148.506 Menschen stimmen ab – NABU warnt vor dem Verlust von Nistplätzen und fehlender Nahrung.
Berlin – (KI/redaktionell geprüft). Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027. Mit 67.050 Stimmen und einem Anteil von 45,2 Prozent setzte sie sich bei der öffentlichen Wahl von NABU und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) gegen vier weitere Arten durch. Die Auszeichnung lenkt den Blick auf einen Gebäudebrüter, dessen Bestand nach Angaben des NABU zurückgeht.
Insgesamt beteiligten sich 148.506 Menschen an der Abstimmung. Hinter der Mehlschwalbe erreichte der Trauerschnäpper mit 33.181 Stimmen beziehungsweise 22,3 Prozent den zweiten Platz. Es folgten der Kolkrabe mit 22.587 Stimmen und 15,2 Prozent, die Wasseramsel mit 16.074 Stimmen und 10,8 Prozent sowie der Kranich mit 9.614 Stimmen und 6,5 Prozent.
Die Mehlschwalbe folgt auf das Rebhuhn, das den Titel 2026 trägt. Den „Vogel des Jahres“ gibt es in Deutschland seit 1971. Seit 2021 entscheidet eine öffentliche Wahl über die Auszeichnung.
Fehlende Nistplätze und Insektenschwund setzen der Art zu
Zum Zeitpunkt ihrer Wahl befindet sich die Mehlschwalbe bereits in ihrem afrikanischen Winterquartier südlich der Sahara. Anfang April kehren die Vögel zum Brüten zurück.
„Leider ist der neue Jahresvogel gefährdet“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Bis zu 770.000 Brutpaare gibt es noch in Deutschland. Der Bestand geht aber stetig zurück, vor allem durch illegale Zerstörung von Nestern und Vergrämungsmaßnahmen an Häusern. Moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung machen es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen. Auch der Insektenschwund spielt eine Rolle, da Fluginsekten die Nahrung der Mehlschwalbe sind.“
Für ihre nahezu geschlossenen, runden Nester benötigen die Vögel Lehm. Bis zu 1.500 kleine Lehmkügelchen sammeln sie dafür in Pfützen. Die Nester entstehen unter Dach- und Fassadenvorsprüngen sowie in Nischen an Felswänden. Mehlschwalben brüten in Kolonien und sind auch außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen unterwegs.
Weißer Bürzel und metallisch blauer Glanz
Die etwa 14 Zentimeter großen Vögel lassen sich unter anderem an ihrer weißen Unterseite und dem weißen Bürzel erkennen. Diese mehlweiße Färbung gab der Mehlschwalbe ihren Namen. Oberseite und Flügel sind schwarz, Kopf und Rücken glänzen metallisch blau. Hinzu kommt ein kurzer, leicht gegabelter Schwanz.
Ihre Nahrung erbeuten Mehlschwalben in der Luft: Sie fangen fliegende Insekten, häufig in großer Höhe. Ausreichend Nahrung und geeignete Möglichkeiten zum Nestbau sind deshalb wichtige Voraussetzungen für ihr Brutgeschäft.
Nester dulden und Baumaterial anbieten
Wer Mehlschwalben unterstützen möchte, kann nach Angaben des NABU ihre Nester am Haus erhalten und ihnen Baumaterial zur Verfügung stellen. Lehmpfützen im Hof oder Garten helfen beim Nestbau. Ein insektenfreundlicher Garten verbessert das Nahrungsangebot.
„Helfen kann man dem neuen Jahresvogel, indem man seine Nester am Haus duldet“, rät Rümmler. „Wer Mehlschwalben willkommen heißt, kann vom NABU die Plakette ,Schwalbenfreundliches Haus‘ erhalten.“
Weitere Informationen stehen unter www.vogeldesjahres.de.










