Qualitätsgesicherte Prozesse und interprofessionelle Zusammenarbeit zeigen Wirkung
Hannover (pm/redk). Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat im Jahr 2025 so viele Organspenden realisiert wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Dank klar strukturierter Abläufe und der engen Zusammenarbeit interprofessioneller Teams gehört die MHH inzwischen zu den zehn führenden Universitätskliniken Deutschlands im Bereich der Organspende.
Deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren
Im Jahr 2025 konnte an der MHH bei 15 Verstorbenen der dokumentierte oder mutmaßliche Wille zur Organspende umgesetzt werden. Damit liegt die Zahl deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Vergleichbare Ergebnisse hatte die MHH zuletzt vor über zehn Jahren erreicht. Bereits zu Beginn des Jahres 2026 konnten zudem zwei weitere Organspenden realisiert werden.
„Dieses Ergebnis ist dem interprofessionellen Team der Transplantationsbeauftragten und den Mitarbeitenden auf den Intensivstationen und im Operationsbereich zu verdanken“, sagt MHH-Vizepräsident Professor Frank Lammert, zuständig für das Ressort Krankenversorgung und verantwortlich für die Organspende-Beratung in der MHH. „Mit ihrer fachlichen Kompetenz und Empathie ermöglichen sie die Organspenden – im Klinikalltag eine besondere Herausforderung.“
Organspende ist kein Selbstzweck
Trotz der positiven Entwicklung an der MHH bleibt die Organspende in Deutschland insgesamt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Häufig müssen Angehörige im Fall eines Hirntodes entscheiden, ohne den Willen der verstorbenen Person zu kennen.
„Organspende beginnt mit Zuhören“, erklärt Dr. Frank Logemann, MHH-Transplantationsbeauftragter. „Entscheidend für die Qualität unserer Arbeit ist, den Willen der potenziellen Spender und Spenderinnen unter Einhaltung aller vorgeschriebenen Kriterien umzusetzen. Im Mittelpunkt steht, die Angehörigen zu beraten und vor zusätzlichem Trauma zu schützen. Sie müssen den Verlust eines nahestehenden Menschen verarbeiten und trotzdem eine Entscheidung für oder gegen Organspende treffen.“
Organspenderegister entlastet Angehörige
Um diese schwierigen Entscheidungssituationen zu vermeiden, empfiehlt die MHH, den eigenen Willen frühzeitig festzuhalten. Seit 2025 steht dafür das bundesweite Organspende-Register zur Verfügung.
„Besonders zuverlässig ist das 2025 eingeführte Organspende-Register, in dem Bürgerinnen und Bürger ihren Willen hinterlegen können“, sagt Dr. Logemann. Dort kann festgelegt werden, ob eine Organspende gewünscht ist, ob Angehörige entscheiden sollen und welche Organe oder Gewebe entnommen werden dürfen.
Im Falle eines irreversiblen Hirnfunktionsausfalls prüfen Intensivstationen in Deutschland, ob ein entsprechender Eintrag vorliegt. „Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern ausdrücklich, ihren Willen im Organspende-Register zu hinterlegen“, so Logemann. „Mit dem Eintrag entlasten Sie auch Ihre Angehörigen vor einer möglicherweise schwierigen Situation.“
Organspende in Deutschland
Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) wurden 2025 bundesweit 985 Organspenden verzeichnet, im Vorjahr waren es 953. Aktuell warten mehr als 8.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan, die meisten von ihnen auf eine Niere. Mit den Organen einer Spenderin oder eines Spenders kann im Durchschnitt drei Patientinnen oder Patienten durch eine Transplantation geholfen werden.










