Käuferschutzgebühr entfällt vorerst – Verkauf setzt Kundenkonto voraus
München – (KI/redaktionell geprüft). Auf dem neuen deutschen Second-Hand-Marktplatz von IKEA sind nach Unternehmensangaben innerhalb der ersten Woche mehr als 6.500 Produkte eingestellt worden. Über 4.100 IKEA Family Mitglieder nutzten das am 14. Oktober 2026 gestartete Angebot. Die Plattform vermittelt gebrauchte Möbel und Wohnaccessoires der Marke direkt zwischen Käuferinnen und Käufern.
Besonders häufig werden derzeit Ordnungssysteme und andere Aufbewahrungslösungen angeboten. Daneben finden sich laut IKEA ältere Stücke, darunter eine mundgeblasene Vase aus der STOCKHOLM-Kollektion der 1990er-Jahre. Wie viele der eingestellten Produkte bereits verkauft wurden, teilte das Unternehmen nicht mit.
Rund 60 Prozent der auf dem Marktplatz aktiven IKEA Family Mitglieder entfallen nach Unternehmensangaben auf neue oder reaktivierte Konten.
Kostenloses Einstellen, vorerst keine Käuferschutzgebühr
Betrieben wird der Marktplatz von der Ingka Gruppe, dem größten IKEA-Einzelhändler. Die Angebote können auch ohne Kundenkonto angesehen werden. Wer kaufen oder verkaufen möchte, benötigt dagegen einen kostenlosen IKEA Family Account.
Das Einstellen und Verkaufen von Produkten ist kostenlos. Zum Start verzichtet die Plattform außerdem vorerst auf die Käuferschutzgebühr, die regulär fünf Prozent des Kaufpreises beträgt. Einen Endtermin für diese Startregelung nennt IKEA nicht.
Eigene Fotos werden durch Produktinformationen ergänzt
Für eine Anzeige fotografieren Verkäuferinnen und Verkäufer zunächst ihr gebrauchtes IKEA-Produkt. Die Plattform stellt anschließend nach Unternehmensangaben Preisempfehlungen, Produktbilder und Maßangaben bereit. Die vorgeschlagenen Informationen können für das Inserat übernommen werden.
Zustand und Verkaufspreis lassen sich individuell anpassen. Vor der Veröffentlichung wird die Anzeige geprüft und freigegeben. Neben dem selbst aufgenommenen Foto erscheinen zusätzliche Produktbilder von IKEA; die jeweilige Herkunft der Bilder wird gekennzeichnet.
Käuferinnen und Käufer erhalten außerdem Informationen zu Montage, Pflege und verfügbaren Ersatzteilen.
Überweisung oder Guthabenkarte als Auszahlung
Beim Verkauf stehen zwei Auszahlungswege zur Wahl: Der vollständige Verkaufswert kann überwiesen oder als IKEA-Guthabenkarte ausgegeben werden.
Wer sich für die Guthabenkarte entscheidet, erhält zum Start zusätzlich einen Coupon im Wert von 15 Prozent des Verkaufswerts für einen nächsten Einkauf bei IKEA. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Einkaufscoupon, nicht um einen höheren Überweisungsbetrag. Die Zahlungsabwicklung übernimmt laut Unternehmen ein zertifizierter Zahlungsdienstleister.
Deutschland folgt auf andere europäische Märkte
Vor dem Start in Deutschland wurde der Marktplatz zunächst in Spanien und Norwegen getestet. Weitere Einführungen folgten 2025 und 2026 unter anderem in Portugal, Polen, Schweden, Belgien und dem Vereinigten Königreich.
Die Erfahrungen aus diesen Ländern seien in die Entwicklung des deutschen Angebots eingeflossen. Charlotte Miles, Country Sales Manager bei IKEA Deutschland, begründet den Ausbau mit einer wachsenden Nachfrage nach gebrauchten Möbeln und Wohnaccessoires sowie veränderten Erwartungen an den Onlinehandel.
Kirsten Andersson, Managing Director Platform & Marketplaces bei der Ingka Gruppe, beschreibt das Ziel so: „Mit dem Start des IKEA Second-Hand-Marktplatzes in Deutschland machen wir noch mehr erschwingliche IKEA Produkte zugänglich. Unser Ziel ist es, Menschen einen einfachen Zugang zum Kauf und Verkauf gebrauchter IKEA Produkte zu ermöglichen. So wollen wir eine einfache und attraktive Möglichkeit schaffen, Möbel und Wohnaccessoires zu kaufen und zu verkaufen“.
Unternehmen verweist auf wachsenden Gebrauchtmarkt
Zur Einordnung nennt IKEA Marktdaten, denen zufolge der deutsche Second-Hand-Markt für Einrichtung zwischen 2019 und 2024 im Jahresdurchschnitt um 4,4 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro gewachsen ist. Für 2030 wird ein Volumen von rund 2,9 Milliarden Euro erwartet. Den Anteil von IKEA-Produkten an diesem Markt beziffert das Unternehmen für 2024 auf 7,7 Prozent.
Der Onlineanteil am Marktvolumen stieg den genannten Zahlen zufolge von 46 Prozent im Jahr 2019 auf 58 Prozent im Jahr 2024. Außerdem verweist IKEA auf eine Befragung in 30 Ländern: Danach gibt etwa jede fünfte befragte Person an, Haushaltsgegenstände oder Möbel überwiegend oder ausschließlich gebraucht zu kaufen.
Der deutsche Marktplatz ist unter secondhand.ikea.com/de/de erreichbar.










