Neues Gremium entsteht auf der Interschutz in Hannover und setzt auf Standards, Austausch und Praxisnähe
Hannover/Berlin. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat am 4. Juni 2026 einen neuen Fachbereich Kommunikation ins Leben gerufen. Die Gründung erfolgte im Rahmen der Weltleitmesse Interschutz in Hannover und reagiert auf die wachsende Bedeutung professioneller Öffentlichkeitsarbeit für Feuerwehren und ihre Verbände. Ziel ist es, Wissen zu bündeln, Standards zu entwickeln und die Kommunikation bundesweit gezielt zu stärken.
Kommunikation als strategischer Erfolgsfaktor
Ob bei Einsätzen, in der Nachwuchsgewinnung oder in der öffentlichen Wahrnehmung: Kommunikation spielt für die Feuerwehren in Deutschland eine immer größere Rolle. Davon sind auch die Feuerwehrverbände betroffen, die mehr als 1,4 Millionen Feuerwehrangehörige fachlich und politisch vertreten. Mit dem neuen Fachbereich will der DFV dieses zentrale Handlungsfeld künftig strukturell und inhaltlich weiterentwickeln.
Leitungsteam gewählt
In der konstituierenden Sitzung des Fachbereichs wurden erste inhaltliche Schwerpunkte festgelegt und die Leitung bestimmt. Zum Fachbereichsleiter wurde Benedikt Wolter gewählt. Er ist Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz und beruflich in der Kommunikationsbranche tätig. Stellvertretender Leiter ist Michael Klahre, Sprecher des Netzwerkes der Pressesprecherinnen und Pressesprecher der Deutschen Berufsfeuerwehren sowie Pressesprecher der Feuerwehr Dresden.
Plattform für Austausch und Wissenstransfer
Der neue Fachbereich versteht sich als bundesweite Plattform für Vernetzung, Austausch und Wissenstransfer zwischen den Mitgliedsverbänden. Ziel ist es, bestehende Kompetenzen sichtbar zu machen, gute Praxisbeispiele zusammenzuführen und daraus praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.
„Kommunikation ist heute in allen Bereichen der Feuerwehren und ihrer Verbände präsent“, erklärt Benedikt Wolter. „Sie prägt nahezu jedes Handlungsfeld. Unser Ziel ist es, diese Querschnittsaufgabe systematisch zu stärken und die Akteure zu unterstützen.“
Konkrete Hilfen für die Praxis geplant
Inhaltlich sollen aus der Arbeit des Fachbereichs konkrete Unterstützungsangebote hervorgehen. Vorgesehen sind unter anderem Fachempfehlungen sowie Muster und Vorlagen für Social Media, Pressearbeit, Bildrecht oder den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Fokus liegt dabei klar auf der praktischen Anwendbarkeit für Verbände und Feuerwehren vor Ort.
„Entscheidend ist der konkrete Nutzen: Wir wollen Werkzeuge und Orientierung bieten, die in den Mitgliedsverbänden funktionieren und bis zu den Feuerwehren vor Ort Wirkung entfalten“, so Wolter weiter.
Steigende Anforderungen an Öffentlichkeitsarbeit
Auch aus Sicht des DFV-Präsidiums ist der neue Fachbereich eine notwendige Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen. „Die Anforderungen an die Kommunikationsarbeit im Feuerwehrwesen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist ihre Bedeutung für Einsatzbewältigung, Vertrauen in der Bevölkerung und die Gewinnung von Nachwuchs größer denn je“, betont DFV-Vizepräsident Frank Hachemer, der im Präsidium für den Fachbereich zuständig ist.
Ein abgestimmtes Vorgehen und ein gemeinsames Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit seien entscheidend für eine wirksame Kommunikation im gesamten Feuerwehrsystem. „Der Fachbereich schafft die Grundlage, um Wissen zu bündeln, Standards zu entwickeln und die Feuerwehren gezielt zu unterstützen“, so Hachemer.
Anspruch: Ergebnisse statt reiner Austausch
Zugleich formuliert der DFV klare Erwartungen an die Arbeit des neuen Gremiums. „Der Fachbereich soll kein reines Austauschformat sein, sondern aktiv wirken und handfeste Ergebnisse liefern – von konkreten Empfehlungen bis hin zu direkt nutzbaren Materialien für die Praxis“, erklärt der Vizepräsident.
Einordnung
Mit der Gründung des Fachbereichs Kommunikation reagiert der Deutsche Feuerwehrverband auf die zunehmende öffentliche Sichtbarkeit und die wachsenden kommunikativen Herausforderungen im Feuerwehrwesen. Einheitliche Standards und professionelle Unterstützung könnten künftig dazu beitragen, die Arbeit der Feuerwehren bundesweit klarer, verständlicher und wirkungsvoller darzustellen.









