Start Hannover und Region Ein Todesfall nach Pilzvergiftung: MHH warnt vor Knollenblätterpilzen

Ein Todesfall nach Pilzvergiftung: MHH warnt vor Knollenblätterpilzen

Amanita phalloides / Grüne Knollenblätterpilze in unterschiedlichen Wachstumsstadien.
Der Verzehr ist lebensgefährlich: Grüne Knollenblätterpilze in unterschiedlichen Wachstumsstadien. © Andreas Kunze/Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V.

Ein weiterer Patient konnte durch eine Lebertransplantation gerettet werden

Hannover. Vier Menschen sind nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in diesem Herbst wegen Pilzvergiftungen behandelt worden. Ein Patient starb, ein weiterer erhielt erfolgreich eine neue Leber. Zwei Patienten überlebten dank der Behandlung mit einem Gegengift.

Die Hochschule warnt angesichts der schweren Fälle vor Verwechslungen beim Pilzesammeln. Als Hauptverursacher nennt sie den Knollenblätterpilz. Wer gesammelte Pilze nicht sicher bestimmen kann, riskiert eine lebensgefährliche Vergiftung bis hin zum Leberversagen.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung rät die MHH, dringend den Notarzt zu rufen. Das Giftinformationszentrum-Nord berät außerdem rund um die Uhr unter 0551 19240.

Beschwerden treten erst Stunden später auf

Knollenblätterpilze sind besonders gefährlich, weil die Beschwerden erst mehrere Stunden nach dem Verzehr einsetzen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gift nach Angaben der MHH bereits vom Körper aufgenommen worden. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können zunächst wie eine Magen-Darm-Infektion wirken.

Nach ein bis zwei Tagen kann die Leber geschädigt sein. Hinzukommen können Störungen der Blutgerinnung und der Nierenfunktion. „Im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein, so dass nur noch eine Lebertransplantation das Leben der Patienten retten kann“, erklärt Prof. Dr. Richard Taubert, Bereichsleiter Transplantationshepatologie an der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie.

Pilzfunde vor dem Essen fachkundig prüfen lassen

Die MHH empfiehlt, gesammelte Pilze vor dem Verzehr von einer Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen bestimmen zu lassen. Apps und Bestimmungsbücher bieten nach ihrer Warnung keinen verlässlichen Schutz vor Verwechslungen.

Das Giftinformationszentrum-Nord rät zudem dazu, vor dem Sammeln Schulungen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zu besuchen. Sie sollen helfen, die Artenkenntnis zu verbessern. Auf Bestimmungs-Apps allein sollten sich Sammler nicht verlassen.

Pilzreste können bei der Diagnose helfen

Bei einem Vergiftungsverdacht sollten Pilzreste und vorhandenes Erbrochenes für die medizinische Untersuchung aufgehoben werden. Sie können helfen, die Ursache zu klären.

Nach Angaben der MHH beginnen Ärzte bereits bei Verdacht auf eine Knollenblätterpilzvergiftung mit der Behandlung durch ein Gegengift. Zur weiteren Abklärung wird der Urin auf das Pilzgift untersucht.

Text mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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