Hannover feiert vom 14. August bis 13. September die Gartenschau von 1951
Hannover feiert ab dem 14. August 2026 das 75-jährige Bestehen der ersten Bundesgartenschau Deutschlands. Der heutige Stadtpark entstand aus diesem Anlass und zählt inzwischen zu den bedeutenden Gartendenkmälern der Stadt. Ein kostenloses Jubiläumsprogramm erinnerte an die Geschichte der Gartenschau und ihre Bedeutung für Hannover.
Bundesgartenschau als Zeichen des Aufbruchs
Am 28. April 1951 eröffneten Elly Heuss-Knapp und Bundespräsident Theodor Heuss die erste Bundesgartenschau in Hannover. Die Stadt war zu diesem Zeitpunkt noch stark von den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt. Die Gartenschau sollte deshalb nicht nur dem Gartenbau eine neue Plattform geben, sondern auch einen Ort für Erholung, Natur und Lebensfreude schaffen.
Die Planungen dazu hatten bereits 1947 begonnen. Nachdem ein Wettbewerb keine überzeugende Lösung hervorgebracht hatte, übernahm das städtische Gartenamt unter der Leitung von Gartenbaudirektor Hans-Herbert Westphal die Gestaltung. Auf rund 21 Hektar entstand eine abwechslungsreiche Parklandschaft mit Wiesen, Mustergärten und verschiedenen Themengärten.
Die Nähe zu den Ausstellungshallen und die gute Verkehrsanbindung waren wichtige Gründe für die Wahl des Standorts. Auch die Stadthalle und der damalige Stadthallengarten wurden in die Planung einbezogen.
Viele Elemente von 1951 sind erhalten
Noch heute lassen sich zahlreiche Spuren der Bundesgartenschau im Stadtpark entdecken. Dazu gehören unter anderem der Rosengarten mit Pavillon und Pergola, die Teichanlagen mit dem heutigen Rosencafé, die Staudenanlagen, der Schweizer Garten und die Glashalle.
Auch der Wassergarten mit seinen inzwischen großen Sumpfzypressen sowie die Baumkulissen aus Eichen, Platanen und Tulpenbäumen gehören zu den prägenden Elementen. Die historische Gestaltung macht den Stadtpark heute zu einem wichtigen Zeugnis der hannoverschen Gartenkultur.
„Gärten und Parks sind nicht nur grüne Oasen, sie erzählen auch eindrucksvoll die Geschichte einer Stadt. Hannover hat schon kurz nach dem Krieg gezeigt, dass zum Wiederaufbau ganz wesentlich auch die grüne Infrastruktur gehört“ erläutert Anja Ritschel, Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover.
Jubiläumsprogramm bis zum 13. September
Zum 75. Jubiläum läuft vom 14. August bis 13. September ein umfangreiches Programm. Dazu gehörten kostenlose Vorträge und Lesungen, Musik im Rosencafé, die Präsentation der Ergebnisse eines studentischen Projekts zur Gartendenkmalpflege sowie ein Actionbound für Kinder.
Auch vier Filme aus den 1950er Jahren werden auf der Wiese im Fontänengarten gezeigt. Den Abschluss bildet am 13. September der Tag des Offenen Denkmals mit Führungen im Stadtpark und im Hannover Congress Centrum.
„Hannover ist Stadt der Gärten und der Stadtpark als Gartendenkmal ein besonderes Juwel. Dieses Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, mit allen Gartenbegeisterten zu feiern“, so Ritschel.
Ausstellung erinnert an die Gartenschau
Eine Ausstellung im Foyer des Hannover Congress Centrums informierte anhand von 13 Tafeln über die Entstehung der Bundesgartenschau, das damalige Ausstellungsgelände und seine Bauten sowie die Entwicklung des Stadtparks bis heute.
Das Jubiläum erinnert damit nicht nur an eine historische Gartenschau, sondern auch an deren langfristige Wirkung: Die erste Bundesgartenschau machte Hannover bundesweit bekannt und wurde zum Vorbild für weitere Gartenschauen. Der rund sechs Hektar große historische Kernbereich des Stadtparks ist heute ein bedeutendes Gartendenkmal und Teil der mehr als 700 Jahre umfassenden hannoverschen Gartenkultur.











