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Wechsel bei EPL: Manfred Schüle übergibt nach 22 Jahren an Niklas Wehbring

Wechsel bei EPL: Dr. Manfred Schüle übergibt nach 22 Jahren an Niklas Wehbring
Wechsel bei EPL: Dr. Manfred Schüle übergibt nach 22 Jahren an Niklas Wehbring. - Foto: EPL

Wärmeabsatz soll sich in den nächsten 15 Jahren verdoppeln

Langenhagen. Nach 22 Jahren an der Spitze der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) hat Dr. Manfred Schüle die Geschäftsführung am 31. Oktober 2026 an Dr. Niklas Wehbring übergeben. Sein Nachfolger war bereits im Mai als zweiter Geschäftsführer hinzugekommen. Zu den kommenden Aufgaben gehören der weitere Ausbau der Wärmenetze und die Erschließung zusätzlicher erneuerbarer Energiequellen.

In einem vom hannoverschen Fachjournalisten Thorsten Windus-Dörr geführten Abschiedsinterview blickt Schüle auf seine Amtszeit zurück und beschreibt die Ziele des Unternehmens. Demnach soll der Wärmeabsatz von derzeit 40 Millionen Kilowattstunden innerhalb der nächsten 15 Jahre verdoppelt werden. Dafür seien größere Investitionen notwendig, um die Anlagen zukunftsfähig zu halten.

Mehr erneuerbare Wärme und verbundene Netze

Wehbring soll nach Schüles Darstellung die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung und der unternehmenseigenen Transformationsplanung vorantreiben. Als mögliche zusätzliche Wärmequellen nennt Schüle Luft und Wasser, die mit Wärmepumpen genutzt werden könnten. Konkret verweist er auch auf das Abwasser der Kläranlage.

Neben dem weiterlaufenden Ausbau des Wärmenetzes im Stadtzentrum hat EPL gemeinsam mit der Stadt sogenannte Inselnetze entwickelt. Ausgangspunkt ist dabei meist eine städtische Schule mit einer Heizzentrale. Im Umfeld werden weitere Kunden für die Wärmeversorgung gewonnen. Begonnen habe dieses Vorgehen an der Adolf-Reichwein-Schule, erläutert Schüle.

Perspektivisch sollen die einzelnen Netze in Abstimmung mit der kommunalen Wärmeplanung zu einem Großnetz verbunden werden. Einen konkreten Zeitplan für diesen Zusammenschluss nennt Schüle nicht.

Weiherfeld prägte zwei Jahrzehnte Arbeit

Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit war der Aufbau der Wärmeversorgung im Weiherfeld. EPL hatte dort bereits 1998 mit einer mobilen Containeranlage und einem kleinen Heizkessel die ersten Gebäude versorgt. Mit wachsender Nachfrage wurde die Anlage erweitert, bis eine eigene Energiezentrale gebaut werden konnte.

Die Entwicklung des Wohngebiets beschäftigte das Unternehmen nach Schüles Rückblick rund 20 Jahre. Ursprünglich vorgesehene Mehrfamilienhäuser seien weniger gefragt gewesen als Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser. Die geänderte Bebauung erforderte auch Anpassungen an der Wärmeversorgung und zusätzliche Leitungen.

Heute ist das Weiherfeld nach seinen Angaben mit 28 Kilometern Netzlänge flächenmäßig das größte Wärmeversorgungsgebiet Langenhagens. Ein weiterer Schritt war die Biogasanlage Kaltenweide: Auf die Idee im Jahr 2008 folgte 2009 der Einsatz lokal erzeugten Biogases, das einen Teil des Erdgases ersetzte. Schüle nennt die Anlage als einen der wichtigsten Meilensteine und berichtet, dass damit etwa ein Drittel der Wärme aus regenerativer Energie erzeugt wurde.

Elf Beschäftigte und Millioneninvestitionen

Für 2026 erwartet Schüle einen EPL-Umsatz von 13 Millionen Euro. Über die Jahre seien 30 Millionen Euro investiert worden, hinzu kämen fünf Millionen Euro für die Biogasanlage. Besonders hebt er die Arbeit der aktuell elf Beschäftigten hervor, denen er die zuverlässige Versorgung zuschreibt.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt bewertet Schüle positiv. Auch bei Diskussionen über die Preisgestaltung seien Kompromisse gefunden worden. Während enercity technisches Wissen eingebracht habe, hätten die städtischen Partner die Umsetzung konkreter Projekte unterstützt. Seinem Nachfolger empfiehlt er, die Verbindungen zu Stadt, Verwaltung, Politik und enercity weiter zu pflegen.

Der Führungswechsel ist nicht die einzige Veränderung bei EPL in diesem Jahr: Bereits im März zog das Unternehmen in neue Geschäftsräume an der Walsroder Straße 93a.

Vom Maschinenbaustudium zur Geschäftsführung

Der in Stuttgart geborene und in Weil der Stadt aufgewachsene Schüle kam für sein Maschinenbaustudium nach Hannover. 1986 schloss er es mit der Vertiefung Energie- und Verfahrenstechnik ab. Anschließend arbeitete er vier Jahre am Institut für Kälte- und angewandte Wärmetechnik und schrieb dort seine Dissertation.

dr. niklas wehbring trat zum 1. mai in die geschäftsführung der energie-projektgesellschaft langenhagen mbh (epl) ein.
dr. niklas wehbring trat zum 1. mai in die geschäftsführung der energie-projektgesellschaft langenhagen mbh (epl) ein. – foto: epl

1991 wurde er Referent des damaligen Gaswerksdirektors bei den Stadtwerken Hannover, heute enercity. 1997 übernahm er die Leitung des Bereichs Contracting. Darüber führte sein Weg zunächst in den EPL-Beirat und 2004 als Nachfolger von Bernd Hardenberg in die Geschäftsführung.

Auf die Frage nach seinen Plänen für den Ruhestand antwortet Schüle: „Ich werde viel mehr Zeit als bisher an der Ostsee verbringen, ich segle gerne. Ich freue mich darauf, Dinge zu tun, die ich mir aussuchen kann; nicht mehr getrieben durch den Kalender. Mal abgesehen davon, dass ich mich noch intensiver mit meinen Enkelkindern beschäftigen will als bisher. Vermissen werde ich die vielen interessanten Projekte, die in der Wärme- und Energiewirtschaft noch zu tun sind. Das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.“

Text mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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