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MHH eröffnet zweiten Simulationssaal für die zahnmedizinische Ausbildung

Neue Simulationssäle für die zahnmedizinische Ausbildung in der MHH.
Neue Simulationssäle für die zahnmedizinische Ausbildung in der MHH. - Foto Karin Kaiser/MHH

Land investiert mehr als 13 Millionen Euro

Hannover. Zahnmedizinstudierende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) können jetzt an insgesamt 92 digitalen Simulationseinheiten üben, bevor sie Patienten behandeln. Mit der Inbetriebnahme des zweiten Simulationssaals ist ein anderthalbjähriges Bauprojekt abgeschlossen. Nach Angaben der Hochschule hat das Land Niedersachsen mehr als 13 Millionen Euro in die Modernisierung und Digitalisierung der zahnmedizinischen Lehre investiert.

Wissenschaftsminister Falko Mohrs nahm den zweiten Saal bei einem Besuch der MHH offiziell in Betrieb. Der erste war bereits im August 2025 fertiggestellt worden. Die Bauarbeiten fanden während des laufenden Hochschulbetriebs statt.

Behandlungen am Phantomkopf trainieren

Die sogenannten Phantomköpfe ermöglichen es den Studierenden, praktische Behandlungsschritte an Modellen zu erlernen. Genutzt werden die Säle vor allem von der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde sowie der Klinik für Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde.

Alle Übungseinheiten sind über ein Lehrnetzwerk verbunden. Demonstrationen können mit Mikroskopen und Kameras aufgenommen und gleichzeitig auf die Monitore der einzelnen Arbeitsplätze übertragen werden. Dabei lassen sich unterschiedliche Kameraperspektiven und Inhalte verschiedener Computerarbeitsplätze einbeziehen.

An besonderen Simulationseinheiten können Studierende zudem individuelle Patientenfälle anhand digitaler Aufnahmen aus dem Mundraum virtuell bearbeiten. Nach Angaben von Prof. Dr. Nadine Schlüter, Geschäftsführender Direktorin des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Direktorin der Klinik für Zahnerhaltung, lassen sich dabei auch komplexe Maßnahmen wie Wurzelkanalbehandlungen trainieren. Ziel sei es, mehr Sicherheit für die spätere Behandlung zu gewinnen und dabei Ressourcen zu schonen.

Zahnersatz selbst entwerfen, fräsen und einsetzen

Wie die digitale Ausbildung in der Prothetik abläuft, erläutert Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde sowie MHH-Dekanin für Forschung und Transfer: Zunächst bereiten die Studierenden am Phantomkopf Zähne für Kronen oder Brücken vor. Anschließend erfassen sie diese mit einem Intraoralscanner digital.

Auf Basis der Scandaten entwerfen sie den Zahnersatz am Computer. Danach wird er im Fräsverfahren hergestellt und am Phantomkopf eingesetzt. So üben die Studierenden die gesamte Abfolge von der Vorbereitung des Zahns bis zur fertigen Versorgung.

MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner sieht in dem Training unter realitätsnahen Bedingungen auch einen Beitrag zur Patientensicherheit. Komplexe Behandlungsschritte könnten eingeübt werden, bevor Studierende Verantwortung für Patienten übernehmen.

Neue Studienanforderungen erhöhen den Platzbedarf

Der bisherige Phantomkursraum war seit 1993 in Gebrauch. Neben dem Sanierungsbedarf nennt die MHH die neue Zahnärztliche Approbationsordnung als Grund für die Erweiterung. Nach Darstellung der Hochschule führt die Aufteilung des Studiums in drei statt zuvor zwei Abschnitte zu zusätzlichen Anforderungen an Lehre und Prüfungen.

Dazu gehören mehr Unterricht in Kleingruppen, veränderte Prüfungsformate und eine andere Zusammensetzung der Prüfungskommissionen. Zugleich werden weniger Studierende pro Lehrperson betreut. Dafür mussten die Kapazitäten der Übungsräume erweitert werden.

Erstes großes Projekt unter eigener Bauherrenverantwortung

Die beteiligten Kliniken waren nach Angaben der Hochschule von Beginn an eng in die Planung eingebunden. Für die MHH markiert das Projekt zugleich einen Schritt in der Organisation ihrer Bauvorhaben.

Projektleiter und Architekt Lutz Jürgens erklärt: „Die MHH hat Anfang 2023 mit Neugründung des Geschäftsbereichs VI Baumanagement die Bauherrenverantwortung für die MHH-Liegenschaft vom Staatlichen Baumanagement Niedersachsen übernommen. Die Sanierung und Erweiterung der Phantomkurssaalkapazitäten ist die erste große Maßnahme der MHH als Bauherrin. Das Projekt wurde planmäßig innerhalb des Budgets fertig gestellt.“

Text mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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