Bitkom-Umfrage: Cell Broadcast erreicht die meisten Smartphones – Informationsbedarf im Krisenfall bleibt hoch
Berlin. Warnmeldungen über das Smartphone erreichen inzwischen den Großteil der Bevölkerung. Dennoch herrscht bei vielen Menschen Unsicherheit darüber, wie sie nach einer Warnung reagieren sollen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen in Deutschland.
Demnach haben bereits 86 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer Warnmeldungen über das System Cell Broadcast erhalten. Die Technologie ist auf den meisten Geräten aktiviert und ermöglicht es Behörden, Warnungen ohne zusätzliche App direkt auf Smartphones zu senden. Lediglich rund zwei Prozent der Befragten haben die Funktion deaktiviert.
„Die digitale Warninfrastruktur in Deutschland steht. Über Cell Broadcast und Warn-Apps lassen sich Millionen Menschen zuverlässig und in wenigen Sekunden erreichen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Eine Warnung ist aber nur der erste Schritt. Die Bürgerinnen und Bürger müssen wissen, was sie im Krisenfall zu tun haben – und sie müssen sich auf diesen Fall frühzeitig vorbereiten.“
Warn-Apps sind bekannt, werden aber unterschiedlich genutzt
Neben Cell Broadcast setzen viele Menschen auch auf spezielle Warn-Apps. Besonders bekannt sind die Anwendungen NINA und KATWARN.
Die Warn-App NINA des Bundes kennen 70 Prozent der Befragten, 31 Prozent haben sie auf ihrem Smartphone installiert. KATWARN ist sogar 71 Prozent ein Begriff, wird jedoch nur von 20 Prozent genutzt. BIWAPP kennen 39 Prozent der Befragten, installiert ist die App bei lediglich sechs Prozent. Rund 18 Prozent verwenden mehrere Warn-Apps gleichzeitig.
Viele Menschen fühlen sich im Ernstfall unsicher
Trotz der technischen Möglichkeiten zeigt die Umfrage einen deutlichen Informationsbedarf. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gibt an, nicht zu wissen, wie sie sich nach einer Warnmeldung verhalten soll.
Auch unter den Nutzerinnen und Nutzern von Warn-Apps ist die Unsicherheit groß: 58 Prozent wissen nach eigenen Angaben nicht, welche Maßnahmen im Krisenfall erforderlich sind.
Entsprechend deutlich fällt der Wunsch nach mehr Aufklärung aus. Insgesamt 82 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Bevölkerung besser darüber zu informieren, wie sie sich bei Krisenlagen oder einem möglichen Angriff richtig verhalten sollte.
Cell Broadcast gehört inzwischen zu den wichtigsten Warnsystemen in Deutschland. Die Technologie ermöglicht es, innerhalb weniger Sekunden Millionen Menschen zu erreichen – unabhängig davon, ob eine Warn-App installiert ist. Die Umfrage macht jedoch deutlich, dass technische Warnsysteme allein nicht ausreichen. Ebenso wichtig ist, dass Bürgerinnen und Bürger wissen, welche Schutzmaßnahmen sie nach einer Warnung ergreifen sollten.










