
Neue Ambulanz an der Medizinischen Hochschule Hannover bündelt Expertise für bis zu 80 Krebspatienten täglich
Hannover (pm/redk). Die Medizinische Hochschule Hannover hat eine neue Onkologische Interdisziplinäre Ambulanz eröffnet und stärkt damit die Krebsversorgung in Hannover. In der neuen Einrichtung werden medizinische Therapie, Pflege, Pflegeberatung, Psychoonkologie und Sozialdienst unter einem Dach gebündelt. Ziel ist eine effiziente, patientenorientierte und nahtlos vernetzte Versorgung von künftig bis zu 80 Patientinnen und Patienten pro Tag.
Neue Strukturen für effiziente Behandlungsprozesse
Derzeit stehen in der Onkologischen Interdisziplinären Ambulanz 24 Behandlungsstühle zur Verfügung, perspektivisch sollen es 27 werden. Ergänzt wird das Angebot durch Bettplätze sowie einen Interventionsraum für kleinere Eingriffe und minimalinvasive Behandlungen.
„Durch die neue OIA wurden die Voraussetzungen geschaffen, effiziente Prozesse zu etablieren. Es gibt weniger Schnittstellen und die Therapiedurchführung der Patientinnen und Patienten liegt in der Hand eines interdisziplinären und interprofessionellen Teams“, erklärt Privatdozent Dr. Philipp Ivanyi, ärztlicher Leiter der Ambulanz und Oberarzt in der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Medizinischen Hochschule Hannover. „Diagnostik, Therapie und pflegerische Betreuung werden organisatorisch verzahnt, sodass zusätzlicher Koordinationsaufwand vermieden und Behandlungsprozesse beschleunigt werden können.“
Interdisziplinäres Team unter einem Dach
Bereits seit einer Woche werden in der neuen Ambulanz Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen fachübergreifend betreut. Aktuell beteiligt sind die Kliniken für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation sowie für Pneumologie und Infektiologie. Die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie wird derzeit in die Strukturen eingebunden. Perspektivisch sollen weitere Kliniken integriert werden, um das Behandlungsangebot auszubauen.
Kontinuität und kurze Wege für Patienten
„In der Ambulanz werden die Termine präzise geplant und strukturiert organisiert“, betont Holger Brügmann, pflegerischer Leiter der Ambulanz und Krankenpfleger in der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. „Kurze Wartezeiten sind besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass hier teilweise schwerkranke Patientinnen und Patienten therapiert werden. Jeder Behandlungsraum verfügt über einen festen Arbeitsplatz, sodass kontinuierlich geschultes Fachpersonal vor Ort ist. Die Räume sind dem Personal fest zugeordnet, damit die Patientinnen und Patienten während ihrer Behandlung durchgehend von derselben Bezugsperson betreut werden.“
Ganzheitliche Betreuung als Leitprinzip
Die neue Onkologie Ambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Neben der medizinischen Therapie ist eine umfassende onkologische Pflegeberatung fest in die Abläufe integriert. Ein eigener Beratungsraum ermöglicht vertrauliche Gespräche und individuelle Unterstützung.
Sozialdienst und Psychoonkologie sind an der MHH etabliert und bei Bedarf direkt einbezogen. Damit erhalten die Patientinnen und Patienten neben einer optimal abgestimmten medizinischen Behandlung auch psychosoziale Begleitung und pflegerische Beratung.
Interprofessionelle Leitung stärkt Qualität
Die Ambulanz wird gemeinschaftlich von Holger Brügmann als pflegerischem Leiter und Privatdozent Dr. Philipp Ivanyi als ärztlichem Leiter geführt. Dieses interprofessionelle Leitungsmodell fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege und Medizin auf Augenhöhe. Auch im Alltag arbeiten Pflegefachkräfte und Medizinische Fachangestellte interprofessionell und gleichberechtigt zusammen.
Mit der neuen Onkologischen Interdisziplinären Ambulanz setzt die Medizinische Hochschule Hannover ein deutliches Zeichen für moderne Krebsmedizin und eine strukturierte, vernetzte Patientenversorgung in der Region.









