Start Hannover und Region IHKN und DEHOGA fordern „Zentren-SOS“ für Niedersachsens Innenstädte

IHKN und DEHOGA fordern „Zentren-SOS“ für Niedersachsens Innenstädte

Innenstadt Hannover
Symbolbild: Innenstadt Hannover. - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

Verbände sehen Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als entscheidende Standortfaktoren

Hannover. Die IHK Niedersachsen (IHKN) und der DEHOGA Niedersachsen fordern mehr Engagement für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit in den Innenstädten des Landes. Mit dem gemeinsamen Impulspapier „Zentren-SOS“ richten sich die Verbände an Politik, Kommunen und Wirtschaft und legen Vorschläge vor, um Stadtzentren als attraktive Orte für Handel, Gastronomie, Kultur und Begegnung zu stärken.

Sicherheit beeinflusst Attraktivität der Innenstädte

Nach Einschätzung von IHKN und DEHOGA reicht ein vielfältiges Einkaufs- und Gastronomieangebot allein nicht mehr aus, um Menschen dauerhaft in die Innenstädte zu ziehen. Entscheidend sei zunehmend das unmittelbare Umfeld.

„Ob Menschen eine Innenstadt besuchen, dort Zeit verbringen und wiederkommen, entscheidet sich längst nicht mehr allein am Angebot. Das unmittelbare Umfeld prägt die Wahrnehmung eines Standortes ebenso stark wie Handel oder Gastronomie. Sicherheit und Ordnung sind deshalb keine Nebenthemen der Stadtentwicklung, sondern inzwischen zentrale Standortqualitäten“, betont IHKN-Präsident Gerhard Oppermann.

Auch das Gastgewerbe registriert nach eigenen Angaben veränderte Erwartungen der Gäste. Restaurants, Cafés und Hotels profitierten vor allem dann von lebendigen Zentren, wenn sich Besucherinnen und Besucher während ihres gesamten Aufenthalts sicher und wohl fühlten.

Der Präsident des DEHOGA Niedersachsen, Dirk Breuckmann, merkt dazu an: „Unsere Gäste im Gastgewerbe wollen heutzutage ein besonderes Erlebnis mit ihren Besuchen in unseren Betrieben verbinden. Es soll nicht nur leckere Speisen oder Snacks, die passenden Getränke und einen tollen Service geben, sondern sie wollen sich rundum wohlfühlen. Leider hören wir aber immer wieder von Fällen, wo Gäste sich darüber beklagen, dass der Weg hin zu unseren Betriebsstätten insbesondere mit Blick auf das Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden Anlass für Beanstandungen gibt.“

Impulspapier nennt konkrete Maßnahmen

Mit dem Papier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für lebendige Innenstädte in Niedersachsen“ schlagen die Verbände einen integrierten Ansatz vor. Dazu gehören eine sichtbare Präsenz von Polizei und Ordnungsdiensten, eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden sowie die konsequente Anwendung bestehender Regeln.

Darüber hinaus sprechen sich IHKN und DEHOGA für eine stärkere Pflege öffentlicher Räume aus. Dazu zählen unter anderem eine gute Beleuchtung, die Beseitigung sogenannter Angsträume, ein konsequentes Vorgehen gegen Vermüllung und Vandalismus sowie eine ausgewogene Mischung aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Wohnen und Kultur.

„Eine attraktive Innenstadt entsteht nicht allein durch gute Geschäfte. Gerade die junge Generation verbindet einen Besuch immer weniger mit Shopping, sondern mit Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen. Deshalb sollten wir öffentliche Räume genauso ernst nehmen wie die wirtschaftliche Entwicklung unserer Zentren. Wer heute in Sicherheit, Ordnung und Aufenthaltsqualität investiert, investiert in die Kundinnen und Kunden von morgen“, erklärt IHKN-Handelssprecherin Kathrin Wiellowicz.

Mehr Leben auch in den Abendstunden

Nach Ansicht der beiden Verbände können auch Kulturangebote, Veranstaltungen sowie ein vielfältiges Angebot aus Handel und Gastronomie dazu beitragen, Innenstädte über den gesamten Tagesverlauf hinweg zu beleben. Belebte öffentliche Räume stärkten erfahrungsgemäß das Sicherheitsgefühl und die soziale Kontrolle.

„Wir kennen gute Beispiele, wo sich die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft, die ein nachhaltig lebhaftes Interesse an funktionierenden und attraktiven Lagen vereint, zusammengefunden haben, um einen Austausch sicherzustellen und Aktivitäten zu entfalten, die Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit und damit das Wohlempfinden im öffentlichen Raum nach vorne bringen“, hebt DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack hervor.

Appell an Land und Kommunen

IHKN und DEHOGA rufen Land und Kommunen dazu auf, Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit dauerhaft als festen Bestandteil der Innenstadt- und Standortentwicklung zu verankern.

„Zentren-SOS ist kein weich gezeichnetes Kampagnenthema, sondern ein wesentlicher Baustein bei der Debatte um die Zukunftsfähigkeit unserer Innenstädte“, so Oppermann abschließend.

Einordnung

Viele Innenstädte stehen seit Jahren vor großen Herausforderungen. Der Wandel im Einzelhandel, verändertes Freizeitverhalten und der zunehmende Onlinehandel erhöhen den Druck auf Stadtzentren. IHKN und DEHOGA sehen deshalb eine hohe Aufenthaltsqualität als wichtigen Faktor, um Innenstädte langfristig attraktiv und wirtschaftlich erfolgreich zu halten.

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