Rund 300 Einsatzkräfte kämpfen 19 Stunden gegen Feuer
Wunstorf. Ein Großbrand auf einem ehemaligen Betriebsgelände in Wunstorf hat seit Sonntagabend einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Eine Lagerhalle wurde dabei weitgehend zerstört, rund 300 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Erst am Montagnachmittag konnte die Feuerwehr „Feuer aus“ melden. Die Brandursache ist bislang ungeklärt.
Siehe auch hier: https://langenhagener-news.de/grossbrand-auf-ehemailgem-betriebsgelaende-in-wunstorf/
Lagerhalle steht in Vollbrand
Der Brand wurde am Sonntag gegen 23:15 Uhr durch zahlreiche Notrufe aus der Bevölkerung sowie durch Lokführer gemeldet, die eine starke Rauchentwicklung im Bereich des Geländes bemerkten. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich bereits ein Vollbrand einer Lagerhalle.
Dichter Rauch stieg mehrere hundert Meter in den Nachthimmel und war weit über das Stadtgebiet hinaus sichtbar. Aus mehreren Öffnungen des Gebäudes schlugen Flammen. Die Feuerwehr erhöhte daraufhin die Alarmstufe und forderte weitere Kräfte sowie die Einsatzleitung vor Ort nach.
Großaufgebot mit Hunderten Kräften
Im Verlauf des Einsatzes waren rund 300 Einsatzkräfte aus Wunstorf sowie aus umliegenden Kommunen beteiligt. Unterstützung kam unter anderem aus Neustadt und Garbsen.
Zur Brandbekämpfung wurden drei Drehleitern aus Wunstorf, Neustadt und Garbsen eingesetzt. Zusätzlich unterstützten mehrere Löschzüge sowie der Wasserförderzug der Stadtfeuerwehr die Maßnahmen.
Für die Wasserversorgung verlegten die Einsatzkräfte rund sechs Kilometer Schlauchleitung. Die Versorgung erfolgte über Hydranten und leistungsstarke Pumpensysteme aus mehreren Richtungen.
Drohnenaufnahmen und Fachberater unterstützen Einsatzleitung
Eine Drohneneinheit der Regionsfeuerwehr Hannover unterstützte die Einsatzleitung mit Luftbildern zur Lageeinschätzung. Diese halfen insbesondere bei der Bewertung der Brandausbreitung und der Wirksamkeit der Löschmaßnahmen.
Zusätzlich waren Fachberater im Einsatz. Die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützte sowohl im Sanitätsdienst als auch bei der Verpflegung der Einsatzkräfte während der gesamten Einsatzdauer.
Auch das Technische Hilfswerk (THW) war eingebunden. Insgesamt fünf Fachberater prüften mögliche technische Maßnahmen und Einsatzoptionen, darunter auch den kontrollierten Rückbau von Gebäudeteilen.
Neues Löschsystem erstmals im Einsatz
Für die Ortsfeuerwehr Großenheidorn kam erstmals das Hochdruck-Schneid- und Löschsystem „Cobra“ unter realen Einsatzbedingungen zum Einsatz. Damit konnten gezielt Brandherde in schwer zugänglichen Bereichen bekämpft werden.
Zusätzlich unterstützte ein Großfahrzeug der Flughafenfeuerwehr des Fliegerhorstes Wunstorf die Einsatzkräfte mit spezieller Technik.
Kontrollierter Abbrand von Dachteilen
Im Verlauf des Einsatzes entschied die Einsatzleitung, Teile der Dachkonstruktion kontrolliert abbrennen zu lassen. Dadurch sollte der Innenangriff erleichtert und gleichzeitig die Gefahr durch instabile Bauteile reduziert werden.
Die Maßnahme ermöglichte eine gezieltere Brandbekämpfung im Gebäudeinneren und verringerte das Risiko für die Einsatzkräfte.
Keine Gefahr durch Schadstoffe festgestellt
Zur Beurteilung möglicher Gefahren führte der Gefahrgutzug der Feuerwehr Neustadt mit einem Messfahrzeug umfangreiche Luftmessungen in umliegenden Ortschaften sowie im Stadtgebiet durch.
Dabei wurden keine gesundheitsgefährdenden Werte festgestellt. Laut Feuerwehr bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung, auch wenn Rauch und Brandgeruch deutlich wahrnehmbar waren.
Warnung an Bevölkerung ausgelöst
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden Warnsysteme aktiviert. Anwohner in mehreren Bereichen wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen abzuschalten.
Im Verlauf des Einsatzes verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht. Er wurde durch den Rettungsdienst versorgt.
Nachlöscharbeiten bis Montagnachmittag
Am Montagnachmittag waren noch rund 100 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle. Teile des Gebäudes wurden kontrolliert zurückgebaut, um eine mögliche Instabilität zu verhindern. Parallel liefen Nachlöscharbeiten sowie die Kontrolle von Glutnestern.
Gegen 18:10 Uhr konnte nach rund 19 Stunden Einsatzdauer schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden. Am Abend erfolgte zusätzlich eine Brandnachschau mittels Wärmebildkamera.
Ursache noch unklar
Zur Brandursache sowie zur Höhe des entstandenen Sachschadens liegen derzeit keine Informationen vor. Die Ermittlungen der zuständigen Behörden dauern an.










