Start Hannover und Region Schwerpunktkontrollen in Hannovers Innenstadt: Polizei geht gegen mutmaßliche Drogenhändler vor

Schwerpunktkontrollen in Hannovers Innenstadt: Polizei geht gegen mutmaßliche Drogenhändler vor

Polizeikontrolle/Drogentest
Symbolbild: Polizeikontrolle/Drogentest - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

Mehrstündiger Einsatz führt zu Festnahmen, Sicherstellungen von Drogen und Messern sowie mehreren Strafverfahren

Hannover (pm/redk). Bei umfangreichen Schwerpunktkontrollen in der Innenstadt hat die Polizei Hannover am Donnerstag (05.03.2026) mehrere mutmaßliche Drogenhändler gestellt, Betäubungsmittel sichergestellt und zahlreiche Verfahren eingeleitet. Der mehrstündige Einsatz diente nach Angaben der Polizeidirektion Hannover der Bekämpfung des Drogenhandels sowie der Stärkung des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung.

Neben uniformierten und zivilen Einsatzkräften der Polizeistation Raschplatz und der Polizeiinspektion Besondere Dienste waren auch Kräfte der Bundespolizei, des städtischen Ordnungsdienstes sowie der DB Sicherheit beteiligt. Gemeinsam bestreiften sie im Rahmen einer sogenannten Quattrostreife das Bahnhofsumfeld und das nahegelegene Gerichtsviertel.

Messer bei Kontrollen in Waffenverbotszone entdeckt

Bereits gegen 14:00 Uhr kontrollierte ein ziviler Beamter am Raschplatz innerhalb der Waffenverbotszone einen 38-Jährigen. Der Mann führte ein Einhandmesser mit sich, das von den Beamten sichergestellt wurde. Gegen ihn wurde eine Anzeige gefertigt.

Wenig später stellten zivile Polizeibeamte in der Andreaestraße und der Schillerstraße mehrere Personen fest, die dem Milieu des Drogenhandels zugeordnet wurden.

Mutmaßliche Dealer in der Andreaestraße beobachtet

Gegen 14:25 Uhr beobachteten Einsatzkräfte in der Andreaestraße einen 35 Jahre alten Mann beim Verkauf von Marihuana. Bei drei Käufern stellten die Beamten entsprechende Verkaufseinheiten sicher. Beim Tatverdächtigen wurden weiteres Rauschgift sowie 150 Euro mutmaßliches Dealgeld beschlagnahmt. Der Mann erhielt einen Platzverweis.

Um 15:00 Uhr geriet ein weiterer mutmaßlicher Dealer in der Andreaestraße ins Visier der Polizei. Ein 32-Jähriger wurde dabei beobachtet, wie er gewerbsmäßig Marihuana verkaufte. Neben mutmaßlichem Dealgeld entdeckten die Einsatzkräfte einen sogenannten Bunker mit weiteren 31 Verkaufseinheiten. Da gegen den Mann zudem ein Aufenthaltsverbot bestand, leiteten die Beamten zusätzlich eine Ordnungswidrigkeitenanzeige ein.

Um 15:50 Uhr kontrollierten Polizeibeamte erneut einen Mann in der Waffenverbotszone. Der 29-Jährige führte ein Taschenmesser mit sich, weshalb auch gegen ihn ein Verfahren eingeleitet wurde.

Jugendlicher nach Kokainverkauf festgenommen

Ab etwa 15:35 Uhr geriet ein 16-jähriger Jugendlicher im Bereich „Stellwerk“ in den Fokus der Polizei. Die Einsatzkräfte beobachteten, wie er Kokain an Konsumenten übergab. Einer der Käufer wurde anschließend kontrolliert, wobei die Beamten eine Konsumeinheit Kokain sicherstellten.

Der Jugendliche entfernte sich zunächst und begab sich zu einer Wohnung im Stadtteil Buchholz-Kleefeld. Rund zwei Stunden später verließ er die Wohnung wieder und ging zu einer Haltestelle, wo ihn Polizeikräfte festnahmen. Ein Mobiltelefon sowie mutmaßliches Dealgeld wurden beschlagnahmt.

Fluchtversuch mit Auto – Polizeibeamtin muss ausweichen

Kurz darauf verließen zwei weitere Personen dieselbe Wohnung und stiegen in ein Auto, in dem bereits zwei Männer warteten. Zivilkräfte beobachteten anschließend an der Strangriede mehrere Drogengeschäfte aus dem Fahrzeug heraus.

Da der Wagen weiterfuhr, konnte er erst an einer Kreuzung der Nienburger Straße gestoppt werden. Als sich eine 31 Jahre alte Polizeibeamtin dem Fahrzeug näherte und sich vor dem Wagen befand, beschleunigte der Fahrer plötzlich und fuhr los. Die Beamtin sprang zur Seite, wurde jedoch noch leicht vom Auto erfasst. Sie blieb unverletzt. Ein weiterer Beamter musste ebenfalls ausweichen.

Tatverdächtiger greift Polizisten bei Festnahme an

Die Polizei verfolgte das flüchtige Fahrzeug, das schließlich in der Warstraße anhielt. Alle vier Insassen flüchteten anschließend zu Fuß in verschiedene Richtungen. Im Rahmen einer sofort eingeleiteten Fahndung konnten Einsatzkräfte einen 22-jährigen Tatverdächtigen stellen und vorläufig festnehmen.

Während der Festnahme griff der Mann zwei Polizeibeamte im Alter von 31 und 37 Jahren tätlich an und leistete erheblichen Widerstand. Beide Beamte erlitten Schürfwunden.

Der 22-Jährige sowie der zuvor festgenommene 16-Jährige wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Große Mengen Drogen bei Wohnungsdurchsuchung sichergestellt

Die Polizei durchsuchte anschließend die Wohnung, aus der die Männer zuvor gekommen waren. Dort fanden die Einsatzkräfte rund zwei Kilogramm Marihuana, etwa 40 Gramm Kokain sowie mehrere Messer. Auch im Auto entdeckten die Beamten weitere 23 Gramm Marihuana sowie ein Messer.

Gegen 23:20 Uhr erschienen zwei weitere Männer an der Wohnung und betraten sie mit einem Schlüssel. Auch sie wurden festgenommen und in Gewahrsam genommen. Einer der Männer konnte im Zuge der Ermittlungen eindeutig als Fahrer des zuvor geflüchteten Fahrzeugs identifiziert werden.

Drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Am Freitag (06.03.2026) wurden drei Tatverdächtige im Alter von 16, 20 und 22 Jahren einem Haftrichter vorgeführt. Gegen sie wurde Untersuchungshaft angeordnet. Ein 31-Jähriger wurde nach den polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.

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