
2.700 Mitarbeitende sollen mit den Kameras besser geschützt werden
Berlin. Die Deutsche Bahn stattet seit dem 13. August 2026 schrittweise auch Service- und Stationsmitarbeitende an Bahnhöfen mit Bodycams aus. Die Nutzung der Kameras blieb freiwillig. Damit sollte der Schutz der Beschäftigten verbessert und die Deeskalation bei Konflikten unterstützt werden.
Einsatz zunächst an ersten Bahnhöfen
Die ersten Bodycams kamen unter anderem an den Hauptbahnhöfen Frankfurt (Main) und Bielefeld zum Einsatz. Insgesamt erhielten rund 2.700 Beschäftigte im Bahnhofsservice und in der Stationsbetreuung die Möglichkeit, eine Bodycam zu tragen.
An 50 Bahnhöfen stand den Mitarbeitenden zusätzlich bereits der sogenannte Prio-Ruf zur Verfügung. Über den unauffälligen Hilferufknopf konnten sie bei Bedarf schnell Unterstützung durch Sicherheitskräfte anfordern.
Katja Hüske, Vorständin Personenbahnhöfe der DB InfraGO AG, erklärte: „Unsere Mitarbeitenden sollen besser geschützt sein: Dafür können sie jetzt auch auf eine Bodycam als Teil der persönlichen Schutzausrüstung zugreifen. Nach dem Alkoholkonsumverbot ergänzen wir damit einen weiteren Baustein im Sicherheitskonzept der Bahnhöfe.“
Schulung vor dem Einsatz
Bevor die Beschäftigten die Kameras einsetzen konnten, absolvierten sie eine umfassende Schulung. Dabei ging es unter anderem um die rechtlichen Grundlagen, die Bedingungen für den Einsatz, Kennzeichnungspflichten sowie die praktische Bedienung der Geräte.
Die Bodycams sollten vor allem präventiv wirken und helfen, angespannte Situationen zu entschärfen. Gleichzeitig sollten die Aufnahmen dazu beitragen, Gewalttaten gegen Mitarbeitende der Deutschen Bahn zu reduzieren. Sicherheitskräfte der DB nutzten die Kameras bereits seit mehreren Jahren an Bahnhöfen.
Zahl der Übergriffe bleibt hoch
Die Ausweitung des Bodycam-Einsatzes erfolgte im Rahmen des „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“, den die Deutsche Bahn gemeinsam mit Bund, Ländern, Gewerkschaften und der Verkehrsbranche beschlossen hatte.
Nach Angaben der DB wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 50 Übergriffe auf Servicemitarbeitende an Bahnhöfen registriert. Sicherheitskräfte wurden in Zügen und an Bahnhöfen rund 300-mal angegriffen.
Noch höher lag die Zahl bei den Mitarbeitenden der DB Regio: In Regionalzügen wurden im selben Zeitraum 989 Übergriffe registriert. Darunter waren 781 Fälle einfacher Körperverletzung wie Schubsen, Greifen oder Bespucken sowie 185 versuchte Körperverletzungen. In 22 Fällen wurden Mitarbeitende schwer verletzt. Auch der Tod von Serkan Çalar zu Beginn des Jahres wurde in diesem Zusammenhang genannt.
Alkoholverbot an Bahnhöfen wird ausgeweitet
Die Bodycams waren eine von mehreren Maßnahmen für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen. Ende Juli kündigte die Deutsche Bahn außerdem ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an. Dieses sollte schrittweise bis zum 15. Oktober 2026 an insgesamt 5.400 Bahnhöfen umgesetzt werden.









