Luftrettung in der Region Hannover: Leichter Rückgang, konstante Einsatzschwerpunkte
Hannover (pm/redk). Der Rettungshubschrauber Christoph 4 bleibt eine zentrale Säule der notfallmedizinischen Versorgung in der Region Hannover. Mit über 1.000 Einsätzen im Jahr 2025 zeigt sich die Einsatzbilanz trotz eines leichten Rückgangs auf hohem, stabilem Niveau.
Der orangefarbene Zivilschutzhubschrauber Christoph 4, stationiert an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wurde im Jahr 2025 insgesamt 1.028-mal alarmiert. Im Vergleich zum Vorjahr (1.077 Einsätze) bedeutet dies lediglich einen moderaten Rückgang. Als einsatzstärkster Monat erwies sich der Juni mit 116 Alarmierungen, gefolgt von August (112) und April (111). Deutlich niedriger lagen die Einsatzzahlen im Januar (52) und Dezember (54), was vor allem auf die eingeschränkte Einsatzzeit zurückzuführen ist: Christoph 4 ist von Sonnenaufgang, frühestens ab 7 Uhr, bis Sonnenuntergang verfügbar.
Ausbildung stärkt bodengebundene Rettung
Ein wesentlicher Faktor für die stabile, aber leicht rückläufige Einsatzentwicklung liegt laut Marc Lüpkemann, langjähriger Johanniter-Notfallsanitäter, in der gestiegenen Handlungskompetenz der Rettungswagenbesatzungen. „Nicht zuletzt lassen sich unsere Einsätze stabil halten, weil die Kolleginnen und Kollegen auf den Rettungswagen durch entsprechende Aus- und Fortbildungen im Rahmen des Notfallsanitäter-Gesetzes zunehmend Handlungskompetenzen auf hohem Niveau haben. Insbesondere Alarmierungen des Christoph 4 zur Schmerzbekämpfung können damit reduziert werden. Entsprechende Freigaben und Medikamente können auf den Rettungswagen vorgehalten und verabreicht werden“, erklärt Lüpkemann.
Konstante Einsatzschwerpunkte
An den Einsatzszenarien hat sich nach Angaben Lüpkemanns wenig verändert. „Der Fokus liegt weiterhin auf den Landstraßen und Autobahnen.“ Darüber hinaus kommt Christoph 4 regelmäßig bei Stürzen aus großer Höhe, Reitunfällen, Schädel-Hirn- und Wirbelsäulenverletzungen, schweren Brandverletzungen, Notfällen mit Kindern sowie bei Herzinfarkten und Schlaganfällen zum Einsatz. Das Haupteinsatzgebiet bleibt die Region Hannover.
Fehlalarme und Verlegungsflüge
Neben den tatsächlich durchgeführten Rettungseinsätzen wurden 2025 insgesamt 192 Fehleinsätze registriert. Ursachen hierfür sind unter anderem die rechtzeitige Versorgung durch einen bodengebundenen Notarzt, eine ausreichende Behandlung durch den Rettungsdienst oder witterungs- beziehungsweise sichtbedingte Flugabbrüche. Die Zahl der Sekundär- und Verlegungsflüge lag mit 21 Einsätzen leicht unter dem Vorjahreswert von 26. Diese Einsätze erfolgen vor allem bei zeitkritischen, potenziell lebensbedrohlichen Verlegungen in spezialisierte Kliniken.
Team und Organisation
Die ärztliche Leitung von Christoph 4 liegt bei einem Team der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover. Seitens der Johanniter-Unfall-Hilfe gehören fünf Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter als HEMS-TCM zum Team. Die fliegerische Besatzung wird von der Bundespolizei-Fliegerstaffel Gifhorn gestellt.










