Drei Viertel der Deutschen finden, dass die Bundesregierung den Ausbau von Windkraftanlagen auf See stärker vorantreiben sollte.

Symbolbild Windpark Quelle: Pixabay

BERLIN (PM). Windkraftanlagen auf See bieten großes Potential für die Erzeugung von Erneuerbarem Strom. Das sieht auch eine deutliche Mehrheit der Deutschen so. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts prolytics im Auftrag des BDEW finden 75 Prozent der Befragten, dass die Bundesregierung den Ausbau von Windkraftanlagen auf See stärker vorantreiben sollte. Nur 15 Prozent befürworten dies nicht.

Insbesondere auf europäischer Ebene sollte es nach Ansicht der Befragten mehr Zusammenarbeit beim Ausbau von Windkraftanlagen auf See geben. So stimmten 77 Prozent der Aussage zu „Europa sollte hier stärker zusammenarbeiten“. Nur 17 Prozent hingegen finden: „Das sollte jedes Land für sich alleine vorantreiben“.

„Erst durch grenzüberschreitende europäische Zusammenarbeit bei Entwicklung, Anbindung und Betrieb von Windenergieanlagen auf See lassen sich deren Potentiale optimal ausschöpfen“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Der Ausbau der Windenergie auf See muss zu einem europäischen Projekt werden. Deutschland sollte seine EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die europäische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet weiter auszubauen.“ 

Damit der weitere Ausbau gelingen kann und die Flächenpotenziale in Nord- und Ostsee optimal genutzt werden können, müssten aber Planungs- und Investitionsbedingungen entsprechend ausgestaltet werden. 

„Es ist gut, dass die Bundesregierung die Ausbauziele für die Offshore-Windenergie deutlich erhöhen möchte. Mit der von der Bundesregierung vor gesehen 2. Gebotskomponente bei Ausschreibungen für Windenergieprojekte auf See können diese Ziele jedoch nicht erreicht werden. Sie erhöht die Risiken für Investoren, treibt die Projektkosten in die Höhe und macht damit den deutschen Markt im internationalen Wettbewerb unattraktiv“, sagt Andreae. Die Bundesregierung sollte stattdessen auf Alternativen zur 2. Gebotsrunde wie zum Beispiel Differenzverträge zurückgreifen.

Nicht zu unterschätzen sei die Bedeutung der Windenergie auf See für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft: „Aufgrund des hohen Anteils an Volllaststunden eignet sich Offshore-Windenergie optimal für die Produktion von grünem Wasserstoff. Dieses Potenzial sollte gerade für Anlagen, die an das Netz mehrerer Mitgliedstaaten der EU angebunden sind, genutzt werden“, sagt Andreae. 

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