Start Hannover und Region Landesweite Fachstelle für Telenotfallversorgung startet im Landkreis Goslar

Landesweite Fachstelle für Telenotfallversorgung startet im Landkreis Goslar

Notarzt
Symbolbild: Notarzt / Unfall / Rettungsdienst - © Müller/LGHNews

Neue Koordinierungsstelle nimmt zum 1. Februar 2026 den Betrieb auf

Hannover/Goslar (pm/redk). Der Landkreis Goslar übernimmt ab dem 1. Februar 2026 eine zentrale Rolle in der Notfallversorgung in Niedersachsen: Mit der Einrichtung einer landesweiten administrativen, koordinierenden und qualitätssichernden Stelle für das telenotfallmedizinische Versorgungssystem wird die Telenotfallmedizin in den Regelbetrieb überführt und strukturell weiterentwickelt. Ziel ist es, die Qualität, Effizienz und Patientensicherheit in der Notfallversorgung landesweit zu stärken.

Telemedizin ergänzt den klassischen Rettungsdienst

Das telenotfallmedizinische Versorgungssystem ermöglicht es Notfallsanitätern, bei bestimmten Einsätzen unmittelbar ärztliche Unterstützung per Video- und Datenübertragung hinzuzuziehen. Medizinische Entscheidungen können dadurch schneller getroffen, Behandlungen früher eingeleitet und Ressourcen im Rettungsdienst gezielter eingesetzt werden. Insbesondere in ländlichen Regionen trägt das System zu einer verbesserten Versorgung bei.

Vereinbarung zwischen Land Niedersachsen und Landkreis Goslar

Grundlage für die Einrichtung der neuen Fachstelle ist eine Vereinbarung zwischen dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung und dem Landkreis Goslar. Diese wurde am Donnerstag, 15. Januar 2026, von Innenstaatssekretär Stephan Manke und Landrat Dr. Alexander Saipa unterzeichnet.

Der Landkreis Goslar übernimmt die Aufgabe aufgrund seiner besonderen fachlichen und strukturellen Voraussetzungen. Er war federführend an der Entwicklung und Erprobung der Telenotfallmedizin in Niedersachsen beteiligt und verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Rettungsdienst sowie in der Zusammenarbeit mit Leitstellen und Telenotarzt-Standorten.

Aufgaben der neuen Koordinierungsstelle

Mit der Einrichtung der administrativen, koordinierenden und qualitätssichernden Stelle werden die organisatorischen Grundlagen für den landesweiten Regelbetrieb geschaffen. Zu den zentralen Aufgaben zählen die Koordination und Steuerung der beteiligten Akteure, die Sicherstellung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards, die Begleitung des Regelbetriebs, die Dokumentation und Auswertung von Leistungs- und Qualitätskennzahlen sowie die enge Abstimmung mit Leitstellen, Telenotarzt-Standorten und weiteren Beteiligten.

Darüber hinaus fungiert die Stelle als zentrale Schnittstelle für fachliche, organisatorische und strukturelle Fragestellungen rund um die Telenotfallmedizin in Niedersachsen. Für die Umsetzung stellt das Land Niedersachsen dem Landkreis Goslar jährlich 350.000 Euro zur Verfügung.

Bedeutung für die Notfallversorgung in Niedersachsen

Innenstaatssekretär Stephan Manke erklärt: „Wir freuen uns, dass der mit dem telenotfallmedizinischen Versorgungssystem bereits ausgesprochen erfahrene Landkreis Goslar zur Einrichtung einer administrativen, koordinierenden und qualitätssichernden Stelle für das telemedizinische Versorgungssystem bereit ist. Das telenotfallmedizinische Versorgungssystem ist ein wesentlicher Baustein für eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung in Niedersachsen. Mit der Vereinbarung und der Einrichtung der AKQ-TNM wird eine gute Struktur geschaffen, um Qualität, Transparenz und Verlässlichkeit im Regelbetrieb des telenotfallmedizinischen Versorgungssystems sicherzustellen.“

Auch Landrat Dr. Alexander Saipa sieht in der Vereinbarung einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Rettungsdienstes: „Mit der Etablierung der Telenotfallmedizin steht uns ein ganz wichtiges Instrument zur Verfügung, um den rettungsdienstlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu begegnen. Die Vereinbarung mit dem Land Niedersachsen unterstreicht, dass der Landkreis Goslar mit seiner umfassenden Expertise auch künftig eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung der Telenotfallmedizin spielt und dazu beitragen darf, diesen für die Notfallversorgung der Menschen in Niedersachsen so wichtigen Baustein flächendeckend auszurollen und verfügbar zu machen.“

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