
Sein erster Hubschraubereinsatz führte ihn nach Langenhagen-Wiesenau
Hannover. Fast vier Jahrzehnte gehörte Philip Rohmann zur Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 4. Ende 2026 scheidet der Notfallsanitäter nach Angaben der Johanniter aus dem aktiven Dienst aus. Seit seinem Dienstantritt auf dem Hubschrauber im Jahr 1988 flog der als „Pille“ bekannte Rettungsdienstmitarbeiter mehr als 19.000 Einsätze.
Seinen ersten Einsatz mit Christoph 4 hatte Rohmann in Langenhagen-Wiesenau: Von der Station an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ging es zu einem häuslichen Unfall. Später gehörten auch Großschadenslagen wie das Zugunglück von Eschede im Juni 1998 und Einsätze zur Versorgung schwer verletzter, eingeklemmter Menschen zu seiner Arbeit.
Mit Karte auf dem Schoß zum Einsatzort
Die Johanniter erinnern an einen Arbeitsalltag, der sich seit Rohmanns Anfängen erheblich verändert hat. Damals begann der Dienst um 05:30 Uhr, der Feierabend wurde vom Piloten angewiesen. Zur Navigation lag eine Generalstabskarte auf dem Schoß. Ging die Orientierung verloren, konnte ein Ortseingangsschild aus dem Schwebeflug heraus bei der Positionsbestimmung helfen; anschließend wurde das Ziel auf der Karte abgeglichen.
Rohmann war als HEMS-TC an Bord tätig. Die Abkürzung steht für „Helicopter Emergency Medical Service-Technical Crew Member“. Während seiner Laufbahn wurde er Lehrrettungsassistent und qualifizierte sich 2015 an der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen in Hannover zum Notfallsanitäter.
Thorsten Ernst, Fachbereichsleitung Notfallversorgung der Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen, würdigt neben Rohmanns fachlicher Entwicklung vor allem seinen Einsatz für Patienten: „Was ihn besonders auszeichnet, ist nicht nur seine Qualifikation, sondern auch seine Haltung: verlässlich, hilfsbereit und im Zweifel auch streitbar, wenn es darum ging, für seine Patienten die bestmögliche Versorgung durchzusetzen“.
Seit der Jugend mit den Johannitern verbunden
Rohmanns Verbindung zu den Johannitern begann bereits vor seiner hauptamtlichen Tätigkeit. Als Jugendlicher engagierte er sich dort, 1977 trat er mit 16 Jahren in die Johanniter-Unfall-Hilfe ein. Ein Jahr später verpflichtete er sich für zehn Jahre im Katastrophenschutz. Den Abschlusslehrgang zum Rettungssanitäter bestand er 1980.
Auf eine erste hauptamtliche Tätigkeit folgte ein kurzer Abstecher in ein Studium des Wasser- und Bodenmanagements. 1987 kehrte Rohmann in den aktiven Rettungsdienst zurück, im darauffolgenden Jahr begann seine Zeit auf Christoph 4.
Zusammenhalt auf der Station und gemeinsame Mahlzeiten
Neben den Einsätzen prägte das Miteinander auf der Station die Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Besatzungsmitgliedern von Johannitern und MHH sowie den Piloten der Fliegerstaffel. Dort wurde gemeinsam gearbeitet, gekocht und gegenseitige Unterstützung geleistet.
Sein Crew-Kollege Marc Lüpkemann, ebenfalls HEMS-TC, beschreibt die Verbindung so: „Auf ihn war immer Verlass, wenn es ernst wurde für Kollegen, Partnerorganisationen und Freunde. Aus dieser besonderen, gemeinsamen Arbeit sind beruflich wie privat viele enge Verbindungen entstanden.“
Nach Darstellung der Johanniter wird das Team auch Rohmanns Scherze, Grillaktionen und seine selbst gemachten „Hackemollies“ vermissen – Buletten mit reichlich Knoblauch. Für den heute in Laatzen lebenden Rohmann soll im Ruhestand mehr Zeit für das Kochen, Motorradtouren und Spiele der Hannover Indians und von Hannover 96 bleiben. Zu seinen weiteren Interessen zählen Einkäufe in Baumärkten und bei der Metro sowie der Humor von Dietmar Wischmeyer.
Text mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.









