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Mut, der Leben rettet: Polizei Hannover ehrt Menschen für Zivilcourage

Symbolbild: Zivilcourage
Symbolbild: Zivilcourage. - Quelle: LGHNews / KI-generiert

Lebensrettung, Hilfe bei Angriffen und vereitelter Betrug: Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten würdigt couragiertes Eingreifen

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Sie retteten Menschenleben, griffen bei Gewalttaten ein, verhinderten einen Betrug oder unterstützten Polizeikräfte in gefährlichen Situationen: Die Polizeidirektion Hannover hat anlässlich des Tages der Zivilcourage Bürgerinnen und Bürger für ihr beherztes Handeln ausgezeichnet. Bei einem Festakt am Freitag, 18. September 2026, erhielten acht der Geehrten persönlich ihre Urkunden. Fünf weitere ausgezeichnete Ersthelferinnen und Ersthelfer konnten an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

Die Polizeipräsidentin würdigte dabei insbesondere die Bereitschaft der Geehrten, in entscheidenden Situationen hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen. Durch schnelles und beherztes Handeln seien Menschenleben gerettet und Straftaten verhindert worden. Zugleich machte sie deutlich, dass Zivilcourage nicht bedeute, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Mit einer Hundeleine vor dem Ertrinken gerettet

Wie unterschiedlich Zivilcourage aussehen kann, zeigen die Fälle, für die die Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet wurden. Am 17. November 2025 bemerkten eine damals 55-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann eine im Mittellandkanal treibende Person. Mit einer Hundeleine gelang es den beiden Passanten, den Menschen aus dem Wasser zu ziehen und vor dem Ertrinken zu retten.

Am 3. Mai 2026 griffen eine 58-jährige Frau und ihr 59 Jahre alter Ehemann ein, als drei Angreifer an der Stadtbahnhaltestelle Papenwinkel in Hannover-Vahrenheide auf einen Mann einschlugen. Dabei wurde auch das Ehepaar von den Angreifern niedergeschlagen.

Zwei weitere Männer im Alter von 42 und 56 Jahren wurden auf die Situation aufmerksam und kamen den Angegriffenen zu Hilfe. Durch das gemeinsame Auftreten der Helfer ergriffen die drei Angreifer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren schließlich die Flucht.

16-Jähriger verfolgt Flüchtigen mit E-Scooter

Für eine ungewöhnliche Unterstützung der Polizei wurde ein Jugendlicher aus Hannover geehrt. Als am 30. Juni 2026 ein 26-Jähriger aus dem Polizeigewahrsam an der Wunstorfer Straße in Hannover-Limmer flüchtete, nahm der damals 16-Jährige mit seinem E-Scooter die Verfolgung auf.

Er blieb nach Angaben der Polizei an dem Flüchtenden und ermöglichte dadurch den nachrückenden Beamtinnen und Beamten, den Mann wieder festzunehmen.

Auch eine 55-jährige Hannoveranerin bewies Aufmerksamkeit. Sie erkannte am 2. September 2026 einen Betrugsversuch zum Nachteil einer 86 Jahre alten Frau und verständigte die Polizei. Einsatzkräfte nahmen den mutmaßlichen Geldabholer wenig später an der Hildesheimer Straße fest.

Wohnungsbrand rechtzeitig entdeckt

Fünf weitere ausgezeichnete Helferinnen und Helfer konnten nicht persönlich am Festakt teilnehmen. Unter ihnen ist eine 62-jährige Hannoveranerin, die am 5. April 2026 einen Wohnungsbrand in der Straße „Am Uhrturm“ in Hannover-Döhren bemerkte.

Nach Angaben der Polizei war das Feuer durch einen Toaster verursacht worden. Die Frau griff selbst ein und löschte die Flammen, bevor die Feuerwehr die weiteren Löscharbeiten übernahm. Sie und zwei Polizeikräfte erlitten Rauchgasintoxikationen und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Ein Gebäudeschaden konnte laut Polizei durch das frühzeitige Eingreifen verhindert werden.

Zeugin verhindert weiteren Übergriff auf Elfjährige

Besondere Aufmerksamkeit bewies auch eine damals 65-jährige Frau aus Barsinghausen. Sie beobachtete am Abend des 26. Juli 2025 einen Übergriff eines Mannes auf ein elfjähriges Mädchen an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Barsinghausen.

Die Frau verständigte umgehend die Polizei und gab wichtige Hinweise zum Geschehen. Diese trugen nach Angaben der Polizei zur Festnahme des Tatverdächtigen bei. Der Mann befand sich zum Zeitpunkt der Mitteilung in Untersuchungshaft.

27-Jähriger reanimiert zusammengebrochene Frau

Ein 27-Jähriger wurde für seinen Einsatz am 2. Januar 2026 ausgezeichnet. Auf der Verteilerebene der Stadtbahn brach eine Frau plötzlich zusammen und hatte keinen Puls mehr. Der Mann alarmierte den Rettungsdienst und begann mit der Reanimation.

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte setzte er die Wiederbelebungsmaßnahmen fort. Anschließend wurde die Frau zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.

Auch zwei Männer im Alter von 56 und 60 Jahren unterstützten Polizeikräfte in einer gefährlichen Situation. Bei einer Verkehrskontrolle am 2. Juni 2026 an der Berliner Allee in der hannoverschen Südstadt versuchte ein Mann laut Polizei zu flüchten und griff Polizeibeamte mit Schlägen und Bissen an. Die beiden Helfer schritten ein und unterstützten die Einsatzkräfte dabei, den Angreifer zu überwältigen.

Polizei: Eigene Sicherheit geht vor

Bei aller Anerkennung für das Eingreifen der Geehrten weist die Polizei darauf hin, dass Zivilcourage nicht mit unnötiger Selbstgefährdung verbunden sein sollte. Entscheidend sei es, eine Situation richtig einzuschätzen und besonnen zu reagieren.

Auch ohne selbst unmittelbar einzugreifen, können Zeuginnen und Zeugen wichtige Hilfe leisten. Dazu gehören das Wählen des Notrufs 110, das gezielte Ansprechen weiterer Passanten und das Beobachten des Geschehens aus sicherer Entfernung. Genaue Täterbeschreibungen und Informationen über Fluchtrichtungen können der Polizei anschließend wichtige Hinweise für die weiteren Ermittlungen liefern.

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