
Cloud-Anbieter stellt außerdem Infrastruktur für den digitalen Briefkasten von d.velop bereit
Bad Friedrichshall – (KI/redaktionell geprüft). STACKIT ist nach Angaben der beteiligten Unternehmen der erste Anbieter mit dem Status „Approved Sovereign Service Provider“ im neuen openDesk-Partnerprogramm des Zentrums für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS). Der Cloud-Anbieter von Schwarz Digits stellt zudem Rechenzentrumsleistungen für die d.velop postbox bereit. Über diese Anwendung können Behörden Dokumente digital an Bürgerinnen und Bürger zustellen.
Die beiden Entwicklungen betreffen unterschiedliche Teile der Verwaltungs-IT: Beim openDesk-Partnerprogramm geht es um den Zugang zu einer quelloffenen Büro- und Zusammenarbeitssoftware. Die Kooperation mit d.velop setzt bei der Zustellung von Dokumenten an – einem Schritt, für den Behörden trotz digitaler Bearbeitung häufig noch Papier verwenden.
Partnerprogramm soll den Einsatz von openDesk erleichtern
ZenDiS hat das openDesk-Partnerprogramm im September 2026 gestartet. Über ein Netzwerk aus Betriebs-, Vertriebs- und Implementierungspartnern sollen Verwaltung und Wirtschaft zusätzliche Möglichkeiten erhalten, die Software zu beziehen und einzusetzen.
Für den Status „Approved Sovereign Service Provider“ gelten laut Mitteilung besondere Anforderungen an Sicherheit und digitale Souveränität. Dazu gehört unter anderem ein BSI-C5-Testat. STACKIT soll als Cloud-Anbieter die technische Infrastruktur für den Betrieb entsprechender Angebote bereitstellen.
ZenDiS-Geschäftsführerin Pamela Krosta-Hartl beschreibt den Ansatz so: „Digitale Souveränität entsteht nicht durch ein einzelnes Produkt. Sie braucht ein leistungsfähiges Ökosystem, in dem unterschiedliche Akteure ihre Kompetenzen einbringen. Das neue Partnerprogramm des ZenDiS setzt genau hier an. Gemeinsam mit dem Markt sorgen wir dafür, dass openDesk in die Fläche skalieren kann.“
Bescheide digital zustellen statt ausdrucken und verschicken
Die Zusammenarbeit mit d.velop soll dazu beitragen, Verwaltungsprozesse bis zur Zustellung digital abzuwickeln. Nach Darstellung der Unternehmen werden Dokumente in vielen Behörden bereits elektronisch bearbeitet, am Ende jedoch ausgedruckt, in Umschläge gesteckt und per Post verschickt.
Die d.velop postbox setzt an diesem Übergang an. Sie ermöglicht die digitale Auslieferung von Dokumenten. STACKIT stellt dafür Rechenzentrumsleistungen bereit. Infrastruktur und Postfachanwendung kommen somit von unterschiedlichen Anbietern.
Philipp Perplies, Chief Operating Officer Public Sector bei d.velop, erklärt: „Von der digitalen Akte bis zum digitalen Briefkasten müssen Verwaltungsprozesse durchgängig gedacht werden. Ein Prozess ist nicht wirklich digital, wenn am Ende wieder Papier produziert wird. Mit STACKIT erweitern wir unser Ökosystem um einen souveränen Cloud-Anbieter und schaffen eine Grundlage dafür, Dokumente nicht nur digital zu bearbeiten, sondern auch sicher und komfortabel den Bürgerinnen und Bürgern zuzustellen“.
Als mögliches Anwendungsszenario beschreiben die Unternehmen einen durchgehend digitalen Ablauf: Ein Antrag wird online gestellt, die Daten werden verarbeitet und der daraus entstehende Bescheid anschließend in einem persönlichen digitalen Postfach bereitgestellt.
Kontrolle über Technik und weniger Abhängigkeiten
Digitale Souveränität bedeutet nach dem Verständnis der Beteiligten mehr als die Frage nach dem Standort eines Rechenzentrums. Verwaltungen sollen ihre eingesetzten Technologien kontrollieren, verschiedene Anwendungen miteinander verbinden und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern reduzieren können.
Dazu sollen offene Standards und interoperable Software beitragen – also Anwendungen, die miteinander Daten austauschen und zusammenarbeiten können. Die beteiligten Unternehmen setzen auf eine Zusammenarbeit spezialisierter Anbieter für Infrastruktur und Anwendungen.
Bernie Wagner, Chief Revenue Officer von Schwarz Digits, sieht darin eine gemeinsame Aufgabe von öffentlicher Hand und Wirtschaft. STACKIT wolle die technische Grundlage schaffen und mit Softwarepartnern Lösungen für Verwaltungen in Deutschland und Europa bereitstellen.
Bezug zum Deutschland-Stack – keine Gleichsetzung mit dessen Komponenten
Die Unternehmen ordnen ihren Ansatz in die Ziele des sogenannten Deutschland-Stacks ein. Nach der Mitteilung will die Bundesregierung damit bis 2028 eine gemeinsame technologische Grundlage für digitale Leistungen von Bund, Ländern und Kommunen schaffen. Zu den Leitlinien gehören offene Standards, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Systeme und europäische digitale Souveränität.
Die Beteiligten stellen allerdings ausdrücklich klar: STACKIT, openDesk und die d.velop postbox sind nicht mit den offiziell definierten Komponenten des Deutschland-Stacks gleichzusetzen. Die beschriebenen Angebote sollen vielmehr beispielhaft zeigen, wie Infrastruktur und Anwendungen verschiedener Anbieter zusammenspielen können.









