Repräsentativbefragung zeigt Wissensvorsprung bei unter 35-Jährigen
Köln. Wie gut ist die Bevölkerung in Deutschland über Organ- und Gewebespende informiert? Eine aktuelle repräsentative Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zeigt: Vor allem jüngere Generationen verfügen über ein vergleichsweise hohes Faktenwissen. Der nun veröffentlichte Gesamtbericht liefert detaillierte Einblicke in Wissensstand, Einstellungen und Informationslücken – und macht deutlich, wo weiterer Aufklärungsbedarf besteht.
Jüngere Altersgruppen mit hohem Faktenwissen zur Organspende
Besonders gut informiert sind laut Studie die Altersgruppen bis 35 Jahre. Fast jede zweite befragte Person im Alter von 26 bis 35 Jahren (49 Prozent) wird als „gut informiert“ eingestuft. Auch bei den 14- bis 25-Jährigen zeigt sich ein deutlicher Wissenszuwachs: Ihr Anteil an gut informierten Personen ist seit 2016 von 32 auf 45 Prozent gestiegen. Der Wissensstand der Gesamtbevölkerung hat sich im gleichen Zeitraum hingegen nur leicht verbessert.
Insgesamt gelten knapp 40 Prozent der Befragten als gut informiert, 57 Prozent als mäßig informiert. Vier Prozent weisen deutliche Wissenslücken auf.
Zentrale Wissenslücken bleiben bestehen
Trotz des insgesamt positiven Trends zeigen sich weiterhin Informationsdefizite. So weiß fast die Hälfte der Befragten nicht, dass es keine Altersgrenze für eine Organ- oder Gewebespende gibt. Zwar sind 79 Prozent darüber informiert, dass der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen – der Hirntod – Voraussetzung für eine Organentnahme ist, jedoch gehen 17 Prozent fälschlicherweise vom Herztod aus.
Zudem bestehen unterschiedliche Vorstellungen darüber, was der Hirntod medizinisch bedeutet. Um hier mehr Klarheit zu schaffen, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit mehrere Erklärfilme produziert, die auch aktuelle Diskussionen in sozialen Medien aufgreifen.
Bedeutung fundierter Information für persönliche Entscheidungen
Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, betont: „Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist sehr persönlich. Wer jedoch die medizinischen Grundlagen kennt, kann diese Entscheidung besser im Einklang mit den eigenen Werten treffen. Wer sich bereits zu Lebzeiten mit dem Thema beschäftigt, erspart zudem seinen Angehörigen die Last, im Ernstfall unter großer emotionaler Belastung entscheiden zu müssen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und den eigenen Willen zu dokumentieren – im Organspendeausweis, in der Patientenverfügung oder im Organspende-Register.“
Grundlage der Studie
Für die Studie „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende“ wurden im vergangenen Jahr 4.001 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt. Während erste Ergebnisse bereits Anfang des Jahres veröffentlicht wurden, ermöglicht der jetzt vorliegende Abschlussbericht vertiefende Analysen.
Weitere Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zur Organ- und Gewebespende unter: www.organspende-info.de
Dokumentation der eigenen Entscheidung im Organspende-Register www.organspende-register.de oder im Organspendeausweis.
Zum Download oder zur kostenfreien Bestellung unter: www.organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-bestellen.
Der barrierefreie Bericht zum Download: Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende 2024
Die Erklärvideos zum Hirntod sind auf der Video-Plattform Youtube zu sehen:
- Teil 1: Was du wissen musst, um den Hirntod zu verstehen.
www.youtube.com/watch?v=9G-QxIzWpXg - Teil 2: Was passiert beim Hirntod?
www.youtube.com/watch?v=YEv7EryPzCg - Teil 3: Wie wird der Hirntod festgestellt?
www.youtube.com/watch?v=gE602SvNQzo - Teil 4: Hirntod? Herztod? Es gibt nur einen Tod.
www.youtube.com/watch?v=VmOVtJA91Xg
Wer Fragen zur Organ- und Gewebespende hat und diese gerne persönlich besprechen möchte, kann das gebührenfreie „Infotelefon Organspende“ unter der Rufnummer 0800 90 40 400 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr nutzen.










