespolizei. – foto: thw/dirk meissner

„rescEU CBRN Decon Germany“ ist von der Europäischen Union gelistet und finanziert und steht unter permanentem Einsatzvorbehalt der Europäischen Kommission. Die Einheit wird angefordert, wenn Mitgliedstaaten bei großflächigen CBRN-Schadenslagen Unterstützung benötigen und diese über das EU-Katastrophenschutzverfahren anfordern.

Ergebnis internationaler Zusammenarbeit

Bereits seit 2022 entwickelte das THW gemeinsam mit der Bundespolizei und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die bislang umfangreichste europäische Dekontaminationseinheit. Die technische Umsetzung erfolgte durch die Firma Kärcher Futuretech. Insgesamt umfasst die Einheit vier Teileinheiten mit rund 300 Einsatzkräften von THW und Bundespolizei, mehr als 60 Fahrzeugen sowie umfangreicher Dekontaminationsausstattung. Die neuen Container werden künftig durch das THW betrieben.

Einsatzbereitschaft ab Ende 2026

Als strategische Reserve der EU wird „rescEU CBRN Decon Germany“ ab Ende 2026 europaweit bei großflächigen CBRN-Schadenslagen einsatzbereit sein. Die EU investierte über einen Zeitraum von vier Jahren 37,5 Millionen Euro in den Aufbau der Einheit. „Dank der Finanzierung durch die EU, die über einen Zeitraum von vier Jahren 37,5 Millionen Euro investierte, wird die Resilienz Europas bei Großschadenslagen weiter ausgebaut. Das stärkt die europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz und ist ein wichtiges Signal der EU in Krisenzeiten“, so THW-Präsidentin Lackner.

Im Juni wird die gesamte rescEU CBRN Decon-Kapazität ihre Leistungsfähigkeit bei einer groß angelegten Übung im Großraum Köln unter Beweis stellen.

Das THW im Bevölkerungsschutz

Das Technische Hilfswerk ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Rund 88.000 Freiwillige engagieren sich bundesweit im Bevölkerungsschutz. Neben Einsätzen im Inland übernimmt das THW weltweit technische und logistische Aufgaben im Auftrag der Bundesregierung, der Europäischen Union sowie von Organisationen der Vereinten Nationen.

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