Start Hannover und Region Mehr Teilhabe ermöglichen: Niedersachsen startet große Online-Umfrage für Menschen mit Beeinträchtigungen

Mehr Teilhabe ermöglichen: Niedersachsen startet große Online-Umfrage für Menschen mit Beeinträchtigungen

Grafik Behinderung / Beeinträchtigung
Symbolbild - Grafik Behinderung / Beeinträchtigung - Quelle: Pixabay

Sozialminister ruft zur Teilnahme auf – Erfahrungen sollen Inklusion im Land gezielt verbessern

Hannover (pm/redk). Wie erleben Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Alltag in Niedersachsen? Wo gibt es Barrieren, wo Fortschritte – und wo konkreten Handlungsbedarf? Um diese Fragen fundiert zu beantworten, startet das Land Niedersachsen eine landesweite Online-Umfrage zur Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Ergebnisse sollen helfen, die Teilhabe in zentralen Lebensbereichen künftig gezielt zu verbessern.

Die Online-Umfrage ist Teil einer umfassenden Teilhabeanalyse, die von der Niedersächsischen Landesregierung initiiert wurde. Im Auftrag des Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung führen die Forschungsinstitute Prognos AG und Prointent die Erhebung durch. Ziel ist es, ein möglichst klares und realistisches Bild der aktuellen Herausforderungen und Chancen von Menschen mit Beeinträchtigungen in Niedersachsen zu gewinnen.

Fokus auf Arbeit, Wohnen und Gesundheit

Im Mittelpunkt der Befragung stehen zentrale Lebensbereiche wie Arbeit, Wohnen, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe. Die gewonnenen Daten sollen zeigen, wo bestehende Angebote greifen und wo Strukturen weiterentwickelt werden müssen. Die Umfrage richtet sich an Menschen mit einer dauerhaften Erkrankung oder Behinderung, die ihren Wohnsitz in Niedersachsen haben und mindestens 16 Jahre alt sind.

Die Teilnahme ist anonym und ab sofort bis zum 31. Mai 2026 möglich. Die Online-Umfrage ist unter www.ms.niedersachsen.de/umfrage erreichbar.

Sozialminister wirbt für breite Beteiligung

Sozialminister Dr. Andreas Philippi betont die zentrale Bedeutung der Beteiligung der Betroffenen: „Niemand kennt die Barrieren im Alltag besser als die Menschen, die täglich mit ihnen konfrontiert sind. Ihre persönlichen Erfahrungen sind der Schlüssel, um Niedersachsen inklusiver zu gestalten. Ich rufe daher alle Niedersächsinnen und Niedersachsen mit Beeinträchtigungen auf: Nehmen Sie an der Umfrage teil! Je mehr Stimmen wir hören, desto präziser können wir dort ansetzen, wo der Handlungsbedarf am größten ist. Besonders wichtig ist uns dabei auch die Perspektive von Menschen mit Beeinträchtigungen, die in Wohneinrichtungen leben.“

Starke Stimme für Betroffene

Auch die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Annetraud Grote, unterstreicht den Stellenwert der Umfrage: „Teilhabe kann man nicht vom Schreibtisch aus beurteilen – wir brauchen die Erfahrungen der Menschen mit Beeinträchtigungen in Niedersachsen. Diese Umfrage gibt den Betroffenen eine starke Stimme. Ich unterstütze diesen Aufruf ausdrücklich, denn echte Inklusion gelingt nur gemeinsam mit den Expertinnen und Experten in eigener Sache.“

Grundlage für künftige Landespolitik

Die Teilhabeanalyse ist langfristig angelegt und dient als zentrale Datengrundlage für die Weiterentwicklung der Inklusionspolitik des Landes. Sie orientiert sich an der UN-Behindertenrechtskonvention, die die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft als Menschenrecht festschreibt.

In enger Abstimmung mit dem Aktionsplan Inklusion werden verschiedene Daten erhoben, um die Umsetzung der UN-Konvention in Niedersachsen messbar zu machen. Zu den Schwerpunkten zählen die Teilhabe am Arbeitsleben, der Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie die kommunale Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen.

Die Ergebnisse der Analyse sollen im Sommer 2027 veröffentlicht werden. Sie bilden die Grundlage für zukünftige Maßnahmen der Landesregierung sowie für die Fortschreibung des Aktionsplans Inklusion. Ziel ist es, Teilhabemöglichkeiten nachhaltig zu stärken und Niedersachsen Schritt für Schritt inklusiver zu gestalten.

Vorheriger ArtikelDie Leitstelle von morgen: INTERSCHUTZ 2026 zeigt Zukunftstechnologien für mehr Sicherheit
Nächster ArtikelSieben Auszeichnungen für Hannover: Berggarten-Orchideen begeistern auf Weltkonferenz