Polizei testet digitale Anzeigenaufnahme – Angebot gilt mittwochs für ausgewählte Delikte nach kurzer telefonischer Terminvereinbarung
Langenhagen – (KI/redaktionell geprüft). Das Polizeikommissariat Langenhagen erprobt seit August 2026 die Aufnahme bestimmter Strafanzeigen per Videogespräch. Wie die Polizei mitteilt, richtet sich das zeitweise angebotene Verfahren an Bürgerinnen und Bürger mit einem Bezug zum Zuständigkeitsbereich des Kommissariats und ist vor allem für einfach gelagerte Fälle ohne akute Gefahrenlage vorgesehen.
Das Videogespräch ergänzt die bisherigen Möglichkeiten zur Erstattung einer Strafanzeige. Eine persönliche Vorsprache bei der Polizei sowie die bestehenden Online-Angebote bleiben nach Angaben der Polizei weiterhin möglich. Ob ein konkreter Fall für die Videoaufnahme geeignet ist, entscheidet das Polizeikommissariat nach einer vorherigen Prüfung.
In Betracht kommen beispielsweise einfache Diebstähle, Beleidigungen, Sachbeschädigungen oder Betrugsdelikte, sofern keine akute Gefahr besteht und keine sofortigen polizeilichen Maßnahmen erforderlich sind. Voraussetzung ist zudem ein Bezug zum Zuständigkeitsbereich des PK Langenhagen. Dieser kann etwa dadurch bestehen, dass die betreffende Person dort wohnt oder in diesem Bereich Betroffene, Zeugin oder Zeuge einer Straftat geworden ist.
Termine werden mittwochs vergeben
Wer die digitale Anzeigenaufnahme nutzen möchte, muss zunächst Kontakt mit dem Polizeikommissariat aufnehmen. Dies ist telefonisch oder über die Internetseite der Polizei möglich. Dabei sollen die Kontaktdaten und eine kurze Beschreibung des Sachverhalts übermittelt werden.
Anschließend prüft die Polizei, ob sich der jeweilige Fall für eine Anzeigenaufnahme per Video eignet. Ist dies der Fall, vereinbart das Kommissariat einen Termin und verschickt den Zugangslink per E-Mail. Termine werden nach Angaben der Polizei mittwochs zwischen 9.30 und 15.30 Uhr vergeben.
Für die Videogespräche setzt die Polizei Skype for Business ein. Nach den Angaben zum Pilotprojekt muss die entsprechende App vor der ersten Nutzung heruntergeladen werden, ein eigenes Benutzerprofil ist dagegen nicht erforderlich. Benötigt werden außerdem ein internetfähiges Gerät mit Kamera und Mikrofon, eine E-Mail-Adresse und ein gültiges Ausweisdokument. Für die Nutzung des Angebots fallen laut Polizei keine Kosten an.
Treten während des Gesprächs technische Schwierigkeiten auf, nimmt das Polizeikommissariat telefonisch oder per E-Mail Kontakt auf. Das Gespräch kann dann je nach Situation fortgesetzt oder ein neuer Termin vereinbart werden.
Polizei prüft besondere Anforderungen im Einzelfall
Sprachbarrieren, Unterstützungsbedarf oder Anforderungen an die Barrierefreiheit können bereits bei der Anmeldung angegeben werden. Das Polizeikommissariat entscheidet anschließend, ob und in welcher Form eine digitale Anzeigenaufnahme möglich ist oder ein anderer Weg geeigneter erscheint.
Auch bei Minderjährigen soll jeweils im Einzelfall geprüft werden, ob eine Anzeige per Videogespräch aufgenommen werden kann. Eine gegebenenfalls erforderliche Beteiligung der Erziehungsberechtigten bleibt davon unberührt.
Nach Angaben der Polizei erfolgt grundsätzlich keine Aufzeichnung des Videogesprächs. Allerdings besteht die Möglichkeit, ausschließlich den Ton des Gesprächs mitzuschneiden. Darüber soll vorab informiert werden. Die Anzeige selbst wird wie bei einer persönlichen Vorsprache dokumentiert. Private Bild- oder Tonaufnahmen des Videogesprächs sind nicht zulässig.
Für Notfälle ist das Pilotprojekt ausdrücklich nicht vorgesehen. Bei akuten Gefahrensituationen soll weiterhin unmittelbar der Polizeinotruf 110 gewählt werden.










