Start Hannover und Region Briefporto soll 2027 steigen: Post plant 1,15 Euro für Standardbrief

Briefporto soll 2027 steigen: Post plant 1,15 Euro für Standardbrief

Themenfoto: Ein Verbundzusteller liefert einer Kundin ein Paket und ein Werbemailing.
Symbolbild: Ein Verbundzusteller liefert einer Kundin ein Paket und ein Werbemailing. - Quelle: DHL Group

Päckchen sollen Sendungsverfolgung und Haftung erhalten

Bonn – (KI/redaktionell geprüft). Die Deutsche Post will das Porto für einen Standardbrief innerhalb Deutschlands zum 1. Januar 2027 von 95 Cent auf 1,15 Euro erhöhen. Die abschließende Genehmigung der Bundesnetzagentur steht noch aus. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen Änderungen bei Briefformaten und Päckchen sowie neue Angebote für den Paketempfang an.

Auch Postkarten, Kompakt-, Groß- und Maxibriefe sollen teurer werden. Für einen Standardbrief ins Ausland sind künftig 1,45 Euro vorgesehen. Die neuen Briefpreise sollen für zwei Jahre gelten. Als Grundlage nennt die Post einen von der Bundesnetzagentur in Aussicht gestellten Preiserhöhungsspielraum von 20,35 Prozent für Briefe.

Über die neuen Paketpreise für Privatkunden will das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt informieren. Die angekündigten Preisänderungen betreffen den Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland, nicht den DHL-Express-Versand.

Päckchen mit Sendungsverfolgung – Höchstgewicht sinkt auf ein Kilogramm

Beim nationalen Päckchenversand sollen ab Januar 2027 eine Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro automatisch enthalten sein. Gleichzeitig begrenzt die Post das zulässige Höchstgewicht der Päckchen auf ein Kilogramm.

Für den Warenversand bleiben DHL-Päckchen, Pakete und die Warensendung vorgesehen. Mit den Produktänderungen will das Unternehmen den Versand von Dokumenten und Waren deutlicher voneinander trennen.

Auch die Briefprodukte erhalten andere Gewichts- und Formatgrenzen. Briefsendungen dürfen nach den angekündigten Regeln künftig höchstens drei Zentimeter hoch sein. Der nationale Großbrief wird auf drei Zentimeter Höhe und ein Kilogramm Gewicht erweitert. Beim Maxibrief sind künftig bis zu zwei Kilogramm sowie größere Längen- und Breitenmaße vorgesehen. Der nationale Maxibrief mit Zusatzentgelt entfällt.

Im internationalen Versand soll der Großbrief ebenfalls Sendungen bis zu drei Zentimeter Höhe und einem Kilogramm Gewicht aufnehmen können. Neu hinzukommen soll der „Midibrief International“ für Dokumente bis 500 Gramm. Er soll günstiger sein als der Großbrief International.

Post begründet höhere Preise mit sinkenden Briefmengen

Die Post führt die geplanten Preiserhöhungen auf steigende Personal-, Energie- und Sachkosten bei gleichzeitig rückläufigen Briefmengen zurück. Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland, erklärt:

„Die Briefmengen sinken seit Jahren deutlich, während die Personal-, Energie- und Sachkosten steigen. Gleichzeitig müssen wir auch künftig ein flächendeckendes Netz aus Briefkästen und Filialen für ganz Deutschland vorhalten. Wenn immer weniger Briefe über diese Infrastruktur laufen, steigen die Kosten pro Brief zwangsläufig. Außerdem investieren wir jährlich rund eine Milliarde Euro in die Zukunft des deutschen Post- und Paketnetzes, z. B. in emissionsfreie Fahrzeuge, bessere Arbeitsplätze, digitale Services sowie Pack- und Poststationen. Diese Investitionen sind notwendig, um die flächendeckende und zuverlässige Postversorgung auch künftig sicherzustellen. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern erfolgt dieser Umbau ohne staatliche Unterstützung. Deshalb sind Preiserhöhungen unvermeidbar.“

Nach Darstellung des Unternehmens läge das deutsche Standardbriefporto auch mit 1,15 Euro unter dem europäischen Durchschnitt, den die Post mit 1,52 Euro angibt.

Die durchschnittliche zusätzliche Belastung privater Haushalte beziffert das Unternehmen auf rund 75 Cent im Monat. Dabei verweist es auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, nach denen Haushalte bislang etwas mehr als vier Euro monatlich für Brief- und Paketdienstleistungen ausgeben. Wie sich die Änderung im Einzelfall auswirkt, hängt vom jeweiligen Versand ab.

Geschäftskunden erhalten individuelle Preisinformationen

Zum 1. Januar 2027 will die Post außerdem die Preise für Geschäftskundenpakete anpassen. Diese Preise sind nach Unternehmensangaben nicht Bestandteil des aktuellen Genehmigungsverfahrens der Bundesnetzagentur. Als Gründe nennt die Post höhere Kosten für Personal, Transport und Infrastruktur.

Die Geschäftskunden sollen in den kommenden Wochen individuell über die konkreten Änderungen informiert werden. Auch für bestimmte Geschäftskundenbriefe, sogenannte Teilleistungen, sind höhere Preise angekündigt.

Paketempfang an Packstationen ohne vorherige Registrierung geplant

Ab Frühjahr 2027 sollen Geschäftskunden ihren Kundinnen und Kunden eine direkte Paketzustellung an eine Packstation ermöglichen können, ohne dass diese zuvor eine Registrierung oder eine Postnummer benötigen.

Darüber hinaus plant das Unternehmen, das Netz aus Packstationen, Poststationen und anbieteroffenen DeinFach-/myflexbox-Automaten bis 2030 auf rund 50.000 Automaten auszubauen.

Weitere Angaben zu den angekündigten Änderungen stellt die Post unter www.deutschepost.de/2027 bereit.

Vorheriger ArtikelSchüsse in Hannover-Vahrenwald: Polizei verletzt 30-Jährige
Nächster ArtikelDurchsuchung auch in Langenhagen: Zwei Männer in Untersuchungshaft