
Neues Feuerwehrgerätehaus in Godshorn startet in die Bauphase
Langenhagen/Godshorn. Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Stadt Langenhagen am Freitag, 19. Juni 2026, bei höchstsommerlichen Temperaturen von annähernd 30 Grad, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Godshorn offiziell gestartet. Auf dem rund 5.868 Quadratmeter großen Grundstück an der Dieter-Liedtke-Straße beginnt damit ein zentrales Infrastrukturprojekt für den Brand- und Katastrophenschutz. Das neue Gebäude soll die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr langfristig sichern und moderne Arbeitsbedingungen schaffen.
Spatenstich markiert offiziellen Baustart
Der offizielle Startschuss für das Bauvorhaben fiel am Freitag um 15 Uhr auf dem künftigen Gelände der Ortsfeuerwehr Godshorn in 30855 Langenhagen. Damit hat die Stadt die Bauphase für das neue Feuerwehrgerätehaus eingeleitet.
Das Grundstück umfasst 5.868 Quadratmeter und wird künftig den Standort der neuen Feuerwache bilden. Ziel des Projekts ist es, die räumlichen und technischen Voraussetzungen für den Einsatzdienst deutlich zu verbessern.

Vertreter aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr vor Ort
Beim symbolischen Baustart waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr anwesend. Unter anderem nahmen Bürgermeister Mirko Heuer, Ortsratsbürgermeister Timm Wook, Stadtbrandmeister Arne Boy sowie Ortsbrandmeister Michael Schuster teil.
Auch das beauftragte Architekturbüro MRO Architekten (Hamburg/Oldenburg) sowie das Generalunternehmen Fechtelkord & Eggersmann GmbH waren vertreten. Nach dem offiziellen Teil nutzten die Beteiligten die Gelegenheit zum Austausch.
In diesem Rahmen sorgte ein kleiner, augenzwinkernder Programmpunkt für Aufmerksamkeit: Ortsbürgermeister Tim Wook überreichte Ortsbrandmeister Michael Schuster einen kleinen roten „Feuerwehrwecker“. Das Präsent war ausdrücklich als humorvolles Gimmick gedacht und sollte symbolisch daran erinnern, bei möglichen zukünftigen Verzögerungen im Ablauf künftig rechtzeitig die zuständigen Stellen „wachzurütteln“.
Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde die Veranstaltung durch die Feuerwehr Vinnhorst sowie den THW-Ortsverband Langenhagen unterstützt. Letzterer stellte einen Kühlanhänger zur Verfügung, der die Versorgung mit gekühlten Getränken sicherstellte. Ergänzend wurde ein vielfältiges gastronomisches Angebot bereitgestellt, das neben Suppen, belegten Brötchen, den sommerlichen Temperaturen ntsprechend, auch einen stark frequentierten Eiswagen umfasste.
Modernes Feuerwehrhaus für Einsatz und Ausbildung
Der Neubau soll die Bedingungen für die Freiwillige Feuerwehr Godshorn sowie die städtische Gefahrenabwehr insgesamt verbessern. Das bisherige Gebäude war sowohl räumlich als auch technisch nicht mehr ausreichend und entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen.
Insbesondere die zunehmende Größe moderner Einsatzfahrzeuge machte den Neubau erforderlich, da diese am bisherigen Standort nicht mehr sicher untergebracht werden konnten.
Geplant ist ein funktionales Gebäude mit Fahrzeughalle, Verwaltungs- und Sozialbereichen sowie Schulungsräumen. Damit sollen Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Nachwuchsarbeit gleichermaßen gestärkt werden.
Vorgesehen sind unter anderem moderne Schulungs- und Gruppenräume, Aufenthalts- und Bereitschaftsbereiche, Funktionsräume für die Einsatznachbereitung sowie Flächen für Kinder- und Jugendfeuerwehr.
Investition in den Brand- und Katastrophenschutz
Bürgermeister Mirko Heuer betonte die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses Godshorn investieren wir in die Sicherheit unserer Stadt. Das neue Gebäude schafft optimale Bedingungen für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr, stärkt die Zusammenarbeit mit anderen Wehren und bietet Raum für die Nachwuchsarbeit von Kinder- und Jugendfeuerwehr. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutz, auch über Godshorn hinaus.“
Kennzahlen und Zeitplan
Das Bauprojekt ist mit einem Investitionsvolumen von 11,44 Millionen Euro veranschlagt.
Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Grundstücksgröße: 5.868 Quadratmeter
- 7 Stellplätze in der Fahrzeughalle
- 38 Pkw-Stellplätze und 26 Fahrradstellplätze
- 130 Spinde für Einsatzkräfte
- Fertigstellung: 4. Quartal 2027
Der Baubeginn erfolgte nun im 3. Quartal 2026, die Übergabe ist für das 4. Quartal 2027 vorgesehen.
Nachhaltige Bauweise und Energieeffizienz
Das neue Gebäude wird nach aktuellen energetischen Standards errichtet. Vorgesehen sind unter anderem eine extensive Dachbegrünung sowie eine energieeffiziente Bauweise nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Zusätzlich ist eine Planung zur optimalen Nutzung von Tageslicht vorgesehen.
Langjährige Vorgeschichte und Bedarfsentwicklung
Grundlage für den Neubau ist der Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Langenhagen. Dieser hatte bereits deutlich gemacht, dass das bestehende Feuerwehrhaus nicht mehr erweiterbar ist und den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt.
Die Problemlage besteht seit vielen Jahren: Bereits 1998 wurde durch die Feuerwehrunfallkasse erhebliche Mängel am alten Standort festgestellt, darunter zu enge Umkleiden, eine zu kleine Fahrzeughalle und fehlende Duschen. Dennoch wurde das Projekt mehrfach verschoben.
Im Jahr 2017 beschloss der Rat zwar mehrheitlich den Neubau, dieser wurde jedoch zunächst aus Gründen der Haushaltskonsolidierung zurückgestellt. Erst nachdem die Unfallkasse Anfang 2023 intervenierte und die Unterbringung eines der Löschfahrzeuge am Altstandort beanstandet wurde, wurde der Weg für das Projekt endgültig frei gemacht. Ursprünglich war eine Fertigstellung bereits für Ende 2025 vorgesehen.
Einordnung
Mit dem Baustart wird ein über Jahre vorbereitetes Infrastrukturprojekt nun umgesetzt, das die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Godshorn nachhaltig stärken soll. Gleichzeitig zeigt der lange Zeitraum zwischen ersten konkreten Bedarfsfeststellungen und tatsächlichem Baustart, wie stark finanzielle und politische Abwägungen die Umsetzung sicherheitsrelevanter Infrastrukturprojekte verzögern können.
Zugleich reagiert der Neubau auf deutlich gewachsene technische Anforderungen im Einsatzdienst und auf strukturelle Defizite des bisherigen Standorts, der über viele Jahre als nicht mehr ausreichend galt.









