Start Langenhagen und Ortsteile Bürgermeister Heuer fordert Umdenken bei geplanter Erstaufnahmeeinrichtung in Langenhagen

Bürgermeister Heuer fordert Umdenken bei geplanter Erstaufnahmeeinrichtung in Langenhagen

Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer
Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer (Archivbild) - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

Offener Brief an die Bürgerschaft kritisiert Vorgehen des Landes Niedersachsen

Langenhagen (pm/redk). Nach der Ankündigung des Landes Niedersachsen, auf dem ehemaligen EDC Gelände in Langenhagen eine Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 530 Geflüchtete zu errichten, wendet sich Bürgermeister Mirko Heuer in einem offenen Brief an die Bürgerinnen und Bürger. Darin legt er die Chronologie seit Februar 2025 dar, kritisiert das Vorgehen des Landes und fordert ein Umdenken.

Die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen hatte am 6. Februar 2026 bekanntgegeben, dass auf dem Gelände an der Emil Berliner Straße 13–15 eine Erstaufnahmeeinrichtung für zunächst zwölf Jahre mit Verlängerungsoption entstehen soll. Die Einrichtung soll Platz für bis zu 530 geflüchtete Menschen bieten. Der offene Brief des Bürgermeisters ist unter www.langenhagen.de/eae veröffentlicht und der Pressemitteilung beigefügt.

Stadt verweist auf bestehende Belastungen

Heuer betont, dass Langenhagen zu seiner humanitären Verantwortung stehe. Aktuell betreibt die Stadt zehn Gemeinschaftsunterkünfte sowie 65 dezentrale Unterkünfte mit insgesamt 636 untergebrachten Menschen. Eine zusätzliche Großeinrichtung mit 530 weiteren Personen würde nach Einschätzung des Bürgermeisters jedoch die Infra und Sozialstruktur der Stadt mit rund 56.000 Einwohnern überlasten.

Zugleich übt Heuer deutliche Kritik am Vorgehen des Landes. Trotz wiederholter Ablehnung gegenüber dem zuständigen Staatssekretär und der Innenministerin, zuletzt im November 2025, seien Verträge abgeschlossen und ein Bauantrag eingereicht worden, ohne die Stadt darüber zu informieren.

Alternativstandort und parteiübergreifende Gespräche

Bereits im Herbst 2025 habe er gemeinsam mit dem SPD Landtagsabgeordneten Tim Wook parteiübergreifend an einem Alternativstandort gearbeitet. Beide seien davon ausgegangen, dass die vorgebrachten Bedenken Gehör finden würden.

Rückläufige Belegungszahlen bei LAB NI

Die Stadt Langenhagen verweist zudem auf eine rückläufige Datenlage bei der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. Die durchschnittliche Belegung aller Standorte sank von 13.331 im Jahr 2023 auf 9.956 im Jahr 2025, was einem Rückgang von 25,3 Prozent entspricht. Auch die Kapazitäten wurden von 6.959 auf 4.116 Plätze reduziert, ein Minus von 40,9 Prozent. Als Quelle nennt die Stadt das Niedersächsische Ministerium für Inneres mit Stand vom 11. Februar 2026.

Gleichzeitig werde die Notunterkunft Garbsen im Juni 2026 geschlossen und die geplante Erstaufnahmeeinrichtung in Hannover Wülfel nicht weiterverfolgt. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob die Verantwortung erneut auf eine kleinere Kommune verlagert werde.

Rat berät über Resolution

Am 23. Februar soll der Rat der Stadt Langenhagen über eine gemeinsame Resolution von CDU und SPD abstimmen. Darin wird das Land Niedersachsen aufgefordert, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen.

Der Bauantrag vom 3. Februar 2026 wird nach Angaben der Stadt sorgfältig geprüft, insbesondere in Bezug auf Brandschutz, Immissionsschutz, Entwässerung und eine mögliche Kampfmittelbelastung. Darüber hinaus werde es von städtischer Seite keine Unterstützung für das Projekt geben.

Weitere Informationen und Dialogangebote

Ein Factsheet mit Chronologie und Antworten auf häufig gestellte Fragen ist ebenfalls unter www.langenhagen.de/eae abrufbar. Zudem hat sich Bürgermeister Mirko Heuer in einem Instagram Reel an die Bürgerschaft gewandt. Ein weiteres Videoformat mit Antworten auf eingereichte Fragen soll in Kürze folgen. Hinweise zur Beteiligung will die Stadt zeitnah auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

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