Boeing 737 und Tankwagen bilden Szenario für große Notfallübung
Hannover/Langenhagen – (KI/redaktionell geprüft). Rund 250 Kräfte von Flughafen, Feuerwehr und Rettungsdienst haben am Dienstagabend, 15. September 2026, am Hannover Airport einen Flugunfall unter realitätsnahen Bedingungen geprobt. Im Mittelpunkt standen die Rettung von Menschen, die Brandbekämpfung und die medizinische Versorgung von Verletzten. Der reguläre Flugbetrieb lief während der Übung weiter.
Für das Szenario wurde ein schwerer Unfall im Vorfeldbereich des Flughafens angenommen: Eine Passagiermaschine vom Typ Boeing 737 war mit einem Flugfeldtankwagen kollidiert. Beide Fahrzeuge galten als schwer beschädigt, auslaufendes Kerosin löste im Übungsszenario einen Folgebrand aus.
Um 19.09 Uhr löste der Tower der Deutschen Flugsicherung den „Aircraft Accident Alarm“ aus. Neben der Flughafenfeuerwehr wurden anschließend kommunale Feuerwehren und der Rettungsdienst in die Übung einbezogen. Für die angenommene Zahl der Verletzten galt das Stichwort „MANV 20“, also ein Massenanfall von Verletzten mit 20 Personen.
Feuerwehren und Rettungsdienste trainieren Zusammenspiel
Nach Angaben des Hannover Airport sollte mit der Übung vor allem die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen bei einem größeren Flugunfall trainiert werden. Beteiligt waren unter anderem die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Langenhagen sowie Kräfte der Landeshauptstadt Hannover. Dazu gehörte auch die örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst der Feuerwehr Hannover.
Der erweiterte Rettungsdienst der Region Hannover war ebenfalls eingebunden. Rettungsmittel kamen laut Flughafen von den Johannitern, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariter-Bund. Insgesamt waren rund 250 Kräfte an der Übung beteiligt.
Solche Notfallübungen finden am Hannover Airport turnusmäßig statt. Nach Angaben des Flughafens schreiben die Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO entsprechende Übungen im Abstand von zwei Jahren vor.
Flughafengeschäftsführer Maik Blötz verwies nach der Übung auf die besonderen Bedingungen eines solchen Trainings. Die Durchführung eines Szenarios dieser Größenordnung bei gleichzeitig laufendem Flugbetrieb stelle für die Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Die verschiedenen Übungsziele sollen nach seinen Angaben in den kommenden Wochen detailliert ausgewertet werden.
Stefan Martens, Leiter der Flughafenfeuerwehr, zog unmittelbar nach dem Einsatz ein positives erstes Fazit. „Wir sind mit dem Übungsergebnis wirklich zufrieden. Nach zwei Jahren konnten wir wieder das Zusammenspiel mit den verschiedenen Organisationen der Gefahrenabwehr auf unserem Flughafengelände trainieren. Verschiedene Übungsziele wurden in dem Szenario vereint.“
70 Statisten stellen Passagiere dar
Für eine möglichst realitätsnahe Darstellung kamen 70 Statistinnen und Statisten zum Einsatz. Sie übernahmen die Rollen verletzter und unverletzter Passagiere und wurden von Feuerwehren aus Isernhagen, Burgwedel, der Wedemark und der Landeshauptstadt Hannover gestellt. Um die Vorbereitung kümmerte sich das Team der Realistischen Unfalldarstellung der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen.
Dabei mussten auch besondere Sicherheitsanforderungen berücksichtigt werden. Während sich einige Darsteller über Notrutschen aus der Flugzeugbrandsimulationsanlage in Sicherheit brachten oder von Feuerwehrkräften gerettet wurden, lief nach Angaben der Verantwortlichen nur rund 100 Meter entfernt der reguläre Flugbetrieb. Ein eigenes Team der Leitung der Realistischen Unfalldarstellung überwachte deshalb die Sicherheit der Beteiligten.
Lars Meier, Leiter des Teams, sieht im Einsatz von Rollenspielenden einen wesentlichen Bestandteil solcher Übungen. „Bei allen tollen Möglichkeiten, die Simulationspuppen, KI und virtuelle Realität bieten, ist das Training mit Rollenspielenden nicht zu ersetzen. Empathie, Kommunikation und auch echtes Sozialverhalten bringen neben Kunstblut und Schminke die nötige Realität mit in eine Übung.“
Nach Angaben des Hannover Airport hatte die Flugunfallübung keine Auswirkungen auf den regulären Flugbetrieb.










