Start Hannover und Region Historisches Denkmal kehrt zurück: Goldammer-Relief bereichert Kurpark Bad Nenndorf neu

Historisches Denkmal kehrt zurück: Goldammer-Relief bereichert Kurpark Bad Nenndorf neu

Landesgartenschau Bad Nenndorf
Bad Nenndorf - Landesgartenschau. - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

Pünktlich zur Landesgartenschau ist das traditionsreiche Goldammer-Denkmal nach Jahrzehnten wieder vollständig

Bad Nenndorf (pm/redk). Ein lange schmerzlich vermisstes Stück Stadtgeschichte ist zurück: Das historische Goldammer-Denkmal im Kurpark von Bad Nenndorf ist wieder komplett. Rechtzeitig vor dem Start der Landesgartenschau wurde das markante Kupferrelief mit dem Raben neu gegossen und auf dem originalen Sandsteinsockel angebracht. Damit endet eine jahrzehntelange Lücke an der Bubikopfallee, wo nach mehreren Diebstählen nur noch der leere Sockel an das Denkmal erinnert hatte.

Rückkehr eines besonderen Kurpark-Details

Das Goldammer-Denkmal befindet sich im Kurpark Bad Nenndorf und zählt zu den ungewöhnlicheren Erinnerungsstücken der Stadt. Nachdem das Kupferrelief im Laufe der Jahre gleich zweimal entwendet worden war, blieb das Denkmal unvollständig. Nun ist es erstmals seit vielen Jahren wieder in seiner ursprünglichen Form zu sehen.

der gespendete nachguss mit dem relief des rabens.
der gespendete nachguss mit dem relief des rabens. – quelle: laga ggmbh

Möglich wurde die Wiederherstellung durch das Engagement eines Bad Nenndorfers, der anonym bleiben möchte. Er hatte bereits nach einem früheren Diebstahl eine originalgetreue Nachbildung des Reliefs anfertigen lassen und verfügte noch über die dazugehörige Gussform. Mit deren Hilfe konnte das Relief erneut gegossen und dem Denkmal wieder hinzugefügt werden.

Gussform für die Nachwelt gesichert

Im Zuge der Wiederanbringung übergab der Spender auch die historische Gussform an das Museum Bad Nenndorf. Jörg Bartels nahm die Form stellvertretend für den Museumsverein Bad Nenndorf entgegen. Damit ist sichergestellt, dass nicht nur das Denkmal selbst, sondern auch seine handwerkliche Grundlage als Teil der Stadtgeschichte erhalten bleibt.

Ursprung im Jahr 1906

Das Goldammer-Denkmal wurde bereits im Jahr 1906 im Kurpark eingeweiht. Gestiftet hatte es der preußische Landwirtschaftsminister Viktor von Podbielski für seinen Freund, den Offizier Bernhard von Goldammer. Beide verbrachten regelmäßig Kuraufenthalte in Bad Nenndorf und gehörten zu einem festen Kreis von Stammgästen, der sich augenzwinkernd selbst „Schwefelbande“ nannte – eine Anspielung auf die Schwefelquellen des Kurortes.

rabe-denkmal wieder vollständig - podbielski und seine „schwefelbande“ 1906 bei der enthüllung des goldammer-denkmals.
podbielski und seine „schwefelbande“ 1906 bei der enthüllung des goldammer-denkmals. quelle: laga / archiv: jörg bartels

Denkmal als humorvolle Widmung

Die Einweihung des Denkmals war Teil eines Scherzes. Podbielski hatte seine Freunde unter dem Vorwand einer feierlichen Eröffnung einer neuen Quelle in den Kurpark gelockt. Statt einer Quelle wurde jedoch ein Stein mit einem Relief enthüllt: ein Rabe mit der Inschrift „Bildnis des alten Obersten“. Die augenzwinkernde Widmung an Bernhard von Goldammer entwickelte sich rasch zu einer kleinen Kuriosität und zu einem festen Bestandteil des Kurparks.

Bedeutung für Stadtbild und Landesgartenschau

Mit dem neuen Guss ist das Goldammer-Denkmal nun wieder vollständig und fügt sich erneut in das historische Ensemble des Kurparks ein. Pünktlich zum Beginn der Landesgartenschau ab dem 29. April 2026 können Besucherinnen und Besucher das Denkmal wieder entdecken und mehr über seine ungewöhnliche Geschichte erfahren. Die Wiederherstellung wertet nicht nur den Kurpark auf, sondern unterstreicht auch den Stellenwert historischer Details für das kulturelle Erbe von Bad Nenndorf.

Information für Besucher

Das Goldammer-Denkmal befindet sich am Rand der Bubikopfallee im Kurpark Bad Nenndorf und ist frei zugänglich. Im Rahmen der Landesgartenschau bietet sich für Gäste die Gelegenheit, neben gärtnerischen Attraktionen auch ein Stück lokaler Geschichte kennenzulernen.

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