Start Hannover und Region „DU. ICH. DEMOKRATIE.“: Pilotprojekt zur Demokratieförderung an Hannovers Schulen gestartet

„DU. ICH. DEMOKRATIE.“: Pilotprojekt zur Demokratieförderung an Hannovers Schulen gestartet

„DU. ICH. DEMOKRATIE.“: Pilotprojekt zur Demokratieförderung an Hannovers Schulen
„DU. ICH. DEMOKRATIE.“: Pilotprojekt zur Demokratieförderung an Hannovers Schulen. - Veranstaltungssaal, Aula der IGS Stöcken. - Foto: Polizeidirektion Hannover

Landeshauptstadt Hannover und Polizeidirektion Hannover stärken demokratische Kompetenzen von Jugendlichen

Hannover (pm/redk). Mit dem neuen Pilotprojekt „DU. ICH. DEMOKRATIE.“ haben die Landeshauptstadt Hannover und die Polizeidirektion Hannover gemeinsam mit Schulen ein neues Angebot zur Demokratieförderung gestartet. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig für demokratische Werte zu sensibilisieren, ihr Verantwortungsbewusstsein zu stärken und Vertrauen in staatliche Institutionen aufzubauen. Demokratie soll dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern im Schulalltag konkret erlebbar gemacht werden.

„du. ich. demokratie.“: pilotprojekt zur demokratieförderung an hannovers schulen
„du. ich. demokratie.“: pilotprojekt zur demokratieförderung an hannovers schulen gestartet: v.l.n.r. alexander fuhl, gwendolin von der osten, eva bender, belit onay. – foto: polizeidirektion hannover

Demokratie praxisnah im Schulalltag erleben

Seit Oktober 2025 wird das Projekt an den Pilotschulen IGS Stöcken und IGS Kronsberg umgesetzt. In Unterrichtseinheiten, Workshops und im direkten Austausch auf Augenhöhe setzen sich Schülerinnen und Schüler mit Fragen rund um Demokratie, Rechte und Pflichten sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt auseinander. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Polizei sind aktiv eingebunden.

Bei der offiziellen Vorstellung des Projekts an der IGS Stöcken am 29. Januar kamen Schülerinnen und Schüler mit Vertreterinnen und Vertretern aus Stadt, Politik und Polizei ins Gespräch und stellten persönliche Fragen zum Thema Demokratie.

„Demokratie lebt davon, dass alle verstehen, wie sie funktioniert – und dass jeder erlebt, dass die eigene Stimme zählt“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay. „Mit ‚DU. ICH. DEMOKRATIE.‘ schaffen wir Räume, in denen Verantwortung, Respekt und Mitgestaltung konkret erfahrbar werden – von Anfang an schon in den Schulen.“


Demokratiebildung, Prävention und Verantwortung

In aufeinander abgestimmten Modulen beschäftigen sich die Jugendlichen altersgerecht mit Demokratie, Gewaltenteilung, gesellschaftlichen Regeln und Zusammenhalt. Die Inhalte wurden von Expertinnen und Experten entwickelt und sind eng mit dem Unterricht verzahnt.

„Demokratiefähigkeit ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss gelernt, geübt und gelebt werden“, betont Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender. „Das Projekt verbindet Demokratiebildung mit Prävention und stärkt junge Menschen darin, Konflikte fair und lösungsorientiert zu gestalten sowie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.“

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Prävention von Hass und Gewalt, insbesondere gegenüber Minderheiten sowie gegenüber Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.

„Uns ist wichtig, frühzeitig Vertrauen aufzubauen, Vorurteile abzubauen und jungen Menschen zu zeigen, dass Demokratie vom respektvollen Miteinander lebt“, sagt Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten. „Gerade junge Menschen sollen erfahren, dass Demokratie Schutz, Rechte aber auch Verantwortung bedeutet – und dass Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte Teil dieser demokratischen Gemeinschaft sind. Deshalb setzen wir gezielt auf Prävention, Dialog und gegenseitiges Verständnis.“

Kriminaldirektor Alexander Fuhl, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes der Polizeiinspektion Hannover, ergänzt: „Je früher Kinder und Jugendliche demokratische Werte erleben und die Aufgaben der Polizei kennenlernen, desto nachhaltiger wirkt Prävention. Unser Pilotprojekt setzt genau hier an: Es fördert Verständnis, stärkt Vertrauen und schafft Orientierung.“


Wissenschaftlich fundiert und lokal verankert

Das Projekt basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und internationalen Studien und orientiert sich am Ansatz „Communities That Care“. Beide beteiligten Schulen befinden sich aktuell in einem zweijährigen Entwicklungsprozess. Die Landeshauptstadt Hannover unterstützt das Pilotprojekt mit personellen Ressourcen, um kommunale Präventionsangebote besser zu verzahnen. Für die beiden Schulen stehen in den Jahren 2025 und 2026 jeweils Projektmittel in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung.


Drei Module für nachhaltige Demokratieförderung

Jugend-KOBs
Jugendkontaktbeamtinnen und -beamte sowie weitere speziell geschulte Polizeikräfte arbeiten mit den Jahrgängen fünf und sechs. In spielerischen Übungen lernen die Kinder ihre Rechte und Pflichten in einer Demokratie sowie die Arbeit der Polizei kennen. Ziel ist es, früh Verständnis, Vertrauen und respektvolles Miteinander zu fördern.

Peers
Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge neun und zehn werden von der Expertin Claudia Guzmán de Rojas zu Peer-Coaches ausgebildet. Sie vermitteln anschließend ihr Wissen in Workshops an jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler der Jahrgänge sieben und acht und fördern so einen Austausch auf Augenhöhe.

FreeCan-Guides
Dieses Vertiefungsmodul richtet sich an Klassen, die bereits an den Peer-Workshops teilgenommen haben. In offenen Gesprächen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Erfahrungen, Fragen und Perspektiven auseinander. Das Modul baut auf dem hannoverschen Projekt „FreeCan“ auf, das seit 2014 in Schulen und Jugendeinrichtungen umgesetzt wird.

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