Start Blaulicht Millionenbetrug im Online-Banking: Ermittler fassen Tatverdächtige

Millionenbetrug im Online-Banking: Ermittler fassen Tatverdächtige

Cybercrime
Symbolbild Cybercrime - Quelle: Pixabay

Internationales Verfahren führt nach Brasilien, Spanien und Bulgarien

Wiesbaden. Ermittler aus Deutschland haben nach einem Millionenschaden durch Computerbetrug mehrere Tatverdächtige identifiziert. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) verfolgten die Spuren eines international organisierten Betrugsnetzwerks, das im November 2023 zahlreiche unbefugte Abbuchungen von deutschen Online-Banking-Konten veranlasst haben soll.

Schwachstelle bei Zahlungsdienstleister ausgenutzt

Die Ermittlungen hatten 2023 begonnen und konzentrierten sich zunächst auf die technischen Abläufe der verdächtigen Buchungen und Geldtransfers. Nach bisherigen Erkenntnissen nutzten die Täter eine Schwachstelle aus, die durch ein fehlerhaftes Softwareupdate bei einem Zahlungsdienstleister entstanden war.

Innerhalb eines Zeitraums von nur vier Tagen sollen dadurch zahlreiche nicht autorisierte Abbuchungen möglich gewesen sein. Der entstandene Schaden wird im Millionenbereich beziffert.

Geld über internationales Netzwerk verschoben

Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden die erbeuteten Gelder über ein international aufgebautes Betrugsnetzwerk weitergeleitet. Der Schwerpunkt der Geldflüsse lag in Brasilien. Dort soll ein Großteil der Schadenssumme nach mehreren Verschleierungsversuchen ausgezahlt worden sein.

Ein kleinerer Teil der Beute wurde den Ermittlungen zufolge über weitere Strukturen in vier europäischen Ländern bewegt. Im Verlauf der mehrjährigen Ermittlungen gelang es dem BKA, drei Tatverdächtige in Europa zu identifizieren.

Ermittlungen in Spanien und Bulgarien

Die drei Beschuldigten sollen nun in Spanien und Bulgarien von den dortigen Strafverfolgungsbehörden zur Verantwortung gezogen werden. Die deutschen Ermittler arbeiteten dabei mit internationalen Partnerbehörden zusammen.

Auch in Brasilien gingen die Behörden gegen das mutmaßliche Netzwerk vor. Unterstützt vom Bundeskriminalamt wurden am 13. August 2026 insgesamt 21 Objekte in sieben Städten durchsucht. Vier mutmaßliche Mitglieder des kriminellen Netzwerks wurden dabei festgenommen.

Weitere Ermittlungen in Deutschland

Die bei den Maßnahmen in Brasilien gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auch in weitere Ermittlungen in Deutschland einfließen. Damit gehen die internationalen Strafverfolgungsbehörden weiter gegen die Strukturen vor, über die der Millionenschaden abgewickelt worden sein soll.

Das Verfahren zeigt zugleich, wie schnell eine technische Schwachstelle bei digitalen Zahlungsabläufen von international organisierten Tätern ausgenutzt werden kann. Die Ermittlungen erstreckten sich deshalb von der Analyse der technischen Vorgänge bis zur Nachverfolgung der Geldströme über mehrere Länder.

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