Innenministerin Behrens besucht Projekt „GameChanger“ und erlebt digitale Jugendarbeit vor Ort
Hannover. Die Polizeidirektion Hannover nutzt Videospiele als Zugang zu Kindern und Jugendlichen: Innenministerin Daniela Behrens hat am 30.07.2026 in Hannover den Einsatz des sogenannten Gaming-Koffers im Rahmen des Präventionsprojekts „GameChanger“ besucht. Das mobile Angebot soll Vertrauen schaffen und Gespräche über Sicherheit im digitalen Raum ermöglichen.

Polizei erreicht Jugendliche über digitale Lebenswelten
Digitale Spiele gehören für viele junge Menschen zum Alltag. Nach Angaben der Polizeidirektion spielen mehr als 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen regelmäßig digitale Spiele. Mit dem Projekt „GameChanger“ setzt die Polizei Hannover auf einen Ansatz, der junge Menschen dort erreicht, wo sie sich häufig aufhalten: in digitalen und spielerischen Lebenswelten.
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, informierte sich in Hannover über die praktische Arbeit mit dem mobilen Präventionsmittel. Das Projekt verbindet Auftritte auf der Streaming-Plattform Twitch mit direkter Begegnung im öffentlichen Raum.
Ein zentraler Bestandteil ist der „Gaming-Koffer“, der seit rund einem Jahr eingesetzt wird. Das mobile System besteht aus einem fest eingebauten Monitor, einer Spielekonsole und passenden Controllern. Kontaktbereichsdienste und Präventionsbeauftragte können ihn unter anderem in Schulen, Jugendeinrichtungen, bei Stadtteilfesten oder Veranstaltungen nutzen.
Gemeinsames Spielen schafft Zugang für Gespräche
Das Spielen selbst steht dabei nicht im Mittelpunkt. Es dient als Einstieg, um Hemmschwellen gegenüber Polizeibeamtinnen und -beamten abzubauen und eine vertrauensvolle Gesprächsbasis zu schaffen. Anschließend können auch Themen wie Gefahren im Internet, Straftaten oder persönliche Sicherheit angesprochen werden.
Wie dieser Ansatz funktioniert, zeigten Kontaktbeamtinnen und -beamte des Polizeikommissariats Hannover-Döhren in einer Jugendeinrichtung am Kronsberg. Dort spielten sie gemeinsam mit Jugendlichen unter anderem virtuellen Fußball und einen Polizeisimulator. Dabei entstanden Gespräche, die auch Interesse am Polizeiberuf weckten.
Die Einsatzkräfte berichteten der Ministerin zudem von Erfahrungen beim Halloween-Tag im vergangenen Herbst. Rund 120 Kinder und Jugendliche konnten durch das mobile Gaming-Angebot erreicht und in Gespräche einbezogen werden. Nach Angaben der Polizei traten sonst typische Straftaten wie Sachbeschädigungen, Beleidigungen oder Körperverletzungen dabei nahezu nicht auf.
Behrens: „GameChanger“ ermöglicht Prävention auf Augenhöhe
Innenministerin Daniela Behrens betonte die Bedeutung des Projekts: „Mit dem Projekt ‚GameChanger‘ zeigt die Polizeidirektion Hannover eindrucksvoll, wie moderne, nahbare und zielgruppenorientierte Präventionsarbeit im digitalen Zeitalter gelingt. Wir dürfen uns vor den Onlinewelten der Jugendlichen nicht verschließen, sondern müssen dort aktiv den Dialog suchen. Bei dem heutigen Einsatz des Gaming-Koffers konnte ich selbst erleben, wie durch das gemeinsame Spielerlebnis Hemmschwellen der Kinder und Jugendlichen schnell abgebaut wurden. Das ermöglicht der Polizei, wichtige Gespräche zu Präventionsthemen auf Augenhöhe zu führen. Dieser Ansatz ist wegweisend für eine zeitgemäße Polizeiarbeit.“
Prävention gegen Gefahren im digitalen Raum
Hinter dem spielerischen Zugang steht ein wichtiger Präventionsauftrag. Online-Spiele bieten nicht nur Unterhaltung, sondern auch Möglichkeiten für Straftäter, mit jungen Menschen in Kontakt zu treten. Dazu zählen unter anderem Beleidigungen, Erpressung, Betrug und Cybergrooming – also die gezielte Kontaktaufnahme von Erwachsenen zu Minderjährigen mit dem Ziel des Missbrauchs.
Mit „GameChanger“ nutzt die Polizei den positiven Zugang über gemeinsames Spielen, um Vertrauen aufzubauen und frühzeitig über Risiken aufzuklären. Kinder und Jugendliche sollen dadurch besser für Gefahren sensibilisiert und mögliche Straftaten verhindert werden.










