Region Hannover will 18.000 Quadratmeter an der Seilwinderstraße anmieten – Einzug ab 2027 geplant
Hannover (pm/redk). Die BBS Cora Berliner soll ab 2027 in das ehemalige Kaufhof-Gebäude an der Seilwinderstraße in der Innenstadt ziehen. Die Region Hannover plant, die rund 18.000 Quadratmeter große Immobilie auf drei Etagen anzumieten. Schulausschuss und Regionsausschuss haben das Vorhaben bereits empfohlen, die Regionsversammlung entscheidet am 24. Februar endgültig. Ziel ist es, die beiden bisherigen Standorte der Schule auf einem zentralen Campus zusammenzuführen und zugleich die Innenstadt zu beleben.
Entscheidung der Region Hannover
Die Region Hannover will das frühere Warenhaus in zentraler Lage anmieten. Die Regionsversammlung Hannover soll am Dienstag, 24. Februar, den Beschluss fassen.
Regionspräsident Steffen Krach betont: „Für alle Beteiligten ist die Anmietung ein absoluter Gewinn. Wir wollten auf lange Sicht die beiden Standorte der BBS Cora Berliner an einen Campus zusammenziehen und das gelingt uns jetzt mit dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude“.
Weiter sagt Krach: „Das Projekt besitzt Modellcharakter: Die Umnutzung eines ehemaligen Kaufhauses zu einem Bildungs- und Gemeinwesensstandort zeigt, wie Schulentwicklung, Innenstadtbelebung und nachhaltige Flächennutzung zusammenwirken können“.
Wirtschaftlichkeitsprüfung: Miete günstiger als Neubau
Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde die Anmietung mit einem möglichen Neubau verglichen.
Isabella Gifhorn, Dezernentin für Bildung, Kultur und Baumanagement der Region Hannover, erklärt: „Die Analyse hat gezeigt, dass eine Anmietung des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes die wirtschaftlichere Lösung darstellt. Es war mir wichtig, dass wir und auch die Politik eine fundierte Grundlage für unsere Entscheidungen haben“.
Zugleich verweist sie auf strategische Effekte: „Mit der Anmietung des Gebäudes für die BBS Cora Berliner in der Innenstadt schaffen wir die Möglichkeit, die beiden frei gewordenen Standorte für anstehende Sanierungen zu nutzen. So können wir die Schullandschaft weiterentwickeln“.
Und weiter: „Wir setzten uns dafür ein, die Schulgebäude der Region zu modernisieren und den Schüler*innen moderne und gut ausgestattete Lernorte zu bieten.“
Impuls für die Innenstadt Hannover
Für die Innenstadt der Hannover wird der Umzug als deutlicher Impuls gewertet. Rund 4.000 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 200 Lehrkräfte und Beschäftigte werden täglich in die City pendeln.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sagt: „Wenn so viele junge Menschen täglich in die Innenstadt ein- und auspendeln, ist das für eine lebendige und zukunftssichere City, wie sie Hannover ist, ein echter Gewinn. Und natürlich bringen so viele Schüler*innen auch eine gewisse Kaufkraft für den Einzelhandel und die Gastronomie vor Ort mit“.
Architekturwettbewerb und Nutzungsmix
Eigentümer Oliver Blume hat für den Gebäudekomplex einen Architekturwettbewerb ausgelobt. Während die BBS Cora Berliner drei Etagen belegen soll, werden für weitere Flächen zusätzliche Mieter gesucht.
Blume erklärt: „Die Anmietung ist für die BBS die Chance, moderne Lernkonzepte mit einem zukunftsweisenden Raumkonzept zu verbinden – und mit täglich bis zu 4.000 Schülerinnen und Schülern die Innenstadt nachhaltig zu beleben. Gleichzeitig entsteht ein lebendiger Nutzungsmix aus Bildung, Gastronomie, Wohnen und Handel mit Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus“.
Neuer Campus für die BBS Cora Berliner
Auch die Schulleitung begrüßt die Pläne. Christiane Fischer, Schulleiterin der BBS Cora Berliner, sagt: „Ich freue mich sehr, dass wir nach der Fusion 2021 nun endlich einen gemeinsamen Standort in zentraler Lage beziehen können. Das ehemalige Kaufhaus bietet uns als Bildungszentrum für Wirtschaft und Handel ein besonders praxisnahes und authentisches Lernumfeld. Zugleich schafft die großzügige Immobilie ideale räumliche Bedingungen für unseren modernen pädagogischen Ansatz, der eigenständiges und individualisiertes Lernen in den Mittelpunkt stellen soll“.
Die Schule befindet sich in einem pädagogischen Entwicklungsprozess hin zu stärker individualisierten Lernformen. Geplant ist die Umsetzung des Modells einer sogenannten Compartmentschule. Dabei werden Lernorte als flexible pädagogische Einheiten organisiert. Jedes Compartment verfügt über ein offenes Forum als zentralen Treffpunkt, ergänzt durch Klassenräume, Teilungsräume, Rückzugsbereiche sowie Teamräume für das pädagogische Personal. Fachräume, Lernwerkstätten, Mensa und Mehrzweckbereiche verbinden die einzelnen Einheiten zu einer Gesamtstruktur.
Bildungspolitische Investition in die Zukunft
Mit der Anmietung des ehemaligen Kaufhof-Komplexes schafft die Region Hannover nicht nur neue räumliche Perspektiven, sondern ermöglicht die weitere pädagogische Entwicklung der Schule. Das Vorhaben gilt damit als bauliche und bildungspolitische Investition in die Zukunftsfähigkeit des Berufsbildungsstandortes Hannover.










