Start Hannover und Region Tag der Ersten Hilfe: Viele Kenntnisse sind Jahre alt

Tag der Ersten Hilfe: Viele Kenntnisse sind Jahre alt

Erste-Hilfe-Kurs der Johanniter in Hannover mit Erste-Hilfe-Trainerin Marina Malecha.
Erste-Hilfe-Kurs der Johanniter in Hannover mit Erste-Hilfe-Trainerin Marina Malecha. - Foto JUH / Heun

Johanniter raten zum Auffrischen – Kurse auch in Hannover

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Fast alle Menschen halten Kenntnisse in Erster Hilfe für wichtig, doch bei vielen liegt der letzte Kurs Jahre zurück. Darauf weisen die Johanniter anlässlich des „Tags der Ersten Hilfe“ am 12. September hin. Eine von der Organisation beauftragte forsa-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt: 96 Prozent der Befragten halten eine ausreichende Schulung in Erster Hilfe für wichtig.

Für die Befragung wurden nach Angaben der Johanniter-Unfall-Hilfe 1.002 Personen befragt. Fast alle hätten bereits mindestens einmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Mehr als ein Drittel habe allerdings lediglich einen Kurs absolviert, der anschließend nie aufgefrischt wurde und teilweise mehr als 20 Jahre zurückliege.

Gerade die regelmäßige Auffrischung soll dazu beitragen, im Notfall handlungsfähig zu bleiben. Denn Erste Hilfe beginnt häufig unerwartet – bei einem Unfall, einer bewusstlosen Person oder einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Unsicherheit kann im Notfall zur Hürde werden

Wie unterschiedlich die Vorkenntnisse sein können, zeigte sich nach Angaben der Johanniter bei einem Erste-Hilfe-Kurs in Hannover-Hainholz. Unter den 18 Teilnehmenden waren Menschen, die ihre Kenntnisse regelmäßig auffrischen, aber auch Personen, deren letzter Kurs mehr als 30 Jahre zurücklag.

Ein häufiger Grund für Unsicherheit sei die Sorge, bei einem Notfall einen Fehler zu machen. Erste-Hilfe-Trainerin Marina Malecha, die nach Angaben der Johanniter zuvor 40 Jahre im Rettungsdienst tätig war, versucht diese Hemmschwelle in den Kursen abzubauen.

„Dabei macht nur falsch, wer gar nichts tut“, sagt Malecha.

In den Schulungen werden unter anderem rechtliche Grundlagen und medizinische Grundkenntnisse behandelt sowie konkrete Notfallsituationen und Handgriffe geübt.

Juliane Braatz, betriebliche Ersthelferin beim Jobcenter Region Hannover und Teilnehmerin des Kurses, beschreibt die Wirkung regelmäßiger Schulungen so: „Die Sorge, dass etwas passieren kann, bleibt. Aber durch die Ausbildung und das regelmäßige Auffrischen fühle ich mich handlungsfähig.“

Technik und Rahmenbedingungen verändern sich

Die Johanniter verweisen zudem darauf, dass sich technische Möglichkeiten und einzelne Abläufe in den vergangenen Jahren verändert haben. Dazu gehört beispielsweise der zunehmende Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren, kurz AED, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Auch moderne Fahrzeuge und digitale Technik können neue Anforderungen mit sich bringen. Die Organisation sieht deshalb einen weiteren Grund darin, Erste-Hilfe-Wissen nicht ausschließlich auf einem viele Jahre zurückliegenden Kurs aufzubauen.

Neben Präsenzkursen setzen die Johanniter nach eigenen Angaben inzwischen auch auf digitale Angebote, Erklärvideos und Schulungskonzepte, bei denen E-Learning mit praktischen Übungen verbunden wird.

Im Großraum Hannover dauert ein regulärer Erste-Hilfe-Kurs bei den Johannitern nach Angaben der Organisation neun Stunden und kostet 65 Euro. Darüber hinaus werden spezielle Angebote wie „Erste Hilfe am Kind“ sowie ein kostenpflichtiger digitaler Auffrischungskurs angeboten.

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