Über 600 Stroh- und Heuballen in Flammen – Polizei ermittelt wegen Verdachts der Brandstiftung und bittet Bevölkerung um Mithilfe
Langenhagen/Godshorn (pm/redk). Ein nächtlicher Großeinsatz hat die Feuerwehr in Langenhagen am Dienstagabend stundenlang gefordert: Im Ortsteil Godshorn gerieten mehr als 600 Stroh- und Heuballen in Brand. Der Einsatz zog sich bis in die frühen Morgenstunden. Während die Feuerwehr mit Drohnen, Spezialfahrzeugen und landwirtschaftlicher Unterstützung gegen die Flammen vorging, ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und sucht Zeugen.
Großbrand am Dienstagabend in Godshorn
Am Dienstag, 01.04.2026, wurden um 18:13 Uhr mehrere Ortsfeuerwehren zu einem Brand einer großen Strohballenmiete im Langenhagener Ortsteil Godshorn alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Miete nahezu vollständig in Flammen. Das Feuer griff rasch auf benachbarte Stroh- und Heuballen über. Insgesamt waren rund 600 Ballen auf einer Fläche von etwa 3.000 Quadratmetern betroffen.
Durch das schnelle und entschlossene Eingreifen eines Landwirts konnten weitere Strohbestände mit landwirtschaftlichen Maschinen rechtzeitig gesichert werden. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.
Kontrolliertes Abbrennen statt Vollangriff
Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Michael Schuster entschied aufgrund der bereits vollständig brennenden Mieten, auf großflächige Löschmaßnahmen zu verzichten. Stattdessen wurde ein kontrolliertes Abbrennen angeordnet. Mit Unterstützung von Bau- und Landmaschinen wurden die Ballen auseinandergezogen, um den Abbrennprozess zu beschleunigen.
Parallel dazu kühlten die Einsatzkräfte fortlaufend die Anbauteile der Maschinen und unterdrückten konsequent den Funkenflug. Ziel war es, ein Übergreifen des Feuers auf unbeteiligte Flächen zu verhindern. Der Einsatz konnte erst gegen 05:15 Uhr am frühen Mittwochmorgen beendet werden.
Technische Unterstützung durch Drohne und Spezialfahrzeug
Zur Lageerkundung setzte die Feuerwehr eine Drohne mit Wärmebildkamera ein. Diese ermöglichte eine präzise Einschätzung der Hitzeentwicklung innerhalb der Strohballenmieten. Besonders heiße Bereiche konnten so gezielt überwacht und gesichert werden.
Zusätzlich wurde das Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 der Berufsfeuerwehr Hannover angefordert. Das Spezialfahrzeug sollte durch gezielte Luftlenkung ein schnelleres Abbrennen unterstützen. Der gewünschte Effekt blieb jedoch aus, sodass das Fahrzeug nach kurzer Zeit wieder aus dem Einsatz entlassen wurde.
Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Godshorn, Engelbostel, Kaltenweide und Schulenburg im Einsatz. Unterstützt wurden sie von der Berufsfeuerwehr Hannover, der Polizei, dem Rettungsdienst sowie mehreren örtlichen Landwirten.
Dank an Ehrenamtliche und Landwirte
Einsatzleiter Michael Schuster hob insbesondere die Unterstützung im Hintergrund hervor: „Ein ganz besonderer Dank gilt der Altersabteilung der Ortsfeuerwehr Godshorn. Über viele Stunden hinweg haben sich die Kameraden mit großer Selbstverständlichkeit, Erfahrung und Fürsorge um die Verpflegung der Einsatzkräfte gekümmert. Ob Kaffee, Tee, Wasser, Softdrinks, Suppe oder Würstchen – alles war jederzeit bereitgestellt.“
Ebenso lobte Schuster die Zusammenarbeit mit den Landwirten: „Die Zusammenarbeit mit Bau- und Landmaschinen verlief schnell, unkompliziert und absolut vorbildlich. Dieses starke Miteinander hat wesentlich zum Einsatzerfolg beigetragen.“
Polizei ermittelt wegen Verdachts der Brandstiftung
Der entstandene Schaden wird von der Polizei auf mindestens 30.000 Euro geschätzt. Nach bisherigen Erkenntnissen entdeckte eine 36-jährige Zeugin den Brand gegen 18:10 Uhr auf einem Acker in Höhe der Straße „Schulenburger Mühle“ und alarmierte umgehend Feuerwehr und Polizei.
Da es in der Vergangenheit in der näheren Umgebung bereits mehrere ähnliche Brände gegeben hat, prüft der Zentrale Kriminaldienst Hannover mögliche Tatzusammenhänge. Die Ermittler gehen derzeit von vorsätzlicher Brandstiftung aus und ermitteln in verschiedene Richtungen.
Auswirkungen für Landwirtschaft und Anwohner
Da das gelagerte Stroh und Heu nun für die Stallhaltung fehlen, müssen die betroffenen Tiere deutlich früher als geplant auf die Weiden gebracht werden. Die Brandstelle ist gesichert, eine leichte Rauchentwicklung ist weiterhin normal. Die Feuerwehr kontrolliert die Fläche eigenständig. Ein Anruf über den Notruf 112 ist nicht erforderlich.
Appell an die Bevölkerung
Der Stadtpressesprecher der Feuerwehr Langenhagen betont die Bedeutung der Mithilfe aus der Bevölkerung: „Unsere Einsatzkräfte engagieren sich ausschließlich ehrenamtlich – neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen. Viele dieser Einsätze wären vermeidbar.“
Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, insbesondere im Umfeld von Stroh- und Heumieten aufmerksam zu sein.
Es werden Zeugen gesucht, die Hinweise auf verdächtige Personen oder potenzielle Täter geben können. Ungewöhnliche Beobachtungen, Rauchentwicklungen oder verdächtige Personen sollten umgehend dem Polizeikommissariat Langenhagen unter der Telefonnummer +49 511 109 4215 oder dem Kriminaldauerdienst Hannover unter 0511 109-5555 gemeldet werden.










